Exkursion zu den Bosch Werken in Homburg

(Werk Ost) am 06.02.2008



Am 06.02.08 trafen wir uns um 14 Uhr am Eingang Ost zu einer Besichtigung mit dem Schwerpunkt Firmen-/Produktionslogistik. Begleitende Professoren waren Prof. Dr. Bousonville und Prof. Dr. Large. Empfangen wurden wir in einem Seminarraum von Herrn Huwig, dem Leiter der physischen Logistik, und Herrn Sohns, dem Leiter des Logistikzentrums.

Zu Beginn wurde uns folgender Veranstaltungsablauf bekannt gemacht:

1. Begrüßung, Vorstellung der Mitarbeiter
2. Vorstellung Werk Homburg
3. Vorstellung Logistik im Werk Homburg
4. Praktische Anschauung
5. Möglichkeiten des Firmeneinstiegs
6. Diskussionsrunde

Nach der Begrüßung und der Vorstellung der uns begleitenden Mitarbeiter folgte die Präsentation des Bosch Werks in Homburg anhand eines kurzen Werbetrailers. Anschließend gab uns zuerst Herr Huwig einen Überblick über die Organisation und die Aufgaben des Werks. Das Werk produziert und entwickelt vorrangig Dieseleinspritzsysteme. Es folgte eine detaillierte Einweisung in die Firmenlogistik durch Herrn Sohns.

Es wurde deutlich, dass Gabelstapler nur noch in Ausnahmefällen zum internen Transport eingesetzt werden. Dies ist Teil der „Vision 2011“ im Rahmen derer die Intralogistik neu strukturiert werden soll. Kern dieser Vision ist das bereits 2005 eingeweihte Logistikzentrum (LZ). Hier werden alle Warenein bzw. -ausgänge zentral abgewickelt. Die interne Logistik wird zukünftig auf festen Wegen von Statten gehen. Das bedeutet, dass der Transport der Produktionsgüter vom LZ zum Verarbeitungsort erst mit Hilfe von Firmen-Lkws bis zum richtigen Halleneingang und von dort aus mit Hilfe von kleineren Zug-Einheiten („Milkrunnern“) zum jeweiligen Einsatzort transportiert werden. Die Lkws und Milkrunner verkehren nach einem bestimmten Zeitplan, egal wie viele Güter zu transportieren sind. Außerdem verkehren die Milkrunner in den einzelnen Produktionshallen so, dass sie die Ferigungsstufen der einzelnen Produkte ebenfalls miteinander versorgen. Die Produktion verläuft nach dem Pull-Verfahren. Hierbei werden KANBAN Karten als Materialanforderung bzw. Materialbegleitschein verwendet. Die Anforderung verläuft automatisch, Bestellungen gehen direkt im Logistikzentrum ein und werden automatisch mit Hilfe des internen Transportsystems zum Orderplatz transportiert.

Anschließend folgte die praktische Anschauung mit dem Rundgang durch einen Teil der Fertigungsanlagen. Die Führung begann im Logistikzentrum. Hier wurde uns erklärt, dass dieses am 13.05.2005 mit einer Fläche von 11400 qm neu eröffnet wurde. Sämtliche Warenein bzw. –Ausgänge sowie die Versorgung aller Werke von Homburg bis St. Ingbert werden zentral über dieses Lager bedient. Dabei werden insgesamt rund 3000 Aus- und Einlagerungen am Tag durchgeführt. Herzstück des Zentrums ist ein vollautomatisches Hochregallager.

Weiter ging es in einem Fertigungsgebäude, in dem ein Teil der Produktion für eine Dieseleinspritzpumpe stattfindet. Erstes Anschauungsobjekt war eine Haltestelle für „Milkrunner“. Diese Haltestelle dient als Pufferlager zwischen den einzelnen Produktionsstätten. Die Produkte werden hier nach dem „First in, first out“ -Prinzip mit Hilfe der Milkrunner entweder zur nächsten Produktionsstufe oder nach Umladung auf Werks-Lkws ins zentrale Logistikzentrum transportiert. Anschließend führten wir unseren Rundgang zum Milkrunner- Hauptbahnhof fort. Diese – noch provisorisch eingerichtete – Lagerhalle bildet den Anfangs- und Endpunkt der Versorgungsfahrten. Alle Abweichungen vom Fahrplan und sonstige Fehlermeldungen werden hier protokolliert und für alle Mitarbeiter ersichtlich ausgehängt. Auch werden hier kleinere Wartungsarbeiten an den Zugverbänden durchgeführt und Güter zwischen Milkrunnern und Werks- Lkws zum Weitertransport verladen. Dieser Hauptbahnhof bildet außerdem einen Punkt an dem die oben beschriebenen KANBAN-Karten auf die Produkte verteilt bzw. speziell angefordert werden. Anschließend besichtigten wir noch eine weitere Milkrunner- Haltestelle an der uns die Bedeutung der angebrachten Schilder verdeutlicht wurde. Einen Einblick in den Produktionsablauf erhielten wir leider nur sporadisch.

Nach dem praktischen Teil der Besichtung fanden wir uns wieder im Seminarraum ein. Unter der Leitung von Frau König (Personalabteilung) wurden uns verschiedene Möglichkeiten zum Firmeneinstig bei Bosch nahe gebracht. Bemerkenswert sind hier die verschiedenen Möglichkeiten sich schon während dem Studium in Form von Praktika und als Werksstudent bei Bosch einzuarbeiten. Genaueres über die Einstiegsmöglichkeiten findet man auf der Website www.bosch-career.de.

Nach dieser aufschlussreichen Vorstellung startete die Diskussionsrunde, nach der wir uns verabschiedeten und die Exkursion beendeten.

Matthias Leps, 3. Semester, DFHI Logistik


Professor für Logistik und Wirtschaftsinformatik
t +49 (0) 681 / 5867 - 578