Profilbild

Foto: Oliver Dietze


Zwei Projekte der htw saar mit dem Landeslehrpreis ausgezeichnet

Am 7. März 2016 wurden im Rahmen einer Feierstunde in der saarländischen Staatskanzlei die Landespreise Hochschullehre 2015 verliehen. Der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) wurden diese Jahr zwei der drei begehrten Auszeichnungen verliehen. Beide Projekte der htw saar steigern die Motivation der Studierenden und fördern so einen spürbar größeren Lernerfolg.

Gamification in der Lehre – vom Spiel als Motivator

Prof. Dr. André Miede und Prof. Dr. Enrico Lieblang haben mit einem studentischen Team in ihrem Projekt „Förderung des Studierverhaltens durch Gamification“ diesen Ansatz für die htw saar umgesetzt und erleichtern so den Erstsemestern den Einstieg in die Hochschulwelt – auf eine moderne und didaktisch fundierte Art und Weise.

Bei der Gamification werden Handlungsmuster aus digitalen Spielen in einem spielfremden Kontext angewendet. Spieltypische Elemente wie Quests (Aufgaben), Erfahrungspunkte, Highscores, Fortschrittsbalken, virtuelle Güter und Auszeichnungen erleichtern den ersten Kontakt mit der Hochschulwelt und motivieren über das komplette Studium hinweg. Mit der Visualisierung des Studienfortschrittes kann der Student sein Vorankommen klar erkennen. Darüber hinaus erzeugt die App eine soziale Komponente – die Zugehörigkeit zu einem Orden erlaubt Kontakte über die Semester hinweg und bietet vielfältige Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig mit Informationen und Ideen zu unterstützen.

Der didaktische Ansatz steht und die Technik ist überprüft - im nächsten Schritt geht es an die Umsetzung über die Testumgebung hinaus. Die Verleihung des Landespreises Lehre für dieses Konzept kann hier nur beflügelnd wirken.

Den Bürger mitnehmen – Partizipation als Lehrprojekt

Mit ihrem Projekt „Die Gestaltung der Ortsmitte“ hat Prof. Eve Hartnack ihren Studierenden nicht nur den in der Architektur immer stärker beachteten Ansatz der Partizipation vermittelt. Die Bearbeitung eines konkreten Projektes unter Beteiligung der Bürger motiviert ganz anders als das Bearbeiten eines fiktiven Problems.

Im Studium der Architektur gibt es in jedem Studiensemester ein zentrales Entwurfsprojekt. Prof. Hartnack verfolgt in der Vorlesung „Entwerfen im Bestand“ einen partizipativen Lehransatz. Die Aufgabenstellungen sollen realen Gegebenheiten angepasst sein und für die Studierenden soll der Wert der gestalteten Lebens- und Wohnräume erlebbar werden. Im Kontakt mit  Menschen, die die Räume bewohnen, wird das eigene Schaffen prüfbar, der partizipatorische Ansatz gelebt.

Die Ortsmitten der saarländischen Gemeinden leiden mehr und mehr unter Leerstand. Sie verdienen Aufmerksamkeit und sind geradezu prädestiniert für den partizipatorischen Ansatz, weil die Menschen, die sie bewohnen, ein starkes Interesse an der Belebung ihres Stadtteils haben. Bei gemeinsamen Veranstaltungen ist es möglich, unbefangen Wünsche und Ziele zu diskutieren, es gibt keine Fehler, keine überstürzten Entscheidungen, keine Befürchtungen, die bei professionellen Planern schnell aufkommen. Es gibt offene Gespräche, hitzige Debatten und extreme Planungsvarianten. Als das macht es möglich, herauszufinden, was wirkliche Qualität für einen Ort bringen könnte.

Der Ansatz von Hartnack bereichert die Lehre in mehrfacher Hinsicht: die Studierenden arbeiten an realen Projekten mit überschaubaren Aufgabenstellungen und sie arbeiten im Kontakt mit Bürgern in Situationen wie mit realen Auftraggebern. Sie erlenen den Umgang mit heterogenen Gruppen und deren unterschiedlichen Sichtweisen. Und manchmal stößt ihre Arbeit den Prozess zur Belebung der Ortsmittte an. Die Ergebnisse der Studienarbeiten sind eine erste Grundlage, um potentielle Investoren zu finden, die in der Folge wiederum Architekten mit einer realen Planung beauftragen können.


 

Foto: Oliver Dietze

Foto: Oliver Dietze