Technologie- und Wissenstransfer

Technologie- und Wissenstransfer wird oft als die „dritte Mission“ der Hochschulen neben Forschung und Lehre bezeichnet. Tatsächlich ergeben sich aus den Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaft zahlreiche Vorteile:

  • Die wirtschaftliche Verwertung von Forschungs-Ergebnissen stärkt die Produktivität und Innovationskraft von Unternehmen.

  • Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen ist Technologietransfer zwischen Hochschule und Unternehmen aufgrund der geringen eigenen begrenzten Ressourcen von großer Bedeutung.

  • Produktive Allianzen zwischen Hochschule und Wirtschaft stärken die regionale Wirtschaft, z. B. über marktfähige Innovationen, Spin-Offs oder Absolventen, die sich an ansässige Unternehmen binden.

  • Hochschulen erhalten Aufschluss über aktuelle Problemstellungen der Praxis und können daraus neue Erkenntnisfelder oder Forschungsprojekte erschließen.

  • Forschung und Lehre stellen einen aktuellen Bezug und anwendungsorientierte Ausbildung sicher.

  • Die Hochschulen stärken ihren Forschungsetat.

Das große Potential der htw saar - als einzige Fachhochschule im Saarland - ist ihre Anwendungsnähe und ihre enge Vernetzung in und mit der regionalen Wirtschaft. Daraus resultieren einerseits die hohen Drittmitteleinnahmen und andererseits auch eine F&E-Themenvielfalt mit über 100 laufenden Projekten und mehr als 140 wissenschaftlichen Mitarbeitern. Die Hochschule wird mit ihren vier Fakultäten (Architektur und Bauingenieurwesen, Ingenieurwissenschaften, Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften) von der Wirtschaft angefragt, wenn es gilt, wissenschaftliche Grundlagen in die Anwendung zu überführen oder gemeinsame Innovationsprojekte durchzuführen.

 

Technologie- und Wissenstransfer über Köpfe

Der Wissens- und Technologietransfer ist Kernaufgabe an der htw saar. Professor/innen leisten in interdisziplinären Verbünden gemeinsam mit den eigenen Forschungsmitarbeitern und Unternehmen bzw. Organisationen markt- und anwendungsorientierte Forschung. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass die berufenen Wissenschaftler/innen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften über Wirtschafts- und Führungserfahrung verfügen, von einer unternehmerischen Denke geleitet werden und über eine entsprechende Branchen- und Fachkompetenz verfügen. Sie sind also ebenso in der Welt der Privatwirtschaft zu Hause wie in den Strukturen einer Hochschule und in der Lage, zwischen diesen Welten zu vermitteln. 

Daneben tragen auch Studierende und Absolventen der htw saar über Praktika während der Studienphase oder Abschlussarbeiten zur Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Verfahren bei. Eine besondere Form des Technologietransfers an der htw saar ist das Kooperative Studium. Studierende schließen mit einem Unternehmen, das einen Kooperationsvertrag mit der htw saar hat, einen Vertrag und verpflichten sich darin, zwischen acht und zehn Stunden pro Woche während des Semesters und mehrere Wochen am Stück während der Semesterferien im Unternehmen zu arbeiten. Damit bietet sich den Studierenden die Chance, bereits während des Studiums intensive Berufserfahrung zu sammeln und während des Studiums bereits an anspruchsvolleren Entwicklungsprojekten mitarbeiten zu können. Umgekehrt profitieren die Unternehmen von der anhaltenden Entwicklungsarbeit der Studierenden und bilden auf diese Weise sehr häufig eigene, hochqualifizierte Nachwuchskräfte aus, die ohne „Warmlaufphase“ im Unternehmen eingesetzt werden.

 

Technologie- und Wissenstransfer über Netzwerke

Die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren wird immer stärker durch steigende Komplexität, hohe Kosten und kürzere Innovationszyklen determiniert. Entsprechend bündelt die htw saar leistungsstarke Innovationspartner in strategischen Netzwerken. Die Vorteile dafür liegen auf der Hand: das thematisch fokussierte Erkenntnisinteresse zwischen Unternehmen, Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie öffentlichen Stellen ermöglicht es, regionale Expertise und komplementäre Kompetenzen zu bündeln. Entsprechend setzt sich die htw saar verstärkt für die Fortführung hochübergreifender Forschungsprojekte ein; sie ermöglichen die effektive Erschließung von Innovationspotentialen für die industrielle Wertschöpfung in der Region entlang der gesamten Forschungs- und Entwicklungskette.

Daneben strebt die htw saar u.a. mit der Universität des Saarlandes ein Doktorandenprogramm an sowie die Einrichtung weiterer gemeinsamer Kompetenzzentren nach dem Vorbild des ZeMA an, in der die Stärken der Hochschule im industriellen Engineering mit der Grundlagenforschung der Universität des Saarlandes und der regionalen außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den Bereichen Informatik, Naturwissenschaft, Materialwissenschaften, Mechatronik oder Medizin interdisziplinär verzahnt werden.