Mehr als ein Stern am Revers

Sieben Saarländer erhielten die französische Auszeichnung "Étoile civique"

In der Commanderie von Braux-Sainte-Cohière, auf der Grenze von Lothringen und der Champagne, wurden am 4. September 2004 sieben Männer und Frauen aus dem Saarland mit dem französischen Orden "Étoile civique" ausgezeichnet, für besondere Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft. Zu den Geehrten gehören die Europa-Abgeordnete Doris Pack, Wolfgang Blumbach, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW), Bernd Funk, Leiter der Berufsakademie im Saarland (ASW), Helmut Groh, Professor und ehemaliger Rektor der HTW, der Jurist Rüdiger Furkel, der Journalist Hans Dieter Metz und Dr. Hans Stiff, ehemaliger Verlagsleiter der Saarbrücker Zeitung.

Zuvor hatte Serge Guillemot, der Vorsitzende der Organisation, die den "Étoile civique" verleiht, ihre Verdienste vorgetragen. Die sieben saarländischen Bürgerinnen und Bürger waren für diese Auszeichnung von Prof. Dr. Claude Treyer vorgeschlagen worden, der jahrzehntelang im Saarland im Dienste der deutsch-französischen Beziehungen tätig war, unter anderem auch an der HTW und in der Europäischen Akademie Otzenhausen. Heute lebt Prof. Treyer in Paris. "Ich habe diese Bürger vorgeschlagen, weil ich sie aus meiner Zeit im Saarland als Kämpfer für die deutsch-französischen Beziehungen kennen gelernt habe", so Treyer. Beim Komitee für den "Étoile civique" wurden die Saarländer denn auch einstimmig angenommen. Und stehen jetzt in einer Reihe mit dem Abbé Pierre oder Albert Schweitzer, die ebenfalls Träger des "Étoile civique" sind. "Wir wollen auch Ausländer in unserem Kreis haben, die sich besonders um ihr Land und um die Beziehungen zu Frankreich bemühen", so Treyer. Das geschichtsträchtige Schloss Braux-Sainte-Cohière, in dem im letzten Krieg zunächst der deutsche General Guderian und dann der amerikanische General Patton ihr Quartier aufgeschlagen hatten, hatte Claude Treyer zusammen mit dem Komitee ausgesucht, "weil hier wirklich der Boden ist, auf dem man unsere Freundschaft bekräftigen muss."

Dr. Hans Stiff, der sich am Anschluss an die Ehrung im Namen aller Geehrten beim Komitee bedankte, betonte denn auch, dass "die Geschichte nicht immer freundlich mit unseren beiden Völkern umgegangen ist." Umso wichtiger sei es deshalb, an den Grundlagen Europas, insbesondere an der deutsch-französischen Achse, zu bauen. Nach dem Essen im Park des Schlosses brachen Deutsche und Franzosen gemeinsam auf, um in Richtung Verdun zu fahren.

Ziel war die "Grande Chevauchée", ein Hügel mitten im Argonner Wald, auf dem sich 1916 Deutsche und Franzosen erbitterte Gefechte lieferten. 150 000 Tote liegen unter der "Grande Chevauchée" begraben, betonte Pierre Henri Campistron, der fast 80-jährige Generalsekretär des Komitees. Und hier, mitten im Wald über den Gebeinen all der Toten, gaben sich Deutsche und Franzosen die Hand zu einer Schweigeminute. "Auf diesen Moment habe ich mein ganzes Leben gewartet", sagte Campistron, der seine Rührung nicht verbergen wollte.

Und Alain Legembre, der ebenfalls dem Komitee angehört, hielt eine bewegende Rede über die jungen Männer, "die unter unseren Füßen liegen, die in diesem Wald begraben sind, die wir hören sollten, damit solche Dinge nie wieder geschehen."

Frei und gemeinsam sollten alle an einem gemeinsamen Europa bauen. Nach diesen durchaus pathetischen Momenten im Wald wurde allen klar, dass der "Étoile civique" mehr bedeutet als ein hübsches Sternchen, das man sich ans Revers heftet - dass er eine Verpflichtung ist, auch die Verpflichtung, die junge Generation zum weiteren Bauen am gemeinsamen Haus Europa hinzuführen.

(Nach einem Artikel von Christine Maack in der Saarbrücker Zeitung vom 06.09.2004 bearbeitet von Prof. Dr. Blumbach)

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