Forschungsgruppe INTOUS und SpoDest – Industriekultur, Gesundheit, Sport und Tourismus

Im Mai 2007 startete im Studiengang Internationales Tourismus‐ Management das Forschungsprojekt INTOUS. Ziel des Projekts war die Förderung von Industriekultur und Tourismus im Saarland unter besonderer Berücksichtigung neuer digitaler Medien.

Ansatz: Die industriekulturelle Vergangenheit kann in Verbindung mit Trendthemen wie Wandern, Gesundheit und Kulinarik Alleinstellungsmerkmal und Antriebsmotor für die Tourismusentwicklung im Saarland sein. Voraussetzungen dafür sind die wissenschaftliche Erforschung der Zielgruppen, die methodische Entwicklung von Angeboten, die Qualifizierung des Personals sowie die zielgruppengerechte Informationsvermittlung und Kommunikation.

Für das auf zwei Jahre angelegte Projekt INTOUS wurde ein zweistufiges Verfahren gewählt. Während im ersten Jahr die Analyse im Mittelpunkt stand, fokussiert die zweite Phase auf erste Umsetzungen im Rahmen von Pilotprojekten. Gemeinsam mit der Tourismus Zentrale Saarland wurde ein Portal konzipiert und mit Inhalten gefüllt. Eine Weiterführung findet sich unter: https://www.urlaub.saarland/Reisethemen/Kultur/Industriekultur2

Im Rahmen des Projekts zeigten sich Potenziale im Bereich des Medizintourismus basierend auf der im Saarland vorhandenen medizinischen Expertise. Im Rahmen eines dreijährigen (2008 ‐ 2011) vom BMBF geförderten Forschungsvorhabens wurden dazu umfassende Analysen durchgeführt.

2015 begannen Arbeiten im Sporttourismus mit einer Potenzialanalyse im Saarland. Die dort entwickelten Instrumente wurden weiterentwickelt und in unterschiedlichen Projekten im Ausland, u. a. Spanien, Finnland und Südafrika, eingesetzt. Ein Schwerpunkt bilden die Aktivitäten in Südafrika gemeinsam mit der Stellenbosch University und der Grootbos Foundation.

Ansatz: Aus Sicht der Tourismuswissenschaft bieten sich in Zusammenhang mit den Sportreisen unterschiedliche Forschungsansätze. Der erste adressiert Managementfragen, beispielsweise die Ermittlung der besonderen Bedürfnisse von Sportteams und eine entsprechende Entwicklung von Infrastrukturen und Dienstleistungen in der Destination sowie der Transport an den Zielort und vor Ort. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist die Produkt‐ und Preisgestaltung interessant, ebenso wie mögliche Marketingeffekte, die sich aus der Anwesenheit der Sportteams ergeben. Eine andere Perspektive, die zunehmend Berücksichtigung findet, ist jene, welche die gesellschaftliche Relevanz von Tourismus in den Mittelpunkt stellt. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Branche ist der menschliche Aspekt. Nur in der Medizin wird die Dienstleistung ähnlich nah am Menschen erbracht wie es im Tourismus der Fall ist. Steht in der Medizin zumeist der Körper im Vordergrund, ist es im Tourismus das Erleben in Kombination mit einer körperlichen Aktivität. Die Leistungen werden im Tourismus im Gegensatz zur Medizin nicht nur von den professionell in der Branche arbeitenden Menschen erbracht. Vielmehr findet Tourismus in der Öffentlichkeit, im Alltag und damit häufig im Leben von Menschen statt, die nichts damit zu tun haben.

Abb. 1: Anforderungen an Destinationen (Quelle: Heuwinkel)

Die Forschungsgruppe konnte weitere Praxisprojekte im Saarland akquirieren. Zu diesen gehören die Entwicklung eines Marktkonzepts für die Gemeinde Illingen, eine Studie zu Erfolgsfaktoren des Fahrradtourismus im Saarland sowie die Erstellung eines Gutachtens über industriekulturelle Netzwerke. Im Auftrag der Stadt Wadern wurden Besucherbefragungen durchgeführt.


Kontakt

Forschungsgruppe INTOUS
Hochschule für Technik und Wirtschaft
Waldhausweg 14
66123 Saarbrücken

Prof. Dr. Kerstin Heuwinkel

htw saar
Waldhausweg 14
66123 Saarbrücken
Betriebswirtschaftslehre, Tourismus - Management
Raum A-E-19
t +49 (0)681 58 67 - 546