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Zu Nutzen und Risiken fragen Sie Ihre Administrator oder Informatiker

Prof. Dr. Martina Lehser, Fachbereich Grundlagen, Informatik, Sensortechnik

Alle SchülerInnen der Klassenstufe 5 und 6 sind in der Lage, sich im Internet zu bewegen. Wozu also ein Workshop zu diesem Thema? Der Ansatz von Prof. Lehser und ihrem Team ist es, den Jugendlichen Funktionsweise, Nutzen und Risiken des Internets bewusst zu machen.
Das Angebot nahmen vier Sechser- Klassen der Marienschule gerne wahr und kamen zum Internet Workshop der HTW vom 31.3 bis zum 5.4.2006.

Im ersten Teil des Workshops ging es um Grundlagen. Zentrale Begriffe aus dem Internet-Umfeld mussten zunächst geklärt werden: Was sind Kommunikations-Protokolle, Client-Server-Beziehung, Browser, Dienste des Internets, wie www, email, news?

Beim Thema Aufbau/Organisation wurde das „Netz der Netze“ genau unter die Lupe genommen. Wie sieht es physikalisch aus, wie verlaufen die Wege von einem Rechner im IT-Labor der HTW  zur Internet-Seite der Marienschule? Mithilfe verschiedener Kommandos können die Teilnehmer dann praktisch Erfahrungen sammeln. Das Kommando „ping“ zum Beispiel ermittelt, ob ein Kommunikationspartner sich im Internet befindet und wie lange der Kommunikationsweg dorthin und zurück ist. Die SchülerInnen stellten fest, dass innerhalb Deutschlands Antwortzeiten von 10 bis 20 Millisekunden üblich sind, während ein ping zu Webseiten in Frankreich bzw. Australien etwa 60 bis 300 Millisekunden dauern kann. Mit einem anderen Kommando - „trace route“ (tracert) - werden dann die einzelnen Zwischenstationen protokolliert. So geht z.B. der „direkte“ Internet-Weg nach www.tourisme.fr von der HTW über Kaiserslautern-Stuttgart-Frankfurt erst nach Frankreich, z.B. Aubervilliers, dann Paris, Avignon. Es gibt keine festgelegten Wege. Der Weg zu einem gesuchten Kommunikationspartner ergibt sich aus der Verfügbarkeit der Teilnetzwerke. Ausgefallene Netze werden einfach über andere Wege umgangen. Zum Ziel kommt man immer solange das Ziel selbst noch aktiv ist. Um ein Ziel anzusprechen, muss man natürlich seine Adresse kennen, im Internet sind das eindeutige Namen mit einer bestimmten Struktur oder sog. IP-Adressen, das sind Zahlen-Kombinationen, mit denen rechnerintern gearbeitet wird. Über internationale Organisationen, die Adressen verwalten (für Deutschland z. B. www.denic.de oder www.whois.de) kann man in Erfahrung bringen, wer für eine Adresse verantwortlich ist. Beispielsweise ist nach denic-Auskunft für marienschule-online Herr Adam verantwortlich.

Ein weiterer Aspekt ist die Unabhängigkeit des Internets. Es gibt keine „Firma Internet“, das Internet gehört nicht einem einzelnen Staat oder einer Organisation. Es gibt keine Kontrolle, welche Inhalte weltweit im Netz vorhanden sind, keine Überwachung, ob Inhalte seriös sind oder nicht. „Jeder kann machen was er will.“ Ein Besuch der Cyber-Atlas-Seite (http://www.cybergeography.org/atlas/) gibt Überblicke über Geographie, Topologie, Netzwerkstrukturen des Internets. Der Atlas zeigt Bilder der physikalischen Kommunkationswege über Glasfaser-Kabel, Satellitenverbindungen, Tiefseekabel, interaktive Abbildungen, welche Provider über welche Städte weltweit miteinander kooperieren, usw.

Auf weiteren interessanten Seiten wurden virtuelle Rundgänge durch Museen (Smithsonian Institutes: The Virtual Smithsonian oder The National Museum of Natural History) oder durch Städte (London, Cambridge) vorgestellt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um Suchen und Finden. Suchmaschinen (z. B. google) wurden erklärt. Eine Informationssuche führt allerdings häufig zu Millionen von Einträgen und Ergebnissen, so dass man seine Suchbegriffe sehr genau spezifizieren muss, um auch das zu erhalten, was gesucht ist. In diesem Workshop wurden zum Beispiel das Schullandheim gesucht, in das eine der Klassen eine Woche gefahren ist.

Im dritten Teil stand das Thema "Chatten" im Vordergrund. Die SchülerInnen waren teilweise mit Chats vertraut, teilweise aber über die Technik gar nicht informiert. Nach einer kurzen Erklärung der Technik, wurde dann aber hauptsächlich über die Problematik im Chat gesprochen. Besonders die Probleme, wie verhalte ich mich als Kommunikationspartner und was erwarte ich von meinem Kommunikationspartner, also eine sogenannte Chatiquette. In diesem Zusammenhang wurden auch sexuelle Belästigungen im Chat und entsprechende Abwehrstrategien besprochen. Das Team der HTW betonte, dass man sich in allen kritischen Fällen immer vertrauensvoll an Eltern oder Freunde wenden sollte, die dann beratend beistehen können. Wichtig war auch die Sicherung der eigenen Privatsphäre, d.h. keine echten Namen oder Adressen im Chat verwenden, keine Telefonnummern oder reale Kontaktangaben preisgeben, keine Bilder in Chats veröffentlichen und vor allem keine realen Treffen ohne Erwachsene verabreden.

Zum Schluss wurde noch kurz angesprochen, wie man den eigenen Rechner vor missbräuchlichen Zugriffen schützen kann. Dazu gehören Virenscanner und Firewalls, aber vor allem auch eine gewisse Vorsicht und Skepsis bei der Internet-Nutzung. Als Virenscanner empfiehlt das HTW-Team  AntiVir, als Firewall Sygate. Beide sind als Freeware Software für den privaten Bereich kostenlos erhältlich. Ansonsten wurde die Verwendung von Firefox als Browser, ebenfalls kostenlos als Open Source Software, empfohlen. Die SchülerInnen enthielten eine CD aus den IT-Laboren, die diese Programme (u.a.) enthalten, einschließlich der erforderlichen Installationsbeschreibungen. Auch die Präsentationen sind auf dieser CD und können zuhause mit entsprechenden Internet-Links vertieft werden.

Zum Abschluss wurden wie üblich auch  Internet-Spiele vorgestellt:

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