Engineering and Management Master

Ausrichtung und Ziele des Master-Studiengangs

Das Master-Studium soll an den ersten berufsqualifizierenden Abschluss ankönpfen und ist darauf ausgelegt, inhaltliche und fachliche Vertiefungen zu ermöglichen. Dazu werden zunächst vorhandene und vorausgesetzte Grundlagen (z.B. Mathematik) deutlich vertieft und zentrale ingenieurwissenschaftliche Inhalte behandelt. Diese Module sind für alle Studenten gleich. Danach kann eine der beiden Studienrichtungen ausgewählt werden:

  • Mechanical Engineering
  • Process Engineering

 

Beide Richtungen bieten mit einem Anteil von 30% technisches Spezialwissen in den Studienrichtungen an. Die beiden Studienrichtungen sehen dafür entsprechend groß bemessene und inhaltlich/zeitlich ausgestattete Module vor.

Für beide Studienrichtungen ist die Managementausbildung mit einem Gesamtanteil von rd. 20% verbindlich. Dort wird das für einen Ingenieur wesentliche Fachwissen in Unternehmensführung behandelt. Dazu gehören kaufmänischen, personalwirtschaftliche und juristische Themen gleichermaßen. Der kurze und fokussierte Master-Studiengang bietet im Gegensatz zum traditionellen Diplom einen international anerkannten Abschluss und erleichtert den Wechsel ins Ausland - sowohl zum Studieren als auch zum Arbeiten. Gleichzeitig macht der Bachelor als Zugangsvoraussetzung den Master auch für internationale Studierende interessanter. Mit dem Master-Studium wird eine zweite berufliche Qualifikation (post graduate) dargestellt, es erstreckt sich über 4 Semester und kann direkt im Anschluss an den Bachelor fortgesetzt werden, d.h. die Gesamtdauer des konsekutiven Studiums umfasst 10 Semester.


Qualifikationsprofil

Ein Master, wie der FB Maschinenbau ihn anstrebt, soll anwendungsbezogen, ganzheitliche Themenbereiche selbständig bearbeiten können. Im Gegensatz zum Master of Science soll dieser Master direkt in der Industrie und weniger in Forschungsbereichen arbeiten. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er innerhalb seiner Spezialisierung komplexe Aufgaben übernimmt, diese im Hinblick auf technische Machbarkeit, Marktnutzen und Kosten/Erlöse beurteilt. Bei der Lösung der Aufgabenstellungen ist er als Manager und Leiter für eine Gruppe von Mitarbeitern zuständig, die ihm zuarbeiten. Er kann sich interkulturell bewegen und verfügt ber entsprechende Sprachkompetenz. Im Mittelstand kann der Master Gesamtleitungsaufgaben (Produktionsleitung, Technische Leitung) wahrnehmen. Im Unterschied zum Diplom-Ingenieur beherrscht der Master für technische Aufgaben die Bereiche: Konzeption, Planung und Ausführung. Er verfügt über eine Reihe von Softskills sowie vertieftes betriebswirtschaftliches Wissen zum Beurteilen von Kosten, Terminen und Kapazitäten. Da er auch als Vertriebsingenieur arbeiten kann, kennt er sich zusätzlich im Marketing aus. Für Unternehmensübernahmen oder Nachfolgen verfgt er über das notwendige Vorwissen (z.B. Businesspläne oder Finanzierungsinstrumente).

Zum Aufbau des Master-Studiums

Das Masterstudium basiert auf drei Säulen:

  • Technikvertiefung in speziellen innovativen Arbeitsbereichen
  • Umsetzung des Wissens anhand von F&E-Projekten mit anschließender Master-Theses
  • Managementwissen (kaufmännisch, produktionsorientiert, mitarbeiterbezogen, juristisch).

Die Technikvertiefung nimmt einen Umfang von rd. 50% des Studiums ein. Auf die praktische Umsetzung des theoretisch erworbenen Technikwissens in FuE-Projekten sowie die Masterarbeit umfassen rd. 30%. Mit rd. 20% verfügt den Managementanteil ber den notwendigen Umfang zu einer qualifizierten Beurteilung betriebswirtschaftlicher Fragen. Der Masterstudiengang ist so strukturiert, dass er bestimmte Schwerpunkte, angelehnt an die lokalen Innovationsschwerpunkte, beinhaltet. Innerhalb der beiden Studienrichtungen (Mech. Engineering und Process Engineering) sind ab dem 8. Semester breite Module vorgesehen, die eine fachliche Schwerpunktbildung zulassen.





