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Gemeinsames Forschungsprojekt von htw saar und saarländischer Polizei erzielt wichtige Erkenntnisse in Bezug auf wissenschaftliches Methoden- und polizeipraktisches Handlungswissen

Saarbrücken, 6.2.2014. Die saarländische Polizei und die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) haben gemeinsam das Projekt „Krisenkommunikation: Täter – Opfer – Einschätzung bei Bedrohungs- und Geisellagen“ durchgeführt. Die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse der dreijährigen, internationalen (beteiligte Partner aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und dem Großherzogtum Luxemburg) und interdisziplinären Zusammenarbeit (Landespolizei und Hochschule) sind in einer wissenschaftlichen Publikation und in einem Handlungsleitfaden für die Polizeiarbeit in Krisensituationen festgehalten worden.

Bei der Bewältigung von Bedrohungs- und Geisellagen wird den beteiligten Polizeibeamten eine fortlaufende Lagebeurteilung abgefordert, in der komplexe Faktoren situativ einfließen, die rasch und zielorientiert auf das Wesentliche reduziert werden müssen. Zentral ist es, eine Einschätzung der Täter-/Opfersituation zu gewinnen, um in der Situation eine erste Entscheidungsgrundlage für den weiteren Einsatzverlauf zu erzeugen.

Das interdisziplinäre Projektteam hat in dem gemeinsamen Forschungsprojekt herausgefunden, dass neue Schlüsse in Bezug auf Verhandlungssituationen gezogen und somit teilweise festgefahrene und überholte Ansatzpunkte abgelöst werden können. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden können zu einer Handlungsentlastung und -sicherheit führen.

Aus wissenschaftlicher Sicht dienen die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse der wissenschaftlichen Phänomenerschließung sowie der Methodenanwendung innerhalb eines neuen und kaum erschlossenen Forschungsgebietes. Sie werden die Lehre an der htw saar bereichern.

Für die polizeiliche Handlungspraxis sollen auf Grundlage der Forschungsarbeit Fort- und Weiterbildung en im Sinne einer Einführung in die Systematik einer Rekonstruktionslogik entwickelt werden. Insbesondere bei der Bewältigung einer Geisel-/ Bedrohungslage sollen die Ergebnisse des Projektes herangezogen und zu einer sicherheitsbietenden Tätertypisierung / -einschätzung beitragen.

Als Datenmaterial standen dem Forschungsprojekt zwei gegensätzliche Geisellagen (nationaler und internationaler Fall) zur Verfügung. Mittels der Methode der Fallrekonstruktion wurden die Daten interpretiert. Diese Methode erlaubt es, latenten Sinn zu explizieren. Dabei zeigte sich, dass objektiv-hermeneutische Schritte als ein weiteres Instrument im Bewertungsraster der Polizeiarbeit eingesetzt werden können.

In einem ersten Schritt werden die objektiven Daten des Täters / der Täterin (Biografie und Straftaten) rekonstruiert. In einem zweiten Schritt werden mit der Methode einzelne Interaktionen zwischen Täter/Täterin und Polizei– vorzugsweise Erstkontakte und aktuelle Täterkontakte –transkribiert und in eine Fallrekonstruktion überführt. Auf dieser Basis können die Polizeibeamten die Lage einschätzen und entsprechend agieren.

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