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Viele Wege führen an die htw saar…
… und wenn man erst mal da ist, wird man bei Fragen und Problemen nicht allein gelassen

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, richtig oder falsch… Es gibt nicht den einen Weg, sondern tausend unterschiedliche, die zum (persönlichen) Ziel führen. Genau das hat Noreen Rach aus Dillingen erlebt.

Sie und ihre Zwillingsschwester sind Bildungspioniere – also die ersten in ihrer Familie, die ein Gymnasium besucht haben. Sie haben zusammen gelernt, sich gegenseitig motiviert und mitgezogen. Nach dem Abitur war für die beiden schnell klar, dass sie studieren wollten. Im Gegensatz zu ihrer Schwester wusste Noreen Rach jedoch nicht, was und bewarb sich für verschiedene Studiengänge. Schließlich ging es nach Gießen, wo sie ein Studium der Ernährungswissenschaften begann. Nach einem Semester brach sie das Studium ab – sie fühlte sich nicht nur unwohl in der Stadt, auch das Studienfach war einfach nicht das Richtige. „Ich bin also wieder nach Hause gezogen und habe überlegt, was ich machen will. Ich musste meinen Weg erst finden. Ich muss sagen, das war damals richtig schwer für mich. Ich habe mich wie ein Versager gefühlt – das Studium abzubrechen, ohne zu wissen, was ich stattdessen machen will“, erzählt die heute 27-Jährige.

Nach einiger Zeit entschied sie sich schließlich für eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei Villeroy und Boch in Mettlach. „Das Studium hatte für mich einfach zu viele Hürden. Ich hatte Angst, dass ich es nicht mehr hinkriege und wollte etwas Handfestes.“ Die Ausbildung meisterte sie mit Bravour, verkürzte die Ausbildungszeit sogar auf zwei Jahre. „Ich habe anschließend kurzzeitig in der Personalabteilung gearbeitet, dann aber festgestellt, dass mir das irgendwie nicht reicht. Ich wollte mehr“, erzählt Noreen Rach. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sie sich wieder bereit für ein Studium. Da sie während ihrer Ausbildung viel Kontakt zu Kunden in aller Welt hatte, entschied sie sich für den Bachelor-Studiengang Internationale Betriebswirtschaft an der htw saar. „Ich weiß gar nicht, ob ich ohne den Umweg noch mal an eine Hochschule gekommen wäre. Ich habe mich bewusst für die htw saar entschieden, da sie praxisorientiert ist und ich aufgrund meiner früheren Erfahrungen nicht mehr an eine Uni wollte. Ich habe das Gefühl, dass ich hier mehr Hilfestellung bekomme. Das war perfekt für mich“, erzählt die Studentin.

Unterstützung bei Fragen zu Studium, Studienfinanzierung und Co. erhielt Noreen Rach nicht nur von ihrer Schwester, sondern auch im Rahmen des Mentoring-Programms für Erstsemester. Sie hatte einen direkten Ansprechpartner aus ihrem Studiengang, der ihr erklärte, wie alles funktioniert. Das hat ihr besonders gut an dem Programm gefallen. „Wenn man die erste in der Familie ist, die studiert, muss man sich immer an irgendwelche Stellen wenden, wenn man Fragen hat. Zu Hause ist ja niemand, der weiterhelfen kann. Am Anfang fand ich es schon ein bisschen schwierig, da durchzublicken.“ Für das Mentoring-Angebot der htw saar war Noreen Rach sehr dankbar und gab später selbst ihre Erfahrungen an die neuen Studierenden weiter.

Seit langem engagiert sie sich bei der Initiative Arbeiterkind.de – einer gemeinnützigen Organisation, die Schüler und Studierende aus nicht-akademischen Familien unterstützt. „Der Austausch mit Leuten, denen es genauso geht wie mir, hat mir damals sehr geholfen.“ Insbesondere das Studium zu finanzieren war für Noreen Rach nicht immer eine leichte Aufgabe. Im ersten Bachelor-Jahr konnte sie noch auf eine Förderung im Rahmen des Deutschlandstipendiums zurückgreifen. Danach hatte sie zeitweise drei Jobs parallel, um über die Runden zu kommen: „Es war schon anstrengend, Arbeit und Studium unter einen Hut zu bekommen. Ich hatte manchmal wirklich Existenzängste. Irgendwann musste ich im Studium ein bisschen zurückfahren und habe ein Semester länger studiert, weil es einfach zu viel wurde. Zum Glück gibt es heute viele Beratungsstellen, die einem weiterhelfen.“

Noreen Rach ist eine von über 6.000 Studierenden an der htw saar und hat ihren Weg nach einigen Umwegen gefunden. Auch wenn die Studienzeit für sie nicht immer leicht war, hat sie ihr Bachelor-Studium mit Auszeichnung beendet. Heute ist sie im dritten Semester des Master-Studiengangs Marketing Science.

Was ist für Noreen Rach Vielfalt?
„Als ich in der Schule war, dachte ich, es gibt nur zwei Wege: Ausbildung und Arbeiten oder Studium und Arbeiten – als wäre das alles total geradlinig. Es gibt aber tausend unterschiedliche Wege, die zum persönlichen Ziel führen. Es ist völlig egal, wie man es erreicht und irgendwie finde ich es richtig schön, dass man an der htw saar so viele unterschiedliche Leute und ihre Geschichten kennenlernt.“

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