Die eigene Geschäftsidee mit viel Coaching und ohne Risiko verwirklichen? 27 Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) und der Universität des Saarlandes nutzten dazu im Wintersemester 2020/21 das Projekt „5 Euro StartUp“. Mit einem symbolischen Startkapital von fünf Euro haben sie in einem Semester ein eigenes Unternehmen geplant, aufgebaut und am Markt getestet. Prof. Dr. Malte Beinhauer, wissenschaftlicher Leiter des Projekts: „Mit dem „5 Euro StartUp“ können Studierende aller Studienrichtungen auf realistische Weise ihr unternehmerisches Denken und Handeln schulen. In einem Team gemeinsam eine Geschäftsidee verwirklichen, Pläne aufstellen, sie verfolgen und umsetzen, dabei Durststrecken und Konflikte erfolgreich bewältigen – das alles hilft, den eigenen Charakter zu formen und zu stärken.“

Unter Corona-Bedingungen ist für die Teams vieles anders: Die Zusammenarbeit im Team, mit potenziellen Kunden und Coaches verläuft virtuell. Auch in der Marktforschung und im Vertrieb müssen neue Wege gefunden werden, da der traditionelle Test auf dem Saarbrücker Christkindlmarkt oder die Befragung der Kommilitonen vor Ort in dieser Runde des 5 Euro Startups keine Option waren. Neue, kreative Ideen zur Kompensation waren gefragt.

Auch das Organisationsteam aus Prof. Dr. Malte Beinhauer und Ulrike Reintanz (htw saar) sowie Vertretern der Sparkasse Saarbrücken und der SIKB, waren gefragt, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Es galt ein neues Format für die Abschlussveranstaltung zu finden. Herausgekommen ist eine Lösung, die jedem Gründer-Team einen virtuellen Marktplatz zur Verfügung stellt, um optimal das eigene Produkt vorstellen zu können und gleichzeitig ein Plenum für die Begrüßung und die Preisverleihungen am Ende der Veranstaltung.

Seit Mitte Dezember befanden sich die acht teilnehmenden Teams nach einer mehrwöchigen Theoriephase mit ihrem Unternehmen am echten Markt. Ende Januar haben sie die Geschäftstätigkeit beendet und einen Geschäftsbericht abgegeben. Von der Prototyperstellung über die Finanzierung und das Marketing bis hin zum Verkauf mussten die Teams viele Entscheidungen treffen. Praktisches Feedback zu allen Fragen der Unternehmensführung erhielten sie die Projektzeit hindurch von ihren Coaches, erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Saarland. Diese teilten ihre Erfahrungen aus dem gelebten Unternehmensalltag mit den Teams.

Am 1. Februar 2021 schließlich stellten sie ihre Projekte vor. Auf virtuellen Messeständen bewerteten die Juroren die Projektideen. Zusammen mit dem Geschäftsbericht bot sich den Juroren ein rundes Bild der unternehmerischen Leistungen.

Die Sparkasse Saarbrücken und die Saarländische Investitionskreditbank (SIKB) unterstützen das Projekt der htw saar von Anfang an. Sie stellen dabei nicht nur Preisgelder zur Verfügung, vielmehr konnten die Studierenden in allen Phasen des Projektes auf das umfassende Know-how beider Institute zurückgreifen. Mit Preisgeldern von insgesamt 2.000 € prämieren die Sparkasse Saarbrücken und die SIKB die erfolgreichsten und kreativsten Teams. Die Sparkasse Saarbrücken vergibt einen Nachhaltigkeitspreis, die SIKB lobt einen Innovationspreis aus. Beide Preise sind mit jeweils 500 dotiert. Als Hauptprämie verleihen beide Institute gemeinsam den auf 1.000 € dotierte Hauptpreis für das beste Geschäftsmodell.

Mit dem Preis „Bestes Geschäftsmodell“ (dotiert mit 1.000 €) wurde das Team Praktikabel ausgezeichnet.

Clean A konnten die Jury in Punkto Innovation überzeugen, Green Dibbe sicherte sich den Nachhaltigkeitspreis. 

Alle Teilnehmenden haben im Projekt „5 Euro StartUp“ gelernt, dass theoretisches Wissen eine gute und wertvolle Basis darstellt, die Realität jedoch mit unerwarteten Details aufwartet. Die Studierenden konnten herausfinden, wie teamfähig sie tatsächlich sind und ob sie sich als Chef oder Chefin eignen. Beides sind wichtige Kompetenzen, die in der Arbeitswelt – ob Angestellter oder Selbstständiger – nachgefragt sind.



