Enrico Lieblang-Deutschlandstipendium der htw saar

Stipendium: Enrico Lieblang-Deutschlandstipendium der htw saar 

Stipendiat: Jessica Dobry



Enrico Lieblang-​Deutschlandstipendiatin Jessica Dobry: Nach dem Studium als Logistikerin in die Katastrophenhilfe  

MitarbeiterInnen, ProfessorInnen und Studierende der htw saar sind die Förderer des Enrico Lieblang-Deutschlandstipendums, das in Erinnerung an den 2016 verstorbenen Prorektor für Studium und Lehre ins Leben gerufen wurde. Dieses ganz spezielle Stipendium fördert an der htw saar Studierende mit sozialem Engagement -insbesondere an der Hochschule - oder musikalisch-künstlerischem Profil.

Jessica Dobry, Studierende im Master-Studiengang Supply Chain Management, die bereits während Ihres Bachelor-Studiums ein Deutschlandstipendium von Villeroy& Boch erhalten hatte, ist eine der beiden aktuellen Enrico Lieblang-DeutschlandstipendiatInnen. Was der Saarländerin das Stipendium bedeutet und wie sie sich nach dem Studium beruflich engagieren möchte, erfahrt Ihr im folgenden Interview

Hallo Jessica, bevor wir über dein Deutschlandstipendium sprechen, möchten wir gern etwas über dich erfahren:  

Ich bin 28 Jahre alt und gebürtige Saarländerin. Nach meiner Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau habe ich im selben Betrieb als stellvertretende Geschäftsführung gearbeitet und dabei meine Leidenschaft für Betriebswirtschaft entdeckt. Da ich mich als Studienpionierin zunächst nicht getraut habe zu studieren, bin ich zur „Saarbrücker Zeitung“ gewechselt, um mich auf diesem Weg weiterzubilden. Doch mein Wissensdurst konnte damit nicht gestillt werden, sodass ich bereits nach einem Jahr mit dem Bachelor-Studium Betriebswirtschaft an der htw saar begonnen habe. Da meine Schwerpunkte im Bachelor Wirtschaftsinformatik und Logistik waren, fiel mir die Entscheidung leicht, den dreisemestrigen Master-Studiengang Supply Chain Management dranzuhängen.

Wie bist du eigentlich auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, dich für das Deutschlandstipendium zu bewerben? 

Jedem, der an der htw saar studiert, ist das Deutschlandstipendium ein Begriff. Das Besondere am Enrico Lieblang-Deutschlandstipendium ist, dass es von den Mitgliedern der Hochschule über ein Spendenkonto finanziert wird. Das Online-Bewerberportal war mir schon aus dem Bachelor-Studium ein Begriff, denn da hatte ich mich bereits erfolgreich auf dieses Stipendium beworben. Dementsprechend wusste ich, worauf es ankommt.

Und worauf kommt es an? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um das Stipendium zu erhalten?  

Das Besondere am Deutschlandstipendium ist, das sich jede Studierende und jeder Studierende der Hochschule auf das Stipendium bewerben kann – unabhängig von Alter, Nationalität, Studiengang oder BAföG-Bezug. Enge Bewerbungskriterien wie bei vielen anderen Stipendien gibt es hier nicht. Voraussetzungen für eine Bewerbung ist nur, dass der/die Studierende an der htw saar immatrikuliert ist und noch Prüfungsleistungen zu erbringen hat. Bei der Bewerbung auf mein erstes Deutschlandstipendium im Bachelor-Studiengang war ich auf Marketing fokussiert und genau das passte auf die Förderkriterien des renommierten Unternehmens Villeroy & Boch. Mein Motivationsschreiben war es wohl, das überzeugt hat. Es gibt nämlich kein Bewerbungsgespräch.

Was war aus deiner Sicht entscheidend, dass Du in dieser Förderperiode eines der beiden Enrico-Lieblang-Deutschlandstipendien erhalten hast? 

Ich denke, dass die ehrenamtliche Gremienarbeit, die ich seit Beginn des Studiums an der htw saar leiste, ausschlaggebend war. Während meines Bachelor-Studiums war ich in mehr als einem halben Dutzend dauerhaft aktiv. Aktuell sitze ich unter anderem noch im Prüfungsausschuss und im Beirat für Frauenfragen. Der Grund dafür, warum ich jetzt - kurz vor der Master-Thesis - weniger aktiv bin: die fehlende Zeit. Der Master ist sehr arbeitsintensiv aufgebaut, sodass sich die Prioritäten etwas verschoben haben.

Was ist für dich das Wichtigste an Deinem Stipendium?

Das Deutschlandstipendium generell, insbesondere aber auch das  Enrico Lieblang-Deutschlandstipendium, genießt ein sehr hohes Ansehen. Deshalb fühle ich mich besonders geehrt, es zum zweiten Mal erhalten zu haben. Die finanzielle Unterstützung hilft jedem Stipendiaten, alle Aufgaben und Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen. Bei mir ist das auf der einen Seite das Master-Studium, und auf der anderen die Gremienarbeit. Dies nimmt gerade durch die pandemiebedingten zusätzlichen Sitzungen enorm viel Zeit in Anspruch. Und was ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchte: Die meisten Studierenden gehen parallel zum Studium noch einem Nebenjob nach.

Was rätst du anderen Studierenden, die über ein Stipendium nachdenken?  

Mut haben und sich einfach bewerben. Und selbst wer nicht die allerbesten Noten vorweisen kann, der sollte sich keineswegs scheuen. So legt das Enrico Lieblang-Deutschlandstipendium z.B. großen Wert darauf, Studierende mit sozialem Engagement zu unterstützen – unabhängig von akademischen Leistungen.

Hast du dich bereits entschieden, in welchem Tätigkeitsbereich du gern in Zukunft arbeiten möchtest? 

Ja, das habe ich. Ich möchte gern in der Katastrophenhilfe tätig sein, dort meine erlernten Fähigkeiten sinnvoll einsetzen und Nichtregierungsorganisation wie das DRK, das THW oder UNICEF bei ihren Einsätzen in der Welt unterstützen. Als Kauffrau und Studentin habe ich allerhand Erfahrungen gesammelt. Besonders schön waren dabei immer die projektbezogene Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen und Teams. Das möchte ich auch in Zukunft nicht missen.

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