BRIDGE – Kooperativ und grenzüberschreitend studieren

text  Judith Wörz

Brücke? Ja, das Projekt schafft Brücken zwischen zwei Lernorten (Unternehmen und Hochschule) sowie über nationale Grenzen hinweg.

Am Deutsch-Französischen Hochschul-institut (DFHI) bietet die htw saar zusammen mit der Université de Lorraine bereits viele grenzüberschreitende Studiengänge auf Bachelor- und Masterniveau an, die zu einem Doppel-abschluss führen (mehr als 500 eingeschriebene Studierende). Im Rahmen des Projekts BRIDGE werden Überlegungen getätigt, um dieses grenzüberschreitende Angebot zu ergänzen, indem die Zusammenarbeit mit Unternehmen während des Studiums weiter ausgebaut wird. Die grenzüberschreitende und interkulturelle Komponente soll hierbei auch während der Praxisphasen beibehalten werden, da die Studierenden die Chance haben, ihre Praxisphase in einem ausländischen Unternehmen innerhalb oder außerhalb der Großregion zu absolvieren. Das Ziel des Projekts BRIDGE ist es, ein grenzüberschreitendes und kooperatives Studium in der Großregion zu ermöglichen.

Hintergrund des Projektes

Bis Ende des Jahres 2022 wird die htw saar im Rahmen von BRIDGE mit weiteren vier beteiligten Hochschulen und Universitäten aus der Großregion zusammenarbeiten. Dies sind die Hochschule Trier, die Haute École Robert Schumann, die Haute École de la Province de Liège sowie die Université de Lorraine. Außerdem beteiligt sich ISEETECH, ein lothringisches Transferinstitut, an der Projektdurchführung. Zusätzlich unterstützen verschiedene strategische Partner das Projekt. Es handelt sich dabei um die Agentur für Arbeit des Saarlandes, die IHK des Saarlandes, die IHK Trier, die Deutsch-Französische Hochschule, Moovijob, Hénallux und die Region Grand Est. Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Interreg der Großregion gefördert.

Wie die hohe und weiter steigende Zahl der Grenzpendler zeigt, besteht in der Großregion ein hoher Bedarf an gut ausgebildeten und über die Grenzen hinweg mobilen Arbeitskräften. Die Groß-region zählte im Jahr 2019 ca. 250.000 Grenzgänger 1, was einem Zuwachs von 3,5 % zum Vorjahr entspricht. Dabei sind sowohl mangelnde fachliche Qualifikationen als auch sprachliche Barrieren relevante Mobilitätshindernisse. Bereits existierende grenzüberschreitende Studienangebote, wie die des DFHI, haben sich darin bewährt, qualifizierte und mobile Arbeitskräfte auszubilden.

Gleichzeitig ist in den letzten Jahren die Nachfrage nach kooperativen Studienangeboten sowohl von Seiten der Unternehmen wie auch durch die Studierenden gestiegen, um die praxisorientierte Ausbildung und frühzeitige Gewinnung von Arbeitnehmer*innen zu gewährleisten.

Projektziele

Das Projekt BRIDGE bietet Studierenden die Möglichkeit, ein kooperatives Studium in zwei oder mehreren Ländern der Großregion erfolgreich zu absolvieren. So werden sie während des Studiums sowohl fachlich als auch interkulturell ausgebildet und können ihre neu erlangten Kenntnisse in den Praxisphasen in Unternehmen anwenden.

Vor der Durchführung der grenzüberschreitenden und kooperativen Studienangebote muss noch einiges durchdacht werden. So müssen einerseits die rechtlichen und organisatorischen Ausgangssituationen analysiert werden, sodass Lösungen und Möglichkeiten für die Umsetzung eruiert werden können. Gleichzeitig ist eine gute Konzeptualisierung der Studiengänge grundlegend. Im Projekt geht es primär darum, bereits bestehende Studienangebote dahingehend zu modifizieren, dass sie kompatibel mit den grenzüberschreitenden und kooperativen Elementen sind. Die effektive Umsetzung von grenzüberschreitenden und kooperativen Studienmodellen wird daher voraussichtlich ab September 2021 möglich sein.

Bei einem solchen Vorhaben spielt die Sprache eine wichtige Rolle. Daher möchte das Projekt ein gemeinsames (digitales) Verzeichnis einrichten, um alle Sprachangebote, die von den beteiligten Hochschulen angeboten werden, bei ausländischen Studierenden bekannt zu machen. Gleichzeitig ist die Einrichtung eines E-Portfolios zur Dokumentation der Lernfortschritte beim Spracherwerb vorgesehen.

Zusammenarbeit mit Unternehmen

Das Projekt möchte ebenfalls auf die Bedarfe der Unternehmen und Institutionen in der Großregion eingehen, um ihrer Nachfrage an interkulturell aus-gebildeten und mobilen Arbeitskräften entgegenzukommen. Daher ist die Zusammenarbeit mit Unternehmen oder Institutionen elementar. Das Projekt setzt bei der Modifizierung der Studienprogramme auf einen engen Austausch mit Unternehmen, die solche Studienmodelle unterstützen wollen. Besonders grenzüberschreitend agierende Unternehmen werden hierbei eine wesentliche Rolle spielen. Ab September 2020 wird daher der Kontakt zu Unter-nehmen/Institutionen gesucht, um im Dialog gemeinsame organisatorische Lösungen zu finden.

Um den Prozess der Studiengestaltung und dessen Durchführung besser zu begleiten, werden regionale Arbeitskreise etabliert. Sie bestehen aus den beteiligten Hochschulen, strategischen Partnern und interessierten Unternehmen oder Institutionen. In einer ersten Phase unterstützen diese Arbeitsgruppen die Entwicklung der Studienangebote, indem Bedarfe, (rechtliche) Hindernisse und Anregungen der beteiligten Unternehmen diskutiert werden. Unternehmen/Institutionen haben die Möglichkeit, sich mit der Studienleitung der Partnerhochschulen auszutauschen und somit ein abgestimmtes Studien-programm zu entwickeln. Damit eine grenzüberschreitende Beständigkeit gewährleistet werden kann, gibt es jährlich ein grenzüberschreitendes Koordinationstreffen der Arbeitskreise. In einer späteren Phase begleiten die Arbeitskreise die Durchführung und die Betreuung der entwickelten Studiengänge, um etwaige Anpassungen durchzuführen.

Studienfächer

Zunächst werden die beteiligten Hochschulen Master-Studiengänge aus dem Bereich Technik und Management fokussieren. Es besteht die Möglichkeit, das Programm später auch auf andere Studienbereiche und auf Bachelor-Studiengänge auszuweiten.

Weitere Informationen unter www.bridge-gr.eu

Foto: Jonathan_Klok_Unsplash

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