Hintergrund: Die Finalisten-Teams und ihre Geschäftsideen

1.) Praktikabel by BoRx

Johanna Marx, Christian Boiger

Wie bringt man Ordnung in den Kabelsalat? Dieses Problem will das Team mit ganz speziellen Disks lösen. Jedes Kabel, egal ob vom Tablet, Laptop oder Smartphone, wird zukünftig auf speziell anpasste Disks aufgewickelt und ist so bruchsicher verwahrt. Die Disks selbst lassen sich mit Magneten verbinden, so dass auch sie übersichtlich und ordentlich verstaut werden und bei Bedarf auch schnell wieder zur Hand sind.

2.) CleanA

Annika Allgeier, Anna Holzer, Carolin Freude

Der Gelbe Sack wird abgeschafft und durch die gelbe Tonne ersetzt. Leider hat sie aber ein begrenztes Volumen. Damit dies aber optimal genutzt werden kann, will das Team einen neuen Typus von Mülleimer kreieren, der den Plastikmüll mit einer eingebauten Presse auf das kleinstmögliche Volumen komprimiert.

3.) help4parents

Maximilian Laudwein, Gawan Chekh Nabo, Marco Peters, Sarah Schnoor

Home-Schooling wird auch zukünftig eine Rolle spielen und damit viele Eltern vor vielfältige Herausforderungen stellen. Zumindest bei technischen Fragen schein Hilfe in Sicht.  Mit einer selbst entwickelten Plattform/Website will diese Gruppe Eltern und Schülern Hilfe im Umgang mit Online-Tools anbieten.

4.) GreenDibbe

Tim Scheuermann, Lukas Gödderz, Maximilian Huble

Da ab 2021 Einwegverpackungen verboten sind, will dieses Team auf die Entwicklung von nachhaltigen und wiederverwendbaren Materialien setzen. Ihre Zielgruppe sind Restaurants, die damit ihre Speisen in hochwertiger Form außer Haus liefern können unddamit eine besser Alternative zu Styropor- und Pappkartons bekommen.

5.) {brackets)] GbR

Thomas Schorr, Abdussamed Yeter, , Sebastian Dewes

Dieses Team greift ein Problem aus dem Bereich der Online-Lehre aus. Wenn Studierende nur von zu Hause via Bildschirm den Lehrveranstaltungen folgen können, dann ist es schwer, Lerngruppen zu finden und zu gründen. {bracket} will ein Portal schaffen, auf dem Dozenten ihre Parameter für Lern- oder Projektgruppen hinterlegen und Studierende so schnell und einfach in geeignete Gruppe finden und dadurch erfolgreicher studieren.

6.) NFC

Herdem Eke, Fabian Blechschmidt, Cihat Eke

Mit dem Smartphone das Ein- und Auschecken in Hotels sowie alle zusätzlichen Services und Dienstleistungen dort bis hin zur Rechnung kontaktlos abzuwickeln, diese Aufgabe hat sich das Team NFC gestellt. Ziel ist es, dafür eine technisch ausgereifte und anwenderfreundliche Lösung zu schaffen, die Hotels und ihre Gäste schützt, aber trotzdem Publikumsverkehr ermöglicht.

7.) Mein Regio

Frank Lorenz, Christian Marosz

Wenn Menschen in kritischen Zeiten nicht so gern zum Einkaufen in die Geschäfte gehen, dann sollen frische Nahrungsmittel ihren Weg zum Kunden finden. Das will das Team mit einem Online-Shop erreichen, in dem Bauern aus der Region St. Wendel ökologisch hochwertige Produkte anbieten, die die Kunden geliefert bekommen oder sich direkt vom jeweiligen Produzenten abholen können.

8.) Break.fast

Mozdahir Hussain, Abdellatif El-Atoute, Petros Tanousa, Gideon Amalanathan, Yorick Meiser

Wie wäre es, auch unter der Woche morgens frische Brötchen auf dem Tische zu haben, ohne deshalb früher aufstehen zu müssen? Diesen gelungenen Start in den Tag möchte das Team mit seiner Geschäftsidee unterstützen. Per Webseite können Kunden ihre Bestellungen bis 17 Uhr eingeben und haben dann am nächsten Morgen die knusprigen Brötchen des lokalen Bäckers und bei Wunsch auch eine kleine Auswahl an Tee und Belag an der Tür.

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