„Risiko wagen, bedeutet wachsen“ - DAAD-Preisträgerin ist Vorbild für erfolgreiches Studieren

Am 29. Oktober 2014 wurde im Rahmen der Willkommensfeier für die an der htw saar neu beginnenden ausländischen Studierenden der DAAD-Preis für herausragende akademische Leistungen vergeben. Geladen waren 86 Regelstudierende im ersten Semester, 63 DFHI-Regelstudierende, die ihren Studienabschnitt in Saarbrücken beginnen sowie 44 Austauschstudierende von Partnerhochschulen.
Ganz im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stand eine junge Dame, die durch ihr Wesen, ihr Engagement und ihren Kampfgeist eine absolute Ausnahmepersönlichkeit darstellt. Narsis Salafzoon, Master-Studentin im Studiengang Biomedizinische Technik, bekam vom Rektor der htw saar, Prof. Dr. Wolrad Rommel, den Preis im Wert von 1.000 Euro überreicht.

Um sie mit den Worten ihres betreuenden Professors Dr. Dr. Daniel Strauss zu beschreiben: „Wenn im dunklen Labor ohne Fenster die Tür morgens aufgeht und Frau Salafzoon kommt in bunten Kleidern lächelnd herein und sagt: 'Ich habe heute Nacht von der Arbeitsgruppe geträumt und ich fühle mich richtig gut dabei', gibt es was schöneres?"
Strauss fing seine Laudatio bewusst nicht bei den studentischen Leistungen oder dem sozialen Engagement der Preisträgerin an, und als Salafzoon später ihre Ansprache hielt, wurde auch klar warum er dies tat: Er lobte zunächst ihre Persönlichkeit und Warmherzigkeit, mit der sie ihre Mitmenschen in ihren Bann zieht.


V.L.n.R.: Prof. Dr. Wolrad Rommel, Narsis Salafzoon, Prof. Dr. Dr. Daniel Strauss

Geboren wurde Salafzoon 1980 in Schiraz, der Kulturhauptstadt Persiens. Nachdem sie in Isfahan Mathematik studiert hatte, arbeitete sie zunächst im Iran als Mathematiklehrerin. 2007 kam in ihr der Wunsch auf, im Bereich der medizinischen Technik zu studieren und da die htw saar bereits damals Biomedizinische Technik sowohl für Bachelor als auch für Master anbot, machte Salafzoon sich 2008 auf den Weg nach Deutschland. Nachdem sie die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) ohne jegliche Vorkenntnisse hervorragend bestanden hatte, begann sie 2009 mit dem Bachelor-Studiengang an der htw saar, den sie in der Regelstudienzeit absolvierte. Um ihr Studium finanzieren zu können, arbeitete sie neben der ZF, Ford und weiteren Unternehmen auch als Aushilfe in einem Friseursalon. Hier kam ihr die Lehre zur Friseurin zugute, die sie noch vor der Abreise aus ihrer Heimat abgeschlossen hatte.

Während ihres anschließenden Master-Studiums arbeitete sie an mehreren wissenschaftlichen Veröffentlichungen mit und zeigte laut Strauss ein bewundernswertes Interesse an ihrem Fach, das sich in der freiwilligen Teilnahme an mehreren Experimenten und Seminaren außerhalb des Vorlesungsplanes äußerte. Nebenher engagiert sie sich als Nachhilfelehrerin für Mathematik und knüpfte zudem Kontakte mit Neurowissenschaftler(inne)n aus verschiedenen Ländern (z.B. USA, Malaysia). Seit August 2013 ist Salafzoon aktives Mitglied im Beirat für Frauenfragen wie auch im Fakultätsrat der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der htw saar. Mit der gleichen Leidenschaft setzt sie sich privat für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden ein und ist aktives Mitglied in mehreren Organisationen. So steht sie auch im E-Mail-Kontakt mit Nazanin Afshin-Jam, der Frau des Kanadischen Verteidigungsministers, die sich global für Menschenrechte einsetzt. Für die Master-Arbeit reiste sie in die USA, um dort im renommierten Hatsopoulos Lab der Universität Chicago zu arbeiten. Man kann bereits verkünden, dass ihre Endnote unter 1,5 liegen wird und sie trotz all ihrer Aktivitäten zu den Besten ihres Studienjahrganges gehört.

