Die Automobil- und Zulieferindustrie steht

vor neuen Herausforderungen

Kongress AKJ Automotive am 26. und 27. März in der Congresshalle Saarbrücken

Das Saarland profiliert sich als Standort für Entwicklung neuer Strategien und Lösungsansätze in der Autoindustrie. Der von Prof. Dr. Klaus J. Schmidt (Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes und Leiter des Institutes für Produktions- und Logistiksystems) gegründete Arbeitskreis AKJ Automotive integriert in diesem Jahr über 250 Experten der Automobil- und Zulieferindustrie zur auch diesmal in Saarbrücken durchgeführten Tagung "Logistik und Produktion in der Automobilindustrie".

Zentrales Thema ist diesmal die Fragestellung 

"Changed for the Future ?" 

oder sind die Unternehmen richtig für die aktuellen Veränderungen positioniert, sind die Organisationen, Methoden und Systeme noch nutzbar und was muss getan werden, um im Umstrukturierungsprozess der Autoindustrie mehr Wirtschaftlichkeit und Beschäftigung zu erreichen.

Hierzu haben Prof. Schmidt und der Arbeitskreis AKJ Automotive seine Arbeitsthemen "Automotivetrends und Strategien", "Kernkompetenz Logistik", "Logistik und IT-Management", "Lieferantenmanagement" und die neuen Möglichkeiten zur Positionierung von "Automobil-Clustern" eingebracht.

In den Plenumsvorträgen zur Strategieentwicklung am 26. und 27. März wird erkennbar, wie durch geeignete Strategien die zunehmende Produktvielfalt auch in der Fabrik vor Ort beherrscht werden kann (MCC), wie Produkt- und Marktführerschaft trotz des bislang hohen  Marktanteils deutscher Unternehmen auch bei französischen Herstellern durch geeignete Produkt- und Logistikkonzepte gesichert werden kann (Peugeot/Citroen), welche Möglichkeiten in Osteuropa auch für westeuropäische Hersteller und Zulieferer bestehen (General Motors/AvtoVAZ Togliatti) und wie  die Zukunftsstrategie der Hersteller und Zulieferer aussehen muss, um auch nach 2006 noch weltweit bestehen zu können.

In der Vortragssession Schlanke Prozesse und Logistik  wird gezeigt, dass der Weg zur schlanken Fabrik nicht abgeschlossen ist, nimmt man sich die hohen Ziele "best in class" zu werden vor (Ford); dass man besondere Organisationsformen braucht, um in europäischen "Joint Ventures" zu bestehen (Michelin/WOCO-AVS); dass die Organisationsstrukturen der Zulieferer so geändert werden müssen, dass sie zeitnah auf jeweils neue Rahmenbedingungen reagieren können (WOCO); und dass es Produktionskonzepte gibt, die neue und innovative Produkte produktionsnah und marketingnah unterstützen (VW Dresden).

Die Vortragssession Logistik und IT-Management zeigt, wie und mit welchem Umfang es möglich ist, SAP-Standards auch in den sehr heterogenen und zeitkritischen Anwendungen größerer Automobilfabriken zu nutzen (BMW), wie Standardsoftware beim Zulieferer so angepasst werden kann, dass auch übergreifende Wertschöpfungsketten gesteuert werden können (Kostal), welche neuen Standards für Supplierparks wie und in welchem Umfang einsetzbar sind (Ferrostaal) und wie mit geeigneten IT-Tools präventiv ganze Fabriken für den Anlauf und die Serienproduktion neuer Modelle bewertbar werden (Audi) - wichtige Voraussetzungen für Zukunftsentscheidungen.

Die Verleihung des elog@stics award 2003 am 26. März am Abend auf Schloss Halberg zeigt, dass auch nach dem Zusammenbruch der Internet-Euphorie neue internetbasierte Supply-Chain-Lösungen einen immer stärkeren Anteil an der Logistiksteuerung einnehmen und Produkt- und Logistikprozesse schneller und informationsnäher gestaltet werden.

Die Vorträge in der Session Lieferanten und Dienstleistungsmanagement machen deutlich, dass die Autoindustrie vor einer Neubewertung der Integration von Dienstleistern steht (Ryder), auch Zulieferer der ersten Stufe immer mehr Eigenständigkeit und Durchgriff in der Lieferantensteuerung entwickeln (Bosch) und Lieferanten einen zunehmenden Einfluss auf die Entwicklung von Standardteilen im Automobilbau erhalten (Facil).

Die Vortragssession Logistikstrukturen und Kernkompetenz zeigt, dass auch interne Umstrukturierungen wichtige Impulse zur Standortsicherung geben können (Opel), durch eine Konsolidierung der in den letzten Jahren immer heterogener werdenden Anliefermodelle eine neue Logistikeffizienz erschlossen wird (DaimlerChrysler) und wie bei Zulieferern auch Zentralisierungsstrategien neue Mehrwerte für den Kunden erschließen können (Mahle).

In drei Besichtigungstouren (Ford Zuliefererpark in Saarlouis, GM in Kaiserslautern und MCC in Hambach) wird deutlich, dass Lieferanten sich immer flexibler auf die Kosten- und Leistungsanforderungen einstellen, Fertigungs-/Montageprozesse einer dauerhaften Optimierung unterworfen werden und neue Konzepte zur Montage-/ Anliefersegmentierung zu einer Beherrschung zunehmender Fahrzeugkomplexität führen.

In der Nachmittagsveranstaltung am 27. März Zukunft Automotive Netzwerke zeigt Prof. Schmidt zum "Network of Automotive Excellence" und über die Cluster-Beispiele aus Sachsen, Douai (F), Linz (A) und den aktuellen Cluster-Aktivitäten im Saarland, wie mit geeigneten Kooperationsmodellen neue Strategien für den Aufbau von Automotive-Kompetenz auch für kleinere und mittlere Unternehmen handhabbar werden. Die Unterstützung bei Kooperationen und beim Kompetenzaufbau Automotive, so Prof. Schmidt, wird auch im Saarland einen wichtigen Schub in der Standortsicherung der regionalen Automobilindustrie einleiten. "Wenn das Saarland hier bestehen will, müssen neue Wege zur Zusammenarbeit und zur Unterstützung beschritten werden - die Arbeit des AKJ Automotive mit den hier im Rahmen des Kongresses initiierten neuen Kontakten und Vorgehensweisen ist nur ein kleiner Baustein - jetzt sind die Unternehmen, die F&E-Einrichtungen, die Kammern und die Politik gefordert." 

Die Zusatzveranstaltungen "Intensivseminar Logistik-Prozess-Evaluation" (IPL/HTW  und Volkswagen) und "Intensivseminar Produktionssysteme Automotive" (IPL/HTW und DaimlerChrysler) am 28. März haben das Ziel, den notwendigen Veränderungsprozess in den Unternehmen direkt zu unterstützen.

Die Vorträge werden live via Internet übertragen. Weitere Informationen zur Tagung auch unter www.akjnet.de/akj2003.

 

V.i.S.d.P. Katja Jung

Hochschule für
Technik und Wirtschaft
des Saarlandes

University of
Applied Sciences

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