Folgende Schwerpunkte sind derzeit vorgesehen:
Studienrichtung Mechanical Engineering:

  • Produktentwicklung:hier wird auf Spezialthemen der Konstruktion, Festigkeitslehre und Simulation in der Produktentwicklung eingegangen
  • Automotive:hier wird auf die Fahrzeugsystemtechnik sowie spezielle Aspekte der Fahrzeugentwicklung eingegangen
  • Industrielle Produktion:hier werden Produktionsmethoden, Fertigungsverfahren, und Produktionssysteme aus technischer und administrativer Sicht behandelt.


Studienrichtung Process Engineering:

  • Energietechnische Aspekte der Prozesstechnikmit einer Spezialisierung in den Bereich der effizienten Energienutzung
  • Bioverfahrenstechnik mit Umwelt- und Prozesstechnik.

Insgesamt beinhalten diese fachlichen Schwerpunkte rd. 20% der ECTS auf 2 Semester verteilt, damit die notwendigen Inhalte vermittelt werden können.
Eine weitergehende öfnung des Studienganges für verwandte Wissensgebiete soll auch in Zukunft möglich sein., ist derzeit noch nicht vorgesehen.

Masterabschluss-Arbeit

Die Masterarbeit zeichnet sich im Vergleich zu einer Bachelor-Abschlussarbeit durch eine hohe Praxisrelevanz und ein höheres Anspruchsniveau aus. Sie wird - nach Möglichkeit - zusammen mit einem Praxispartner oder im Rahmen eines Forschungsprojektes geschrieben. In ihr sollen die auf allen Gebieten erworbenen Kenntnisse anhand einer konkreten Aufgabe zur Anwendung kommen. Der Umfang dieser Arbeit beträgt maximal 6 Monate, sie kann in Abstimmung mit dem Betreuer sowohl in Deutsch als auch in einer Fremdsprache verfasst sein.


Aufgaben und Einsatzgebiete

Prinzipiell können die Master-Absolventen in den selben Branchen zum Einsatz kommen wie die Bachelor-Absolventen, jedoch unterscheidet sich ihre Einsatzart. Auf Grund der tiefer gehenden fachlichen Qualifikation und der erworbenen theoretisch-analytischen Fähigkeiten eröffnen sich ihnen Berufsfelder, bei denen vor allem abstrakte und konzeptionelle Tätigkeiten gefordert sind. Von ihnen wird gegenüber den Bachelor-Absolventen ein deutlicher höherer Grad an eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit gefordert, der sie in die Lage versetzt, sich in einem nachfolgenden Promotionsstudium weiter zu qualifizieren, entsprechende Entwicklungs- und Forschungsarbeiten in der Industrie oder Forschungseinrichtungen eigenständig durchführen zu können sowie auch Fhrungsaufgaben zu bernehmen.
Beispiele für die Aufgaben, die ein Master erledigen kann aus dem Bereich, der momentan vom FB abgedeckt wird, (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) sind:

  • Produktentwicklung:Leiter der Konstruktion im Mittelstand, Projektleiter bei einem Anlagenbauunternehmen, Gruppenleiter im Großunternehmen
  • Automotive:Konzeption von Fahrwerken, Motoren und anderen Antriebslösungen, Entwicklung, verantwortliche Durchfhrung von Testprogrammen, Prototypenentwicklung, managen der Zulieferkette (Supply Chain Management)
  • Industrielle Produktion:Leitung der Logistik in einem mittelständischen Fertigungsunternehmen (Beschaffungslogistik, Produktionslogistik und Vertriebslogistik), Leitung des Produktionsbereiches eines mittelständischen Fertigungsunternehmens - hierzu gehört die Termin- und Kapazitätsplanung und -steuerung, Controlling und Qualitätssicherung
  • Prozesstechnik:Der Master konzipiert komplette verfahrenstechnische und energietechnische Anlagen. Er koordiniert die Realisierung, plant und überprft Termine, berwacht Kosten und Qualität. Im laufenden Betrieb kann er als Betriebsleiter oder Produktionsleiter eingesetzt werden. Hierbei ist er für die Anlagensteuerung verantwortlich, plant Instandhaltungsprogramme und muss mit Budgets und Investitionen umgehen.