Bundesverfassungsgericht erklärt § 217 StGB für mit dem Grundgesetz unvereinbar und nichtig

"Das Urteil des Bundesverfassungsgericht vom 26.02.2020 stellt eine Sternstunde des Verfassungsrechts dar", so der Beschwerdeführer und Verfahrensbevollmächtigte der Verfassungsbeschwerde gegen § 217 Strafgesetzbuch (Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung) Rechtsanwalt Prof. Robert Roßbruch. In seiner zentralen Aussage stellte das Bundesverfassungsgericht fest: "Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen. Die Entscheidung des Einzelnen, seinem Leben entsprechend seinem Verständnis von Lebensqualität und Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz ein Ende zu setzen, ist im Ausgangspunkt als Akt autonomer Selbstbestimmung von Staat und Gesellschaft zu respektieren." Das Bundesverfassungsgericht erklärt damit das Selbstbestimmungsrecht als elementarer Bestandteil und Ausdruck der Menschenwürde zum höchsten Rechtsgut unseres Grundgesetzes, dass nicht disponible ist und sich einer grundrechtlichen Güterabwägung entzieht. Für meine Mandanten, so Prof. Robert Roßbruch, bedeutet dieses Urteil, dass sie nun endlich die Möglichkeit haben, sich mit professioneller Hilfe (z. B. durch ärztliche Suizidassistenz) sicher und schmerzfrei suizidieren bzw. professionelle und legale Hilfe hierzu leisten zu können.

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