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Aquakultur im Fokus - Tag der offene Tür am 19. und 20.10.2012

 

Saarbrücken, 11.10.2012. Die Meeresfischzucht Völklingen GmbH (MFV) öffnet am 19. Oktober 2012 in der Zeit von 14.00 bis 18.00 Uhr und am Samstag 20. Oktober 2012 in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr ihre Produktionsanlage, die kurz vor der Inbetriebnahme steht. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellt die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vor, die in einer kleinen Forschungshalle neben der MFV bearbeitet werden. Die Produktion von Seefischen im Binnenland in Fluid-Kreisläufen, ist ein zukunftsweisendes Konzept, das technisch einmalig in Völklingen umgesetzt wird. Urbane Lebensmittelproduktion ist ein Zukunftsthema, das vor drei Jahren von der HTW mit einer Professur aufgenommen wurde.

An beiden Tagen werden stündlich Fachvorträge zum Thema „Meeresfische im Binnenland“ gehalten. Besucher können auf vorgegebenen Wegen auf eigene Faust die Fischzuchthalle und die Forschungshalle erkunden. Studierende und Dozent(inn)en der HTW stehen für Auskünfte und Erklärungen zur Verfügung. Ein Highlight sind sicher die Gelbschwanzmakrelen, die in zwei Forschungsanlagen in der Forschungshalle ihre Runden drehen.

Ein Minifermenter für die Produktion von Biogas der HTW, der von der IZES gGmbH betrieben wird, kann ebenfalls besichtigt werden. Die mobile Versuchsbiogasanlage ermöglicht der IZES unter anderem, diverse Substrate und Substratmischungen zu testen. Auch die Reststoffe aus der Meeresfischzucht können hier experimentell zu Biogas umgewandelt werden. Die Anlage erweitert das Ausbildungsangebot der HTW. Unsere Studierenden können im Rahmen von Praktika, Studien- und Diplomarbeiten sich praxisnah mit der Biogasthematik vertraut machen.

Die Forschungsarbeiten an der HTW fokussieren auf zwei große Themenbereiche:
1. Nachhaltige Produktion von Setzlingen für die Aquakultur, um Meeresökosysteme zu entlasten. Die sogenannte fangbasierte Aquakultur ist weltweit problematisch, sodass neue Bioverfahrenstechniken entwickelt werden müssen, um Elterntiere zur Laichreife zu bringen, Ei- und Larvenstadien aufzuziehen und die für die Ernährung notwendige Nahrungsketten aufzubauen. Dabei wird die natürliche Nahrungskette bioverfahrenstechnisch abgebildet. Das Ökosystem der Ozeane wir quasi an Land geholt.
2. Verbesserung der Kreislaufführung und die umweltgerechte Entsorgung von Reststoffen. In geschlossenen Fluid-Kreisläufen akkumulieren Nährstoffe, Stickstoff, Phosphat und Kohlenstoffdioxid im Prozesswasser. Es sind Reststoffe, die in der Mikroalgenproduktion oder für die Nutzpflanzenzucht eingesetzt werden können. Mikroalgen enthalten wertvolle Grundstoffe für die Industrie. Sie sind ebenso ein Energiespeicher. Nutzpflanzen, wie Queller oder Strandwegerich, sogenannte Halophyten, die im Salzwasser gedeihen, sind bei Gourmets sehr beliebt. Die HTW hat Bioverfahrenstechniken entwickelt, mit denen heute Mikroalgen und Nutzpflanzen ohne Zudüngung direkt im Prozesswasser gezüchtet werden können. Die Forschung- und Entwicklungsarbeiten werden vom Land Saarland und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Am Tag der offenen Tür beteiligen sich auch Partner einer Europäischen Strategischen Initiative im INTERREG IVB Programm für Nordwest-Europa. «Energetic Algae» ( Enalgae) hat zum Ziel, Entscheidungshilfen für die Nutzung von Algen als nachhaltige Biomasse und Energieträger zu entwickeln. In der Forschungshalle und in einem Treibhaus sind verschiedene Photobioreaktoren für Mikroalgen zu sehen, mit denen im Projekt EnAlgae gearbeitet wird. Diese integrative Technik gilt als eines der aussichtsreichsten Verfahren, um Biomasse von Algen schon in naher Zukunft als Energiespeicherstoff nutzen zu können.

Der Erfolg der Forschung und Entwicklung basiert auf der Zusammenarbeit von Biologen und Ingenieuren an der Hochschule. Es ist in den vergangenen vier Jahren gelungen, ein junges, schlagkräftiges Team aufzubauen. Das Institut für Physikalische Prozesstechnik in der HTW betreut mit fünf Professoren die Arbeiten, die die Bereiche Automatisierung, Biologie, chemische Verfahrenstechnik, Energietechnik und Prozesstechnik vertreten.


Termin: 19. Oktober 2012 in der Zeit von 14.00 bis 18.00 Uhr und am Samstag 20. Oktober 2012 in der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Forschungshalle der HTW, Rudolf-Trenzel Straße 8, 66333 Saarbrücken

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