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Arbeitskreis Technik in der Medizin


Der 1977 gegründete Arbeitskreis "Technik in der Medizin" ist ein selbständiger Zusammenschluss von Hochschulen mit Studienangeboten im genannten Bereich sowie von Vertretern aus der Industrie und von Behörden, die sich der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses verpflichtet fühlen. Er arbeitet insbesondere auf dem Sektor der Aus- und Weiterbildung in den Fachgebieten Biomedizinische Technik bzw. Medizintechnik sowie Krankenhausbetriebstechnik und Medizinische Informatik. Seine Aufgabenfelder sieht der Arbeitskreis unter anderem:

  • auf dem Gebiet der Lehre im Direkt-, Aufbau- und Fernstudium sowie in internationalen Studiengängen
  • bei der Zertifizierung von Studiengängen und der Qualitätssicherung in der Aus- und Weiterbildung
  • in der Förderung des Austauschs von Studenten und Lehrkräften im In- und Ausland
  • in der Weiterentwicklung der Studieninhalte und Absolventenprofile
  • bei der Diskussion zur Fach- und Berufsanerkennung und
  • in der Öffentlichkeitsarbeit für das Fachgebiet.

Die diesjährige 29. Jahrestagung das Arbeitskreises "Technik in der Medizin", die von Professor Dr. Klaus-Peter Hoffmann in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Wolfgang Langguth organisiert wurde, fand am 15. und 16. Juni 2006 erstmals im Saarland statt. Grund für die Mitglieder des Arbeitskreises nach Saarbrücken und St. Ingbert zu kommen war der Wunsch, mehr über das Studienprogramm "Biomedizinische Technik" und die Forschung am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik zu erfahren. Dieses Studienprogramm war im Wintersemester 2005 mit einem Master-Studiengang und im vergangenen Semester mit einem Bachelor-Studiengang sehr erfolgreich am Fachbereich Elektrotechnik der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) gestartet. Gegenwärtig studieren in diesem Programm insgesamt 116 Studierende an der HTW.

Der Studiengang ist integraler Bestandteil der trilateralen Initiative des Saarlandes zur Schaffung einer Biotechnologieplattform. In enger Kooperation des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit und des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft, der Universität des Saarlandes und der HTW sowie der Fraunhofer-Gesellschaft soll damit ein wesentlicher Beitrag zum Strukturwandel von der Montanindustrie zur Bio- und Informationstechnik einschließlich der Biomedizinischen Technik geleistet werden. Die in diesen Studiengängen ausgebildeten Fachkräfte werden eine wesentliche Voraussetzung sein, den erfolgreichen Trend der Ausgründungen und Ansiedlungen von Unternehmen dieser Branche fortzusetzen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises zeigten sich sehr angetan über das in dieser Konstellation einmalige Studienprogramm mit seinen Spezifika:

  • Breites Basiswissen mit projektorientierter Wissensvermittlung im Bachelorstudiengang unter Einbeziehung der Kooperationspartner und der regionalen Unternehmen.
  • Hochspezialisierte Ausbildung im Masterstudiengang mit einer stark forschungsorientierten Komponente und englischsprachigen Lehrveranstaltungen in der Vertiefung "Neural Engineering", insbesondere getragen durch das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik und den Universitätskliniken des Saarlandes sowie einer eher anwendungsorientierten Komponente in der Spezialisierung Medizinische Physik.

Weitere Tagungsordnungspunkte waren der berufliche Einsatz von Absolventen, die Akkreditierung von Studiengängen, die Internetpräsentation des Arbeitskreises und die Kurzberichte der einzelnen Hochschulen. Dabei zeigte sich, dass durch die anhaltende positive Entwicklung der Medizintechnikbranche in Deutschland der Arbeitsmarkt für Absolventen dieser Studiengänge nach wie vor enorme Möglichkeiten und Chancen in sich birgt.

Im Anschluss an die Beratungen konnten sich die Mitglieder des Arbeitskreises vom hohen Stand der Forschung am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik überzeugen. Hoffmann, Gründungsprofessor für diesen Studiengang, zeigte als Leiter der Abteilung Medizintechnik und Neuroprothetik seine Labore am Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik. Besonders beeindruckend sind die implantierbaren Mikroelektroden, mit denen als technisch-biologische Schnittstelle Neuroprothesen mit dem peripheren Nervensystem verbunden werden können. Beispiele, an denen gemeinsam mit internationalen Projektpartnern gearbeitet wird, sind das Retina-Implantat, die fühlende Handprothese und ein Stimulator für das Blasenmanagement. Aber auch die Erfassung von Vitalparametern und ihre telemetrische Übertragung im Prozess eines aktiven Alterns stehen gemeinsam mit der HTW und dem interdisziplinären Netzwerk "generations-übergreifende Produkte und Dienstleistungen" im Fokus der Abteilung. So arbeitet sie in einem Projekt zum Langzeitmonitoring kardiovaskulärer Parameter mit. Das Ziel ist, Patienten und Patientinnen mit erhöhtem Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen in ihrem täglichen Leben zu unterstützen, ihre Selbständigkeit zu erhöhen und sie vor Notfällen zu bewahren. Hierfür werden neuartige intelligente Sensoren entwickelt.


Ihre Ansprechpartner:
Prof. Dr. Klauspeter Hoffmann
Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT
Telefon 06894/980-401
E-Mail: klaus.hoffmann@ibmt.fraunhofer.de

Prof. Dr. Wolfgang Langguth
Studiengangsleiter Biomedizinische Technik
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Telefon 0681/5867-290
E-Mail: wlang@htw-saarland.de
V.i.S.d.P. Katja Jung

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