Toska Karthein



"Seid selbstsicher und zeigt die Frauenpower in euch."

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren?
Schon in der Schule hatte ich eine Neigung zu Mathematik und habe daher in der Mittelstufe den naturwissenschaftlichen Zweig gewählt. Bei der Auswahl meines Studiengangs habe ich deshalb ein Fach gesucht, bei dem das analytische Denken im Vordergrund steht. Außerdem sollte das Themengebiet abwechslungsreich und zukunftsorientiert sein. So habe ich mir die Modulhandbücher verschiedener mathematik basierter Studiengänge genauer angeschaut. Dabei hat sich relativ schnell herausgestellt, dass mich das breitgefächerte Studium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen am meisten interessiert. Zuerst hatte ich Bedenken, dass die technischen Module zu komplex sein könnten, da ich mich bis dato nicht vorrangig mit Maschinen und Fertigungsabläufen auseinandergesetzt hatte. Allerdings hat sich während das Studiums sehr schnell gezeigt, dass ich gerade in diesen technischen und ingenieur-wissenschaftlichen Modulen die besten Leistungen erzielte. Heute bin ich stolz darauf, dass ich die Prüfungen alle so erfolgreich gemeistert habe und dass ich mich heute Ingenieurin nennen darf. Außerdem habe ich festgestellt, dass einer selbstbewussten Frau mit einem fundierten, technischen Wissen großer Respekt gezollt wird.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Studienfach?
Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ist inhaltlich sehr breitgefächert. Neben den technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen des Ingenieurwesens lernt man auch die wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Themen der Wirtschaftswissenschaften vertieft kennen. Wahlmodule bieten in diesem Zusammenhang eine optimale Chance, sich bereits vor dem Berufsstart „weiterzubilden“. Im Bachelorstudium habe ich beispielsweise die Themen der Prozessoptimierung und Qualitätssicherung für mich entdeckt. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und globalen Vernetzung müssen Unternehmen flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Diese Herausforderung gilt es immer wieder aufs Neue zu lösen.

Sammeln Sie begleitend zu Ihrem Studium bereits Praxiserfahrungen?
Zu meinem Studiengang gehörte ein Pflichtpraktikum . Während dieser Zeit kann man erste, wertvolle Berufserfahrungen sammeln und einen Einblick in eine der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten erhalten. Meine Praxisphase absolvierte ich bei ZF Friedrichshafen AG in der Qualitätsabteilung und bei standortübergreifenden Projekten. Dabei konnte ich mein theoretisches Wissen zur Prozessoptimierung inein anwendungsnahes Projekt einfließen zu lassen. Das Thema meiner Bachelorarbeit umfasste dann die Optimierung von Schlüsselprozessen der ZF-Wareneingangsprüfung mit digitalisierender und wirtschaftlicher Ausrichtung auf eine Null-Fehler- Produktion. Da die Ausarbeitung meiner Bachelorarbeit so erfolgreich war, wurde mir angeboten die Implementierung der neuen Prozesse in einem neuen Werk in Ungarn zu begleiten. Ich habe diese Möglichkeit, die mir der Automobilzulieferer bot, natürlich direkt angenommen. Durch diese Erfahrung im Ausland konnte ich einerseits meine Englischkenntnisse und Teamfähigkeit unter Beweis stellen und andererseits meine Kommunikationsfähigkeit und Selbständigkeit in fachspezifischen Themen verbessern. 
Darüber hinaus arbeitete ich als studentische und wissenschaftlichen Hilfskraft (HiWi) an der htw saar. Dabei konnte ich sowohl in die Lehre als auch in die Forschung Einblick gewinnen. So war ich z. B. Mentorin im Erstsemester-Mentoringprogramm und unterstützte außerdem bei der Erstellung von Online-Lehrmaterial zum Thema „Webbasiertes Wissensmanagement“. In meiner aktuellen HiWi-Tätigkeit befasse ich mich im Team mit der digitalen Konstruktion und Montage eines 3D-Druckers. Durch diese Forschungstätigkeit konnte ich mir umfassende handwerkliche und kreative Fähigkeiten aneignen.
 
Welche beruflichen Ziele haben Sie?
Ich strebe einen Job an, der mir Spaß macht und bei dem ich mich in Projekte vertiefen kann. Mir ist es wichtig, dass ich die Fortschritte nach meinen persönlichen Meilensteinen erkennen kann. Ich kann mir auch vorstellen, eines Tages eine Gruppe von Mitarbeitenden zu leiten und umfassende Projekte zu übernehmen. Um meine Potentiale gänzlich ausschöpfen zu können, bin ich darüber hinaus offen für neue Geschäftsbereiche und Projekte. Gerne erarbeite ich im Team maßgeschneiderte Lösungen,  zukunftsfähige Produktentwicklungen sowie effiziente Systeme für Technologien von morgen.
 
Welchen Rat haben Sie für Schülerinnen im Hinblick auf ein MINT-Studium?
Da ich mich nicht direkt für einen bestimmten Studiengang entscheiden konnte, habe ich vor meinem Abitur zahlreiche Vorlesungen von verschiedenen Studiengängen besucht und mich vor Ort mit den Studierenden unterhalten. Durch den direkten Kontakt mit jungen Leuten aus dem Fachbereich erhält man subjektive Antworten auf ungeklärte Fragen. Dies hat mir in meiner Entscheidungsfindung unglaublich geholfen. Außerdem habe ich mir das Modulhandbuch, das die Vorlesungsinhalte aller Fächer auflistet und erklärt, genau angeschaut. Dadurch erhält man bereits einen Überblick über den Lehrstoff. Darüber hinaus kann ich nur empfehlen, Praktika zu absolvieren. Jede Erfahrung, ob positiv oder negativ, bringt einen persönlich weiter und macht die nächste Entscheidungsfindung etwas leichter. Durch den Praxisbezug lässt sich einerseits der Lehrstoff im Studium besser verstehen. Andererseits können die theoretischen Kenntnisse in der Anwendung vertieft werden. Außerdem kann man über diesen Weg erste Kontakte knüpfen und sich ein Netzwerk aufbauen. Mit etwas Glück trifft man eine Mentorin oder einen Mentor, die oder der einen inspiriert und ein Stück auf dem Weg begleitet. 
Das Studium in Wirtschaftsingenieurwesen passt, wenn man gerne kreative Lösungen zu komplexen Problemstellungen erarbeitet.  Also traut euch und entfaltet eure Talente! Dinge, die einem Spaß machen, sind es auch wert gefördert zu werden. Die Erfahrung zeigt, dass Studentinnen ebenso gute Ergebnisse erzielt haben, wie die männlichen Kommilitonen.  Also seid selbstsicher und zeigt die Frauenpower in euch.
 
In Ihrer Freizeit beschäftigen Sie sich am liebsten mit...
Tanzen, Kochen, Reisen.
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