HTW-Online Nr. 40

Ausgabe Juli 2007

Verleihung der begehrten DFHI/ISFATES-Diplome

Bis heute hat das DFHI/ISFATES 1895 Absolventinnen und Absolventen

Katja Jung, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Reiner Güttler, Leiter des DFHI

Das Deutsch-Französische Hochschulinstitut/Institut Supérieur Franco-Allemand de Techniques, d'Economie et de Sciences (DFHI/ISFATES) ist etwas Besonderes. Es wurde durch einen Staatsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich gegründet und bildet seit 1978 Studierende binational aus. Das aber vollintegriert, will heißen: jeweils 10 deutsche und 10 französische Studierende sind in einem Kurs und studieren von Anfang an gemeinsam. Dabei finden die beiden ersten Semester in Frankreich an der Université Paul Verlaine, Metz statt, das dritte und vierte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW), usw. Studierende beherrschen daher nicht nur die Sprache des jeweils anderen Landes, sondern haben die Hälfte des Studiums im Partnerland verbracht und  so die Mentalität und die Einstellungen des Nachbarn intensiv erlebt. Für Unternehmen, die im deutsch-französischen Raum agieren, sind die DFHI-Absolventen heiß begehrt, fast alle finden nach Studienende in kürzester Zeit eine Anstellung, viele sogar direkt aus dem Studium heraus.

Am 29. Juni 2007 hat der Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes gemeinsam mit dem Präsidenten der Université Paul Verlaine, Prof. Dr. Richard Lioger, und dem Rektor der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Prof. Dr. Wolfgang Cornetz, zur Verabschiedung des 27. Absolventenjahrganges des DFHI/ISFATES ins Ministerium geladen.

84 Absolventen konnten an diesem Tag feierlich verabschiedet werden. Staatssekretärin Dr. Susanne Reichrath betonte die Bedeutung des DFHI/ISFATES für die Landesregierung, die auch durch die wiederholte Ausrichtung der Feier im Ministerium unterstrichen würde. Durch die schon frühzeitig vollständig vollzogene Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse, so Reichrath weiter, habe das DFHI/ISFATES nicht nur seine Attraktivität gesteigert, es stelle erneut unter Beweis, dass es seiner Vorreiterrolle in Sachen deutsch-französischer Studiengänge mehr als gerecht werde und sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhe.

Cornetz und der Vizepräsident der Université Paul Verlaine, Prof. Dr. Gérard Michaux,  überreichten gemeinsam mit der Vertreterin der Deutsch-Französischen Hochschule, Ulrike Reimann, den Absolventen ihre Diplome (Diplom der HTW, Diplom der Université Paul Verlaine und das deutsch-französische Zertifikat der DFH).

Besonders geehrt wurde Emmanuel Viry, Studiengang Bauingenieurwesen DFHI, für seine hervorragende Diplomarbeit mit der Note 1,0. Er erhielt den mit 500 Euro dotierten Förderpreis des AGV Bau Saar (Arbeitsgeberverband der saarländischen Bauwirtschaft).

Viry hat in nur 3 Monaten Bearbeitungszeit für einen 15 Kilometer langen Abschnitt des im Entstehen befindllichen Gotthard-Basistunnels verschiedene Arbeitsverfahren hinsichtlich Logistik, Kosten und Zeitaufwand analysiert und hat ein Ergebnis abgeliefert, das wichtige Entscheidungen beim Bau dieses Jahrhundertwerkes maßgeblich beeinflusst hat.

Das DFHI/ISFATES: Zukunftsorientiert und nachgefragt

Deutsch-Französisch gilt dem einen oder anderen als out und gestrig. Die Erfolge der Absolventen sprechen hier eine andere Sprache. Dass das DFHI/ISFATES ein zukunftsfähiges und interessantes Studium anbietet, das bei den jungen Leuten ankommt, belegen eindeutig die Bewerberzahlen. In Betriebswirtschaft und im Maschinenbau konnte diese Jahr eine Steigerung verzeichnet werden, ebenso im Studiengang Europäisches Baumanagement, das seit dem Wintersemester 2005/2006 trinational mit dem Partner Universität Luxemburg angeboten wird. Die Logistik kann leichte Steigerungen verkünden, Elektrotechnik und Informatik sind von der Bewerberlage her gleich geblieben. Das DFHI/ISFATES hat wie die HTW auf Bachelor- und Master-Abschlüsse umgestellt, wobei die Master-Studiengänge zum Wintersemester 2008/2009 starten werden. Neben der inhaltlichen Restrukturierung wurden dabei auch hinsichtlich der Integration der Studiengänge an den verschiedenen Studienorten innovative Lösungen gefunden. So zeugt z.B. die Tatsache, dass ab WS 2007/08 nach einer gemeinsamen an beiden Studienorten praktizierten Studien- und Prüfungsordnung studiert wird – ein Novum bundesweit für deutsch-französische Kooperationen -, von der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit der beteiligten Partner.