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HTW trauert um einen ihrer Gestalter


Am 5. Februar 2008 verstarb Prof. Dr. Helmut Groh, eine bedeutende Persönlichkeit der Hochschule für Technik und Wirtschaft und des Saarlandes, im Alter von 76 Jahren.

Helmut Groh, 1931 in St. Ingbert geboren, arbeitete nach dem Studium und der Promotion in Mathematik zunächst am Lehrstuhl für angewandte Mathematik an der Universität Saarbrücken und wechselte später zum Institut für Angewandte Mathematik an die Universtität Köln.

1962 begann seine Tätigkeit als Dozent an der Staatlichen Ingenieurschule Saarbrücken, der Vorgängereinrichtung der heutigen HTW. Grohs Leidenschaft für die Informatik, damals sprach man von Informationstechnik, wurde in dieser Zeit geweckt. Auch ohne große Unterstützung aus der Politik, für die ein so selbstständiges Agieren der Ingenieurschule ungewohnt war, setzte er die Einrichtung eines Rechenzentrums durch. Dessen Herzstück, der ZUSE Z25, sicherte die Grundlage für die einsemestrige „Zusatzausbildung Informationstechnik“ für graduierte Ingenieure. Zusammen mit einem Angebot der Ingenieurschule Konstanz war diese Zusatzausbildung das erste formalisierte Informatik-Studienangebot der Bundesrepublik und die Keimzelle des eigenständigen Studiengangs Praktische Informatik, der 1984 an der Hochschule eröffnet wurde. Helmut Groh kann damit als einer der Begründer der Informatik im Saarland bezeichnet werden.

Sehr schnell wurden die informationstechnischen Inhalte unverzichtbarer Bestandteil des Ingenieurstudiums, wo die Nachfrage nach anwenderbezogenem IT-Wissen enorm war. Mehr als eine Ingenieurgeneration im Saarland ist durch die Informatik-Schule von Helmut Groh gegangen, der schon in den sechziger Jahren bei der Dillinger Hütte Walzstraßen optimiert und Roheisentransporte simuliert hatte: der erste Technologietransfer der HTW.

Gut zehn Jahre nach seinem Start an der Ingenieurschule wurde der junge Wissenschaftler schon Rektor, nunmehr der Fachhochschule des Saarlandes. Die herausragendste Leistung seiner ersten Rektor-Periode 1973 bis 1977 (Groh war der erste gewählte Rektor der FH) war wohl die umsichtige und kompetente Vorbereitung zur Gründung des Deutsch-Französischen Hochschulinstituts 1978.

Helmut Groh war ein begnadeter akademischer Lehrer, der seine Studenten zu interessieren und zu begeistern wusste. Aber er ist auch der Vater der angewandten Forschung an der HTW. Er stand Pate für das Modellvorhaben SAFF, das ab 1989 die Stimulierung anwendungsbezogener Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen zum Ziel hatte. Als Pilotprojekt für die Bundesrepublik Deutschland wurde es von Bund und Land hälftig finanziert und generierte 28 Projekte, die der Hochschule bis 1992 knapp 10 Mio. DM an Drittmitteln brachten. SAFF ist die Grundlage der heutigen erfolgreichen Forschungsstruktur an der HTW.

Fünfzehn Jahre nach der ersten Amtszeit trat Helmut Groh nochmals als Rektor an und gab 1992 bis 1996 der Hochschule weitere wichtige Internationalisierungsimpulse. In diese Periode fällt u. a. die Einrichtung des Studiengangs Europäische Betriebswirtschaft.

Wie viele Wissenschaftler genoss Helmut Groh das Privileg, nach seiner Emeritierung nicht aus der Scientific Community ausscheiden zu müssen. Bis vor kurzem war er DFHI-Lehrbeauftragter und Studienleiter für die Informatik, und noch im November 2007 engagierte er sich für ein Projekt, das die Förderung von DFHI-Studierenden durch die Rotarier, bei denen er seit langen Jahren aktiv war, betreiben sollte.

Groh war nicht nur ein engagierte Wissenschaflter und Hochschullehrer. Zeitlebens engagierte er sich ehrenamtlich in Projekten mit Kindern. Die HTW verliert mit Helmut Groh, mit seiner professionellen und positiven Art, einen außergewöhnlichen Mentor und Inspirator und einen ihrer wichtigsten Gestalter.

Auszeichnungen
1986 erhielt Groh auf Vorschlag des saarländischen Ministerpräsidenten das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für seine Verdienste um den Auf- und Ausbau der HTW und sein Engagement im Hochschullehrerbund, dessen Präsident er 1979 war.
34 erfolgreiche Jahre im Einsatz für den Auf- und Ausbau der HTW ehrte das Saarland 1997 mit dem Saarländischen Verdienstorden.
2004 wurde ihm in Anerkennung seiner vielfältigen Verdienste um die grenzüberschreitende Kooperation und die deutsch-französische Freundschaft von französischer Seite die Etoile Civique verliehen.

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