EUR&QUA
Projektkurzbeschreibung

Die Projektidee
Administrative, juristische und kulturelle Hindernisse stehen aktuell einer Kontinuität von Hilfen und einer adäquaten Begleitung von Kindern und Familien im Wege. Diese zu kennen ermöglicht, innovative Wege zu beschreiten, um Formen der grenzüberschreitenden Begleitung zu etablieren und um, Professionelle und soziale Dienste diesseits und jenseits staatlicher, territorialer und sektorieller Grenzen zusammenbringen.

Die Projektorganisation
Aktionsfeld 1: kollaborative Aktions-Forschung
Vergleich diagnostischer Ansätze und Instrumente, von Verfahren der Meldung einer Kindeswohlgefährdung und der Entscheidung darüber, von Praxen der Orientierung und Evaluation, der Mediation, der Begleitung und der Hilfe. Vergleichende Analyse von Deontologien der Professionellen und des sozialen Sektors.

Aktionsfeld 2: Schaffung einer gemeinschaftlichen, grenzüberschreitenden und intersektoriellen Plattform
Die Plattform nutzt gute grenzüberschreitende Praxen für Verfahren der Begleitung bei Verwaltungen und Gerichten in den jeweiligen Ländern. Vernetzung von Diensten und Equipment, um eine Begleitung von Kindern und die Unterstützung von Familien im Bereich der frühen Kindheit, des Handicaps und in prekarisierten Situationen zu ermöglichen.

Aktionsfeld 3: Schaffung eines Masters in internationalem Kinderschutz
Die Synergien der Beteiligten können zur Professionalisierung genutzt werden, um Kompetenzen in der grenzüberschreitenden Begleitung von Kindern und Familien in prekären Situationen auszubilden.

Aktionsfeld 4: Kommunikation
Internetseite auf der ebenso die Resultate der Forschung (Aktionsfeld 1) präsentiert werden wie die Werkzeuge, die auf dem Hintergrund der gemeinsamen Plattform (Aktionsfeld 2) entstehen. Verbreitung des Wissens über einen Newsletter mit aktuellen grenzüberschreitenden Nachrichten im Bereich der internationalen Kinderrechte. Förderung von sozialen und pädagogischen Innovationen. Verbreitung von Rechtsprechungen im Feld der Anwendung internationaler Kinderrechte.

Die theoretischen Grundlagen
Die angestrebte geteilte Kultur der Professionellen bezieht sich auf eine Reihe von Theorien die in Bezug auf ihre Bedeutung für die Praxis reflektiert wurden. Sie werden erneut von den zukünftigen Projektpartnern diskutiert. Hierzu gehören Bindungstheorien, die mikro-soziale Ko-Edukation, sowie die Idee des Dienstleitungsdreiecks, Theorien elterlicher Kompetenzen und professioneller Ethik, ebenso wie Ansätzen zur Konstruktion professioneller Kompetenzen (Michel Chauvière, Yves Clot, Donald Schön, Patrick Maes). Material zur Ko-Konstruktion von Ausbildungsmodulen im Sinne der skizzierten Arbeitsweise ist verfügbar. Es kann für die Aktionsbereiche 1 und 2 genutzt werden und weiter für die Ausarbeitung einer universitären Ausbildung. Die grundlegende Idee ist, dass die Professionellen selbst im Prozess der Professionalisierung eine zentrale Rolle spielen, indem sie in Settings arbeiten, die eine kollektive Reflektion ermöglichen. Distanz zur eigenen Praxis gewinnen zu können, Denkschranken durch den Austausch „Immersion“ zu überschreiten und sich, durch den Kontakt mit Forschung, als praktisch forschend verstehen zu können, sind dabei wichtige Aspekte. Dies kann in kontinuierliche Fortbildungen münden. Weiterhin kann der von EUR&QUA angestrebte Prozess der Transformation von Praktiken in dem neu entstehenden grenzüberschreitenden Raum „Kinderschutz“ geschehen.