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Balu sollte jeder aus dem Dschungelbuch kennen. Er ist ein gemütlicher Zeitgenosse, der den kleinen Mogli begleitet und ihm wertvolle Ratschläge mit auf den Weg gibt. Balu ist ein starker Bär, der Mogli beschützt und ihm ein Gefühl von Geborgenheit gibt. Ohne diesen Freund wäre Mogli im weiten Dschungel verloren.

Leider gibt es auch ausserhalb des Dschungelbuchs Kinder, die sich im Dschungel des Lebens nicht zurechtfinden, oder für ihren Platz in unserer Gesellschaft kämpfen müssen. Von solchen Kindern konnte man am 5. Dezember 2012 kurze, ergreifende Geschichten hören, als das Mentoringprojekt „Balu und Du“ sein zehnjähriges Jubiläum feierte. Bei diesem bundesweiten Projekt, stehen so genannte „Balus“, junge Frauen und Männer zwischen 17 und 30 Jahren (in der Regel Studierende), jeweils für ein Jahr einem Grundschulkind, dem „Mogli“, in einer schwierigen Entwicklungsphase als Freund(in) und Begleiter(in) zur Seite. Dabei lernen die Kinder, Probleme im Alltag zu bewältigen, und erleben mit ihren Balus jede Menge Abenteuer in Form verschiedenster Aktivitäten. Seit 2008 gibt es dieses Projekt auch an der HTW.

Moderiert wurde die Jubiläumsveranstaltung von Silvia Grewelinger-Diewald, der Projektkoordinatorin für „Balu und Du“ an der HTW. Der Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Dieter Filsinger, betonte in seiner Eröffnungsrede, dass es sich bei diesem Projekt um einen bundesweiten Vorreiter im Bereich Mentoring und Patenschaftsprogramme für Grundschulkinder handelt.

Stellvertretend für Andreas Storm (Minister für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes), den Schirmherrn der Veranstaltung, fand Staatssekretärin Gaby Schäfer lobende Worte für das Projekt, weil es den Kindern ein großes Geschenk mit auf den Lebensweg gebe und auch die Balus viele Erfahrungen sammelten, die nicht nur im Alltag, sondern auch im Berufsleben wichtig sind. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo verdeutlichte in seiner Rede die schwierige Situation der teilnehmenden Kinder und wie wichtig für sie eine Vertrauensperson sein kann. Gillo sicherte auch für das Jahr 2013 die finanzielle Unterstützung des Regionalverbands zu, die für ein solches Projekt wichtig ist.

Auch die Initiatorin des Mentoring-Programms, Prof. Dr. Hildegard Müller-Kohlenberg (Universität Osnabrück), war zur Feier angereist und zog ein positives Resümee aus zehn Jahren “Balu und Du“. Sie sieht darin eine perfekte Ergänzung zum klassischen Bildungssystem, denn „Moglis und Balus lernen in der Freundschaft voneinander - und das ohne Curriculum“. Und weil die individuellen Probleme und Anforderungen der Moglis völlig unterschiedliche Erfahrungen und Ergebnisse mit sich bringen, spricht Müller-Kohlenberg auch gerne von einem „Breitband-Angebot“. Es zeigt sich bei den Kindern, dass die Freude am Schulunterricht gefördert wird und einst chaotische und unkonzentrierte Kinder anfangen, den Schultag vorzubereiten und dem Unterricht aufmerksam zu folgen. Diese und weitere positive Ergebnisse, auch in Bezug auf die Gesundheit der Kinder, konnten aus vielen Evaluationen gewonnen werden, in denen Balus, Moglis, Eltern, Lehrer(innen) sowie Schulpsycholog(inn)en befragt wurden. Müller-Kohlenberg brachte die Ergebnisse auf den Punkt: „Die Effektstärke des Programms ist höher als die Wirkung von Ritalin. Mit dem Unterschied, dass Ritalin nur negative Nebenwirkungen hat, „Balu und Du“ hingegen ausnahmslos positive.“ Auch bei den Balus zeigte sich nach solch einer verantwortungsvollen Aufgabe, dass sich Arbeitshaltung, Selbstdisziplin und Krisenmanagement bei den meisten deutlich verbessert hatte.

Die Projekt-Initiatorin lobte die HTW und das Technologie-Transfer-Institut Fitt gGmbH für die Koordination und Verwaltung des Projektes. Besonderer Dank ging dabei an die Organisatorinnen Silvia Grewelinger-Diewald und Sandra Hahn, zuallererst aber an die Studierenden, ohne die es kein solches Projekt gäbe - jene Balus, die ehrenamtlich ein Jahr lang die Kinder betreuen.

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurden die elf Balus des letzten Durchlaufs für ihr Engagement geehrt. Zwei von ihnen stellten sich in einer Präsentation mit ihren Moglis und den gemeinsam unternommenen Aktionen vor. Dies waren nur zwei Geschichten von vielen in den letzten zehn Jahren, aber sie reichten vollkommen aus, um allen Anwesenden noch einmal Bedeutung und Tragweite dieses Projektes für die Kinder und ihre jungen Mentor(inn)en aufzuzeigen. Die Kinder entdecken mit ihren Balus die Welt. Nicht selten kommt es vor, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben durch einen Wald spazieren oder ein Eis essen gehen. Dinge, die für die meisten von uns alltäglich sind, bekommen in diesen Geschichten eine völlig neue Bedeutung. Und auch lange nach den Betreuungsjahren, so stellte Müller-Kohlenberg fest, bleiben die Balus und ihre ehemaligen Moglis gerne in Kontakt - ein eindeutiges Zeichen für eine gelungene Freundschaft.

Weitere Informationen zu "Balu und Du" finden Sie hier.

 

Mike Herrmann, M.A., Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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