Studie: Saarländischer Mittelstand verliert in der Corona-Krise Anschluss bei Digitalisierung

Studie von htw saar und saaris zu Digitalisierung und Corona zeigt, dass zahlreiche Unternehmen im Saarland an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Fehlende Digitalisierungsstratgie und Investitionszurückhaltung vergrößern die Lücke zu digitalen Vorreitern. Viele kleine und mittlere Unternehmen kümmern sich nur um digitale Kommunikationstools, aber nicht um digitale Geschäftsmodelle.

saaris und htw saar haben von 1. März bis 21. März 2021 eine Studie zu „Corona und Digitalisierung – wo steht der saarländische Mittelstand?“ durchgeführt. Ziel dieser explorativen Studie ist, die Auswirkungen der Corona-Krise auf Digitalisierungsaktivitäten und Investitionsverhalten von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu untersuchen. Teilgenommen haben 454 Unternehmen, im Wesentlichen aus dem saarländischen Mittelstand, aber auch global tätige Unternehmen aus der Automobil- und Zulieferindustrie mit Standorten im Saarland.

Die Kernergebnisse zeigen deutlichen Handlungsbedarf auf:

  • 67% der befragten Unternehmen sind aufgrund der Corona-Krise in ihrer Geschäftstätigkeit negativ oder stark negativ beeinträchtigt,
  • 16% der Unternehmen haben ihre Investitionen in 2020 komplett eingestellt,
  • 66% der Unternehmen haben Digitalisierungsaktivitäten ausgebaut – der weit überwiegende Teil aber nur, um Home Office mittels Kommunikationstools zu ermöglichen.

 

Dahinter liegen zwei deutlich hervortretende Muster:

  • Grundlegend gilt über alle Industrien hinweg: je kleiner ein Unternehmen, desto stärker ist es von der CoronaKrise getroffen, desto weniger wurde investiert, umso schwächer sind die Digitalisierungsinitiativen ausgeprägt.
  • Unternehmen mit vorhandener Digitalisierungsstrategie sind gut oder sehr gut durch die Corona-Krise gekommen, und haben ihre Investitionen in 2020 teils deutlich gesteigert: Digitalisierungsstrategien mit klaren digitalen Geschäftsmodellen haben sich also in der Krise als Erfolgstreiber erwiesen und bewährt.

„Kleinere und mittlere Unternehmen haben während der Krise massiv an Wettbewerbsfähigkeit verloren – viele Unternehmen haben ihre Investitionen zurückgefahren oder sogar komplett eingestellt. Damit entsteht ein deutliches Risiko, dass zahlreiche Unternehmen den digitalen Anschluss verlieren und nach Auslaufen staatlicher Maßnahmen in ihrer Existenz bedroht sind.“ sagt Prof. Dr. Markus Thomas Münter von der htw saar.

Anders als in vielen Berichten vermutet, aber in Einklang mit anderen wissenschaftlichen Studien, ist Corona damit kein allgemeiner Treiber für Digitalisierung:

  • Die meisten Unternehmen nutzen die Krise nicht als Katalysator für wirkliche Digitalisierung – es fehlt an Digitalisierungsstrategie und dem Ergreifen und Erkennen von Wettbewerbsvorteilen.
  • Die Notwendigkeit, Produkte und Prozesse zu digitalisieren, wird gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen durch Hoffnung auf ein ‚zurück ins alte normale Leben‘ verstellt.

Christoph Lang, Geschäftsführer der saaris, fasst die Ergebnisse zusammen: „Unsere Untersuchung mit der htw saar zeigt deutlich, dass die bisherigen Formate zur Digitalberatung sowie zur Unterstützung bei der digitalen Transformation kleiner und mittelständischer Betriebe hinterfragt, weiterentwickelt und vor allem massiv ausgebaut werden müssen. Nur wenn hier Vollgas gegeben wird, ist der saarländische Mittelstand nach der Corona-Krise noch wettbewerbsfähig“.

Corona und Digitalisierung: Inhalte der Studie

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