Sophia Schröder



"Unterm Strich geht es darum, gemeinsam als Team zu arbeiten. Dann rückt das Geschlecht schnell in den Hintergrund."

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren?
Ich wusste leider überhaupt nicht, was ich machen wollte. Ich hatte allerdings das Gefühl, alle meine Freundinnen wissen es bereits, was mich etwas unglücklich gestimmt hat. Zu diesem Zeitpunkt zu entscheiden, was man den Rest seines Lebens machen soll, ist nicht leicht. Nach Gesprächen mit meinen Eltern hat sich dann für mich ergeben, dass es sich anbietet entweder BWL, Wirtschaftsingenieurwesen oder Maschinenbau zu studieren. Aus dem einfachen Grund heraus, dass man mit allen drei Studiengängen nicht für immer festgelegt ist. Viele verschiedene Richtungen sind möglich, mit einer soliden Grundausbildung mit guten Berufsaussichten. In allen drei Bereichen kann man jederzeit angepasst an die sich entwickelnden Interessen in den Bereichen Wirtschaft und auch Forschung seinen eigenen Weg einschlagen. Ich war eines der wenigen Mädchen, das in der Oberstufe Physik belegt hatte und in dem Fach ins Abitur gegangen ist. Trotzdem habe ich zunächst nur gelacht und gesagt „Ja, ist klar, ich und Maschinenbau! Ich, ein Mädchen im Maschinenbau“. Alles was meine Eltern dann gesagt haben, war nur „Warum nicht?! Aus welchem Grund solltest Du das nicht machen?“. Daraufhin sind mir einfach keine Gegenargumente eingefallen. Denn sie hatten Recht, es gibt keinen Grund, warum Mädchen weniger mit Technik zu tun haben sollten als Männer.

Welche praktischen Erfahrungen hatten Sie bereits vor oder während des Studiums gesammelt?
Ich habe drei verschiedene Orientierungspraktika in den Schul- und Semesterferien absolviert. Bei HYDAC Fluidtechnik GmbH in der Abteilung Versuch, bei der HYDAC FluidCareCenter GmbH in der Abteilung Dieselfiltration und bei der HYDAC Technology LTD. in England in der Abteilung Konstruktion & Entwicklung.

Wo und in welcher Position arbeiten Sie?
Ich bin technische Verkaufsberaterin bei HYDAC Fluidtechnik GmbH. Meine Aufgaben sind die technische Betreuung und Beratung von Kunden sowie Verkaufsunterstützung der Außenbüros. Außerdem führe ich Produktschulungen durch und führe Interessierte durch den Betrieb, um kundenspezifische Lösungen zu erarbeiten. 

Welche besonderen Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Interessen braucht man für Ihren Beruf?
Technische Grundlagen/Fachbegriffe in Hydraulik und Mechanik für das Verständnis und Erklären von technischen Problemstellungen und Finden von Lösungen für die Probleme, aber auch kommunikative Fähigkeiten. Man ist die kommunikative Schnittstelle zwischen den internen Abteilungen (Versuch, Konstruktion, Produktion und Einkauf) und den Kund*innen. Aufgrund der unterschiedlichen Problemstellungen müssen unterschiedliche Bereiche involviert werden. Bei uns laufen aus allen Bereichen alle Informationen zusammen und werden gebündelt als eine Information den Kund*innen mitgeteilt.

Welche Erfahrung haben Sie bisher mit dem Arbeiten in einem MINT-Beruf gemacht?
Der ein oder andere komische Kommentar kommt vor, z. B. warum man als Frau ausgerechnet diesen Beruf macht. Oder ich bekomme zu hören „Hallo, können Sie mich an jemanden weiterleiten der Ahnung hat?“, ohne dass derjenige weiß, ob ich Ahnung habe oder nicht. Aber da muss man einfach drüberstehen und das ignorieren oder taff antworten: „Mit der Person sprechen Sie gerade“. Immer höflich bleiben und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Ich merke aber auch, dass Frauen in den technischen Bereichen immer mehr akzeptiert werden. Ich vermute, das war früher viel schwieriger. Jetzt ist es oft so, dass viele Personen sich freuen, dass auch mal weiblicher Input und Unterstützung kommt. Ich habe viele Kolleginnen mit technischem Hintergrund und Aufgabenstellungen. Von daher ist der Einstieg nicht so schwer gewesen. Alle Kolleg*innen sind offen und freundlich und auch immer hilfsbereit. Unterm Strich geht es darum, gemeinsam als Team zu arbeiten. Dann rückt das Geschlecht schnell in den Hintergrund.

Welche beruflichen Ziele haben Sie?
Ich bin immer offen für Neues und freue mich über alle Fortbildungen und Produktschulungen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Später kann ich mir auch mehr Verantwortung im Bereich Projektbetreuung und sogar auch Personalverantwortung vorstellen.

Welchen Rat haben Sie für Schülerinnen im Hinblick auf ein MINT-Studium?
Praktika in verschiedenen Bereichen, das ist unglaublich hilfreich. Außerdem sollte man sich die Frage stellen „Was spricht dagegen, dass ich das machen soll oder warum ich das nicht machen kann?“ Dann wird man schnell feststellen, dass es keine Argumente gegen dieses Studium gibt. Und „Ach, das mit der Mathematik… ich weiß nicht, das kann ich bestimmt eh nicht“ das zählt nicht! :) :)

In Ihrer Freizeit beschäftigen Sie sich am liebsten mit…
Sport (Ballett, Yoga, Jazz Dance, BBP), Renovieren und Einrichten/Dekorieren der Wohnung, Familie & Freunde treffen und Essen & Trinken --> ganz normale „Mädchensachen“ eben :)

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