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HTW-Informatik: forschungsstark und praxisorientiert

CHE-Ranking für die Informatik-Studiengänge erschienen

Sehr erfreulich: im objektiv messbaren Bereich, nämlich der Kategorie Forschungsgelder, belegt die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes im aktuellen CHE-Ranking Informatik einen Platz in der Spitzengruppe. Weniger erfreulich: im Praxis-Check liegt die Hochschule im Mittelfeld.

Seitdem es das CHE-Ranking gibt, werden dessen methodische Mängel diskutiert. Einige deutsche Hochschulen sind ausgestiegen oder boykottieren das Ranking. Österreich und die Schweiz nehmen überhaupt nicht mehr daran teil. Kritisiert man die Methodik des Rankings, erhält man schnell den Vorwurf der Rechtfertigung und des Kleinredens. Wie kann es aber sein, dass ein gerade re-akkreditierter praxisorientierter Studiengang im Praxis-Check einen Platz im Mittelfeld belegt? Das Netz, mit dem das CHE versucht, Informationen für sein Hochschulranking zu sammeln, ist offenbar zu weitmaschig. Es fängt die Standardprodukte und -prozeduren ein, innovative, kleine und agile Ansätze gehen dabei durch die Maschen und finden keine Berücksichtigung im Ergebnis.

Die Studiengangsverantwortlichen der HTW-Informatik haben bereits im September 2011, als der CHE-Ranking-Fragebogen zugesandt wurde, die Fragen als zu unscharf und nicht objektiv messbar empfunden und dies auch rückgemeldet. Sie vermissen bei der CHE-Befragung etliche wichtige und vor allem gut definier- und nachprüfbare Kriterien für den Praxis-Check. Zum Beispiel: Wie viele Abschlussarbeiten werden in praktischer Anwendung innerhalb eines Unternehmens erstellt? An der HTW sind das über 95%. Stattdessen wurden Fragen gestellt, die kaum zu beantworten sind, will man sich nicht in das schwammige Reich der Schätzung begeben. So sind die abgefragte Inhalte für die Ermittlung der methodischen Kompetenz (wie Informationsgewinnung, Projekt- und Zeitmanagement) integrale Bestandteile vieler Module. Muss man heute seine Module für ein umstrittenes Ranking zuschneiden?

Was die Praxisphase betrifft, die in die Wertung des Praxis-Checks eingeht, so ergibt sich das Dilemma, dass die Akkreditierungsagenturen ganz im Sinne von Bologna auf eine maximal 10-wöchige Praxisphase Wert legen und auch die Akkreditierung davon abhängig machen, während für den Praxischeck beim CHE-Ranking gilt: je länger, desto mehr Punkte. Auch den Einsatz von externen Praktikern, den Lehrbeauftragten, werten beide unterschiedlich. Für das CHE-Ranking muss ein Studiengang über 17% der Lehre mit Lehrbeauftragten darstellen, für die Akkreditierungsagentur ist dies eher ein Makel – hier wird großer Wert auf die Lehre durch die Professorenschaft gelegt.

Struktur und Qualität der Studiengänge muss die HTW durch externe Akkreditierungs-Agenturen überprüfen lassen. Die Vorgaben der Kultusministerkonferenz, der HRK und der Agenturen stehen jedoch im Widerspruch zu den Anforderungen des CHE-Rankings. Der letzte Re-Akkreditierungsantrag in der Informatik wurde 2010 gestellt. 550 Seiten-stark enthält er jede Information über die HTW-Informatikstudiengänge. Eine Gutachtergruppe aus einem Fachhochschulprofessor, einem Universitätsprofessor, zwei sachverständigen Gutachtern der Agentur, einem Studierenden und einem Unternehmensvertreter haben diesen Bericht ausgewertet, an einem Tag vor Ort die Verantwortlichen des Studiengangs, die Hochschulleitung und Studierende intensiv befragt und die Angaben im Antrag überprüft. Das Verfahren hat von der Antragstellung an insgesamt zwei Jahre gedauert und schloss erfolgreich ab: re-akkreditiert bis 2018!

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