Salafzoon trat selbstbewusst und voller Überzeugung vor das Publikum, als sie den DAAD- Preis für ihre herausragenden akademischen Leistungen und ihr bemerkenswertes gesellschaftliches und interkulturelles Engagement entgegen nahm.

Sie erinnerte sich an die Abreise aus ihrer Heimat: „Als ich im Flugzeug saß - mit Tränen in den Augen - wünschte ich mir, dass ich mein Studium erfolgreich abschließen und zu meiner Familie zurückkehren würde. Heute bin ich froh, dass mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist".
Salafzoon fand für ihre Eltern herzliche Worte und betonte, dass sie ohne deren Unterstützung nicht hier sein könnte. Sie bedankte sich auch beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der htw saar für die vielen Möglichkeiten, die diese Hochschule auch den ausländischen Studierenden bietet, und besonders bei Professor Strauss, der sie für den Preis nominiert hatte: „Dieser Preis gehört nicht nur mir, sondern allen Menschen, die irgendwann, irgendwo, irgendwie in meinem Leben eine Rolle gespielt haben und spielen".

An die anwesenden Studierenden gewandt, sagte sie, es sei enorm wichtig, Ziele zu haben, aber noch wichtiger sei das Verantwortungsgefühl gegenüber diesen Zielen. „Wenn sie ihre Ziele wirklich erreichen wollen, müssen sie sich trotz aller Schwierigkeiten mit 100% Energie bis zur letzte Minute bemühen. Und wenn Sie ein Ziel nicht erreichen können, sind Sie nicht verloren. Sehen Sie es als Lehre - stehen Sie auf und versuchen Sie es erneut. Und eines noch: Risiko wagen, bedeutet wachsen - ohne Risiko kann man keine Karriere machen". Salafzoon ist ein Musterbeispiel dafür, was ausländische Studierende innerhalb weniger Jahre in Deutschland erreichen können. Dennoch bleibt sie mit ihren Leistungen eine Ausnahmestudentin.

Im Rahmen der "DAAD-Förderung für exzellente ausländische Studierende" würdigte Andrea Roth-Bastian vom International Office der htw saar zwei weitere Studierende, die sich durch ihre besonderen Leistungen während des Studiums ausgezeichnet hatten. Die Urkunden gingen an Mostafa Chafi (Master Wirtschaftsingenieurwesen) und Julia Rühmkorff geb. Macievskij (Master Engineering und Management / Maschinenbau), die sich bei ihren betreuenden Professoren für das persönliche Engagement bedankten, und damit auch auf den Betreuungsaufwand der einzelnen Tutor(inn)en aufmerksam machten, den es lobend zu erwähnen gilt.

Auch im Rahmen des DAAD-STIBET-Programms wurden vier Studierende geehrt. Der AStA-Referent für internationale Studierende, Abdallah Qubala, überreichte die Urkunden an Abdeladim Zokri (Biomedizinische Technik), Yassine Elhabbache (Biomedizinische Technik), Sahar Ait Mazouz (Internationale Betriebswirtschaft) sowie Micky Willy Mbiakop Heuteng (Mechatronik), der in seiner Dankesrede den Grund all dieser Auszeichnungen auf einen Punkt brachte: „Heutzutage braucht man nicht nur gute Noten sondern auch engagierte Studierende".


Der Rektor der htw saar mit allen Preisträger(inne)n

 

Das International Office und das ASTA-Referat für ausländische Studierende vergeben aus Mitteln des Stipendien- und Betreuungsprogramms (STIBET) Stipendien an htw saar-Studierende. Diese richten sich an Bildungsausländer an der htw saar, die sich durch Engagement im internationalen Kontext in ihrem Studiengang und/oder an der Hochschule auszeichnen.

