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Wie kleine Forscher ganz große Phänomene entdecken

HTW-Studierenden der Sozialen Arbeit und Pädagogik der Kindheit stellten am 14. Juli 2009 ihre Praxisprojekte vor

„Ich höre und vergesse; ich sehe und erinnere mich; ich tue selber und ich verstehe.“ Dieses fast 2500 Jahre alte Zitat von Konfuzius ist so richtig wie aktuell. Prof. Dr. Charis Förster, Professorin im Studiengang Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW), hat mit ihren Praxisprojekten für Studierende des vierten und des sechsten Semesters die konfuzianische Weisheit mit Leben gefüllt. Die Studierenden haben in Kindertagesstätten, Familienzentren, Grund- und Förderschulen Projekte rund um das Thema Naturwissenschaft und Technik mit den Kindern durchgeführt und so, frei nach Konfuzius, wertvolle Praxiserfahrung gewonnen. Gleichzeitig haben die Kinder im konufzianischen Sinne Erkenntnisse gewinnen können.

Naturwissenschaft und Technik war ein Themenbereich dessen sich die Studierenden angenommen haben, der andere war die Dokumentation des Alltags der Kinder. Beides kam bei den Kindern sehr gut an, sodass in den kommenden Semestern sicherlich ähnliche Projekte durchgeführt werden.

Phantasievoll näherten sich die „Pädagogen in Ausbildung“ den naturwissenschaftlichen Themen. In der Kita Thomas Morus stand das Wasser im Mittelpunkt. Die Phänomene Wasserdruck und Wasserverdrängung luden zu vielen Experimenten ein. Komplexer wurde das zu vermittelnde Wissen mit dem Thema Wasser als Lösungsmittel. Nach einer kleinen Einführung konnten die Kinder selber mit verschiedenen Lösungsstoffen experimentieren.

In der Kita Christianenanstalt wurden die Kinder mit Franz dem Frosch in die Welt der Elektrizität entführt. Dazu wurde zunächst ein geschlossener Stromkreis aufgebaut. Beim zweiten Experiment ging es um „leitende und nichtleitende Materialien“. Der geschlossene Stromkreis wurde unterbrochen, indem leitende und nichtleitende Materialien ein Kabel ersetzen. Gemeinsam mit den Kindern wurde abschließend eine „Wandzeitung“ erstellt, die die gewonnenen Erkenntnisse reflektierte. Als Erinnerung an Franz den Frosch und das Projekt erhielten die Kinder eine Urkunde, die sie als Forscher der Elektrizität auszeichnete.

Auf Schatzsuche konnten die Kinder der Grundschule Römerberg, Saarlouis, gehen. Was das mit Magnetismus zu tun hatte, lernten sie in der ersten Begegnung mit den Studierenden. Aus einer Streichholzschachtel, einer Windrose und einer Magnetnadel war schnell ein eigener Kompass gebaut – natürlich erst, nachdem in das Thema Magnetismus mit vielen selbst durchgeführten Experimenten eingeführt worden war.

Ebenso spannend waren die Projekte, in denen die Kinder ihren Alltag festhielten. Mit einer Einweg-Kamera ausgerüstet, gingen sie auf journalistische Erkundungstour der Orte, die sie mit Freude oder mit Sorge sehen. Die Jungjournalisten konnten ihre unmittelbare Umgebung durch die Dokumentation bewusster erfahren. Die Erstellung eines kleinen Fotobuchs regte die Kinder an, ihre Ideen, Gefühle und Erlebnisse in Worte zu fassen. Die festgehaltenen Eindrücke standen den Profimaterialien zum Teil in nichts nach – für Erwachsene war die Sicht der Kinder ihrer Umgebung und Lebenswelt wohl selten so plastisch.

Wichtig war bei allen Projekten, dass die Kinder stets aktiv mitgearbeitet und experimentiert hatten, ohne den spielerischen Zugang an die Themen zu verlieren. Förster hielt in ihrer Einführung fest, dass Kinder Wissen schnell erarbeiten, wenn sie selber experimentieren können. Je vielseitiger und abwechslungsreicher etwas dargestellt wird, umso besser lernt man es. Auch das Ansprechen mehrerer Sinne festigt die Erfahrung – ebenso wie ein Erfolgserlebnis. Dies beflügelt Motivation und Geist. Kein Wunder also, dass die Kinder mit Enthusiasmus und Begeisterung dabei waren. Sie nahmen ihre Forscherrolle unbekümmert an, was Aussagen wie „Ich bin Forscher Bernd“ unterstreichen. Die Kinder gierten regelrecht nach Wissen, da es spannend aufbereitet war. Es bleibt zu wünschen, dass sich immer Förderer solcher Projekte finden, für die Studierenden, für die Kinder und damit letztlich für unsere Gesellschaft.

 

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