Formen der Promotion

1. Individualpromotion: Der „Klassiker“

Bei der individuellen Promotion wird die Doktorarbeit in Betreuung bei einem einem/einer Professor/in, erstellt, ohne in ein organisiertes Programm mit verpflichtenden Ausbildungselementen eingebunden zu sein. Deswegen spricht man häufig von einem „Lehrer-Schüler-Modell“. Die Doktoranden promovieren am Lehrstuhl und sind abgesehen von der Betreuung durch den/die Professor/in, mehr oder minder auf sich allein gestellt. Entsprechend erfordert diese Form des Promovierens ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigenmotivation.

Innerhalb der Individualpromotion wird zwischen interner und externer Promotion unterschieden:

a) Interne Promotion

Bei dieser Form erhält der/die Promovierende eine bezahlte Anstellung am Lehrstuhl. Dies muss nicht zwingend ein Vollzeitvertrag sein. Häufig werden auch Teilzeitverträge mit den Professoren bzw. Fakultäten getroffen. In der Regel übernehmen die Doktoranden neben ihrer Forschungstätigkeit weitere Aufgaben am Institut bzw. am Lehrstuhl wie z.B. Lehrverpflichtungen, Klausuraufsichten und vorbereitende Klausurauswertungen. Sofern die Wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht über externe Forschungsprojektträger gefördert werden, können Doktoranden bis zu 6 Jahren beschäftigt werden.

b) Externe/freie Promotion

Bei einer externen Promotion erhält der/Promovend/Promovendin keine Anstellung, der/die Professor/in beschränkt sich auf die reine Betreuung der Doktor- bzw. Forschungsarbeit. Die externe Promotion ist vor allem im Bereich der Geisteswissenschaften verbreitet. Sie hat den Nachteil, dass der Promovend für die Zeit von 3 - 5 Jahren alternative Finanzierungsmöglichkeiten sicherstellen muss. Häufig beklagen die Doktoranden, dass ihnen der fachliche und menschliche Austausch mit anderen Doktoranden am Lehrstuhl bzw. in der Fakultät fehlt.



2. Strukturierte Promotionsprogramme

Bei strukturierten Promotionsprogrammen sind die Promovierenden in ein vordefiniertes Ausbildungsprogramm eingebunden. Sie besuchen meist eine bestimmte Anzahl an Veranstaltungen, legen regelmäßig Ergebnisse ihrer Forschungstätigkeit vor und nehmen auch an Fort- und Weiterbildungen (z.B. Seminare für wissenschaftliches Schreiben) teil.
Die Vorteile strukturierter Programme liegen in einem zügigen Ablauf des Programms; die Promotion wird i.d.R. innerhalb von drei Jahren abgeschlossen. Darüber hinaus sichert die strukturierte Ausbildung eine intensive Betreuung, eine frühe Integration in die Scientific Community und eine geregelte Finanzierung, z.B. über ein mit dem Promotionsprogramm verbundenen Stipendium oder eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Graduiertenkollegs und Graduiertenschulen zählen auch zu den strukturierten Programmen. Graduiertenkollegs sind meist kleinere, befristete Organisationseinheiten, in denen Wissenschaftler zu einem bestimmten Thema zusammen kommen. Graduiertenschulen hingegen sind größere Institutionen, der Uni angegliedert, thematisch/fachlich breiter aufgestellt und nehmen eine größere Anzahl von Promovierenden auf.



3. Promotionen im Ausland

Für Promotionen, die zum überwiegenden Teil oder komplett im Ausland erbracht werden, gelten spezielle Regelungen. In der Regel helfen hier die Auslandsämter der Universitäten weiter.



4. Binationale Promotion bzw. „Cotutelle Promotion“

Im binationalen Promotionsverfahren erwirbt der Doktorand bzw. die Doktorandin einen Doktorgrad, der von zwei Hochschulen in unterschiedlichen Ländern verliehen wird. 1994 setzte die französische Regierung mit der binationalen Promotion deutliche Impulse; entsprechend sind es häufig französische Partnereinrichtungen, mit denen Abkommen zu einem „Cotutelle de thèse“ bestehen. Die häufige Annahme, es würden mit einer binationalen Promotion gleich zwei Doktortitel erworben, trifft nicht zu.

Eine Cotutelle-Promotion ist vor allem für solche Nachwuchswissenschafter/innen von Bedeutung, die eine internationale Karriere anstreben und entsprechend eine wissenschaftliche Anbindung in die beteiligten Länder sicherstellen möchten.



5. Industriepromotion

Industriepromotionen sind eine interessante Alternative zur reinen akademischen Qualifikation, vor allem für Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler und einige mehr. Die Promotion wird im Unternehmen durchgeführt und dabei von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern betreut. Promovieren im Unternehmen bedeutet in aller Regel, dass das Thema für das Unternehmen interessant und sinnvoll sein muss und entsprechend vorgegeben wird. Dies schränkt die persönliche Themenwahl des/der Nachwuchswissenschaftlers /-wissenschaftlerin ein; positiv ist die Praxisnähe und die Verdienstmöglichkeiten während der Forschungstätigkeit.
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