Von der Erstellung eines digitalen Zwillings

Vor gerade einmal 200 Jahren veröffentlichte die englische Schriftstellerin Mary Shelley ihren wohl bekanntesten Roman „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ (1818), der heute zu einem der bekanntesten Werke der Literaturgeschichte zählt. Sie war damals mit ihren 21 Jahren im gleichen Alter wie die heutigen Studentinnen und Studenten der htw saar. Auch wenn die verfügbare Rechentechnik in dieser Zeit wesentlich hinter der heutigen zurücklag und auf eine Digitalisierung weitestgehend verzichtet werden musste, zeigt sich doch in dem Erstlingswerk der jungen Autorin, welche Faszination die Erstellung eines künstlichen Zwillings oder Abbildes der Natur darstellen kann. Wie auch heute, liegt die Faszination hierbei weniger in dem handwerklichen Erstellen des Zwillings als vielmehr darin, welche Möglichkeiten sich ergeben, wenn man ein Modell der belebten Natur oder Technik sein Eigen nennt und hiermit selbstgewählte Experimente durchspielen kann.

Wie aktuell das Thema ist und dass sich ganz schnell Bezüge zur Jetztzeit herstellen lassen, zeigt sich in unterschiedlichsten Bereichen. Etwa wenn der digitale Zwilling eines Flughafens sich durchaus anders verhält als sein realer Counterpart. Wenn der digitale Zwilling im Steuergerät eines Dieselfahrzeugs anfängt, sich nicht mehr nach allen Regeln zu richten, deren Einhaltung wir von ihm erwarten.


Abbildung 1: Der digitale Zwilling ist das Abbild seines realen Gegenparts.

An diesem Punkt zeigt sich auch die rasiermesserscharfe Beobachtungsgabe der jungen Shelley, wenn sie beschreibt, wie die Gesellschaft sehr schnell zu ganz realen Fackeln und Mistgabeln greift, um auf den noch jungen, unbeholfenen digitalen Zwilling zu reagieren. Ungeachtet der Möglichkeit, dass er ja vielleicht die einzig sinnvolle Entscheidung getroffen hat, indem er sich selbst abschaltete.



Abbildung 2: Das Original kann verschiedene digitale Zwillings-
brüder haben, welche nur teilweise die Eigenschaften ihres
realen Zwillings widerspiegeln.

Wir wollen anders als die von Shelley beschriebene Gesellschaft reagieren. Uns intensiv mit den Themen auseinandersetzen und unseren Studentinnen und Studenten die Möglichkeit zum Experiment bieten. Deshalb hat sich die Firma SIEMENS vor zwei Jahren entschieden, ihr Entwicklungswerkzeug LMS Imagine. Lab AMESim in der Version 15 kostenfrei zur Verfügung zu stellen und hiermit eine wunderbare Möglichkeit zu bieten, digitale Zwillinge mit wenig Aufwand selbst zu erstellen.

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