In einem fremden Land zu studieren oder zu arbeiten und fernab der Heimat mit einer fremden Sprache konfrontiert zu werden, ist immer eine große Herausforderung - überall auf der Welt. Im Wintersemester 2013/14 waren 690 Bildungsausländer(innen) aus über 60 Nationen an der htw saar eingeschrieben. Um ihnen das Gefühl zu nehmen, fremd zu sein, bietet unsere Hochschule verschiedene Programme an. Vor allem aber das International Office bietet den Studierenden viele Möglichkeiten, wie z.B. Deutschkurse, Bewerbungsworkshops, Exkursionen und kulturelle Veranstaltungen.

In seiner Ansprache hieß Rommel die neuen ausländischen Studierenden an der htw saar willkommen und kündigte sein Ziel an, die Hochschule in den kommenden Jahren noch internationaler auszurichten, als sie bereits ist. Er wünschte den Studierenden, dass sie „erfolgreich sind und sich hier wohl fühlen. Wir würden uns freuen, wenn Sie dieses Studium in guter Erinnerung behalten und viel gelernt haben für das Berufsleben".

Auch Günter Kiefer, Vertreter der Staatskanzlei, begrüßte die Studierenden und gratulierte ihnen mit den Worten „da die htw saar schon immer sehr stark international ausgerichtet war, haben Sie mit Ihrem Studienplatz eine gute Wahl getroffen". Kiefer sieht in diesen Studierenden auch eine große Bereicherung für die htw saar und für das Saarland im Allgemeinen. Er hofft, dass alle Absolvent(inn)en, wo auch immer sie nach ihrem Studium hin gehen, Botschafter(innen) des Saarlandes werden.

Am Ende der Veranstaltung verursachte die Verlosung von fünf Gutscheinen im Wert von 100 Euro eine aufgeregte Stimmung unter den Studierenden. Auch Salafzoon durfte Glücksfee spielen und die Namen zweier Gewinner(innen) ziehen - und an ihrem Lächeln sah man, dass sie es mit Überzeugung tat.

 

Hintergrund DAAD-Preis

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt jedes Jahr aus Mitteln des Auswärtigen Amtes Gelder für die Verleihung des DAAD-Preises für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an den deutschen Hochschulen zur Verfügung. Die htw saar bewirbt sich jedes Jahr um diese Mittel.

Der Förderbetrag für den DAAD-Preis ist auf 1.000 EUR festgesetzt.

Mit diesem Preis sollen ausländische Studierende ausgezeichnet werden, die sich durch herausragende akademische Leistungen und bemerkenswertes gesellschaftliches und interkulturelles Engagement hervorgetan haben.

Der DAAD-Preis wird seit 2006 alljährlich an der htw saar verliehen und zum 9. Mal in Folge werden ausländische Studierende für ihre exzellenten Leistungen und ihr besonderes Engagement ausgezeichnet. Die Kandidaten für den Preis werden von den Professorinnen und Professoren der htw saar vorgeschlagen. Die Auslandsbeauftragten der Hochschule berieten in einer Auswahlsitzung über die Vorschläge.

Wer kann einen DAAD-Preis erhalten?

  • Ein/e Bildungsausländer/in, der/die an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist (keine Gast- bzw. Austauschstudierenden),
  • sich im fortgeschrittenen Stadium des Bachelor- (mindestens 2. oder 3. Studienjahr) bzw. Masterstudiums (mindestens 2. Semester) befindet
  • gute Studienleistungen erbringt und
  • sich gesellschaftlich-sozial oder interkulturell engagiert.

Wer entscheidet über die Preisvergabe?

Die Auslandsbeauftragten treffen eine Vorauswahl und nominieren die geeignete/n Kandidat(inn)en in ihrem Studienbereich. In einer Sondersitzung des Arbeitskreises Internationales wird dann der/die Preisträger/in ausgewählt.

Weitere Informationen


Eingereicht von:

Mike Herrmann, M.A.

htw saar
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Malstatter Straße 17
66117 Saarbrücken
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Raum 11.02.04
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