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Saarbrücken, 17. Januar 2014. Am 17. Januar 2014 hat der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Jürgen Lennartz, das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Friedrich Klinger verliehen.

Prof. Dr. Friedrich Klinger hat 1990 die Forschungsgruppe Windenergie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) gegründet, die er auch noch heute im Alter von 77 Jahren leitet. Im Laufe dieser Jahre hat er außerordentlich innovative Beiträge zur Windenergietechnik geleistet sowie komplette Generatorenkonzepte erarbeitet und mit Partnerfirmen umgesetzt. Durch seine Lehr- und Forschungstätigkeit an der htw saar hat Klinger eine große Anzahl junger Menschen als Ingenieure und Konstrukteure ausgebildet und für den Einsatz erneuerbarer Energien begeistert.


Klinger_am_RechnerEs begann 1982, als Dr. Friedrich Klinger die Professur für Konstruktionslehre im Maschinenbau annahm. Zur Windenergie, seinem großen Thema und Lebenswerk, brachte ihn ein Zufall. Klinger wurde zu Rate gezogen, als ein Prototyp einer Windkraftanlage zu Bruch ging. Er fing an, sich mit Details der Mechanik und der Elektrotechnik auseinanderzusetzen. Schnell drängte sich bei ihm die Frage auf, ob man nicht eine Windkraftanlage ohne Getriebe entwickeln könnte. Der Vorteil getriebeloser Anlagenkonzepte liegt in der gegenüber Getriebemaschinen wesentlich verminderten Zahl an Betriebsausfällen (Getriebedefekte gehören mit zu den häufigsten Fehlern, die zu Stillstands-Zeiten der Windanlagen führen) und der höheren Stromausbeute durch einen besseren Wirkungsgrad, da keine Reibungsverluste entstehen.

Die damaligen Windkraftanlagen beruhten auf dem Konzept, die relativ langsame Rotation der Blätter über ein Getriebe ins Schnelle zu übersetzen um damit einen Generator anzutreiben. Klinger ließ in seinen Entwicklungen das Getriebe einfach weg und verband die Rotorblätter direkt mit einem großen, langsam laufenden Generator.

MForschungsgruppe_Wind_1996ehrere Jahre hartnäckiger Forschungsarbeit mit der 1990 gegründeten Forschungsgruppe Windenergie, die er heute noch leitet, führten 1997 zur ersten Windkraftanlage ohne Getriebe. Der Rotor trägt auf seiner Innenseite Permanentmagnete. Dreht sich dieser Rotor an den Kupferspulen des Ständers vorbei, wird eine elektrische Spannung induziert. Diese Spannung lässt einen Strom fließen, dessen Frequenz allerdings direkt an die Rotordrehzahl gekoppelt ist. Der Wechselstrom wird gleichgerichtet, dann auf die Netzfrequenz von 50 Hz umgerichtet und kann schließlich in das Netz eingespeist werden. Im Januar 1997 wurde der Prototyp Genesys 600 kW in Freisen im Saarland aufgestellt.

genesys_cad Genesys beim Aufbau Auf den Ständer
Genesys CAD-Modell Genesys beim Aufbau Montage des Rotorkopfs

Prof. Klinger hat mit großer Hingabe als Konstrukteur und mit sehr langem Atem die Windenergie im Saarland begründet. Er hat stets an der Idee festgehalten, erneuerbare Windenergie noch effizienter nutzbar zu machen und hat dabei auch Niederlagen erleben müssen. Die Unterstützung der Hochschule, seiner Kolleg(inn)en und Studierenden und vor allem die seiner Forschungsgruppe haben ihn aber stets motiviert, weiter zu machen. Der Erfolg gibt ihm Recht: Aus seiner Forschungsgruppe heraus wurde im Jahr 2000 die Firma Vensys Energy AG mit Sitz in Neunkirchen gegründet, die inzwischen über 200 Mitarbeiter(innen) beschäftigt. Neben der eigenen Produktion von getriebelosen Windenergiegeneratoren ist das Lizenzgeschäft mit internationalen Partnern ein bedeutender Faktor bei Vensys geworden. Heute produzieren Lizenznehmer in China, Indien, Brasilien und Ägypten Windkraftanlagen, die auf der Idee von Prof. Klinger basieren. Bis heute stehen weltweit etwa 11.000 Windenergieanlagen die mehr als 17 GW Nennleistung elektrische Leistung erbringen und deren Konstruktion direkt auf Klinger zurück zu führen sind.

KlingerKlinger hat als Pionier die getriebelose Technik, auch Direktantrieb genannt, vorangetrieben. Heute arbeiten mehr als 50 % der neu in Deutschland installierten Windenergieanlagen nach diesem Prinzip. In seiner Zeit als Professor an der htw saar hat er eine große Zahl an Studierenden ausgebildet, viele Abschlussarbeiten betreut und das weit über seine Pensionierung hinaus.

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