Stipendium...

Förderer: StudienStiftungSaar

Stipendium: Deutschlandstipendium
Stipendiat: Jehad Shafee



Fairer und nachhaltiger Handel(n): Jehad Shafee erhält ein Deutschlandstipendium für sein Engagement zum Thema Nachhaltigkeit  

Für seinen Einsatz in der Nachhaltigkeitsinitiative der Hochschule hat Jehad Shafee im Förderjahr 2020/21 eines von insgesamt 116 Deutschlandstipendien der htw saar erhalten. Dieses spezielle Deutschlandstipendium, das von der StudienStiftungSaar seit einigen Jahren gefördert wird, erhalten Studierende, die sich z.B. im Rahmen der „Fairer Handel(n)“-Initiative der Hochschule für die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Menschen in den Ländern des globalen Südens einsetzen. So wie Jehad Shafee. Der 25-jährige steht kurz vor dem Abschluss seines Bachelor-Studiums im Studiengang Biomedizinische Technik an der htw saar und erzählte im Interview, welche Voraussetzungen er erfüllen musste, um als Stipendiat ausgewählt zu werden und was seine Pläne für die Zukunft sind.


Hallo Jehad, woher kommst du und was hat dich motiviert, in Deutschland zu studieren?

Ich komme aus Nablus, einer Stadt in Palästina. Dort habe ich mein Abitur gemacht und weil ich sehr gute Noten hatte, habe ich die Chance genutzt und mich für ein Studium in Deutschland beworben. Dazu hat mir mein Cousin geraten, der meinte, dass Deutschland sehr gute Hochschulen hat. Ich habe ein Jahr lang auf mein Visum gewartet, währenddessen Deutsch gelernt. Im August 2014 kam dann die Zusage und ich ging nach Saarbrücken.

 

Wieso gerade nach Saarbrücken?

Auch das hat mir mein Cousin empfohlen, weil ich nicht wusste, was ich wirklich studieren wollte. Ich habe lange von Medizin oder Jura geträumt, aber durch den Flüchtlingszustrom 2015 war die Quote für internationale Studierende in den beiden Fächern schon überschritten. Also habe ich nach etwas gesucht, was Medizin möglichst nahe kommt und bin ich auf Biomedizinische Technik gestoßen. Da haben mich besonders die bildgebenden Verfahren fasziniert. Zum Glück habe ich an der htw saar einen Studienplatz bekommen. Und jetzt schreibe ich meine Bachelor-Thesis – ein spannender Weg mit harter Arbeit.

 

Um was geht es dabei?

Es geht um die Implementierung eines Qualitätssicherungsprogramms für ein Patientenhautoberflächendetektionssystem an der Ionenstrahl-Gantry im Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum. Ein sehr langer Titel, ich habe auch etwas Zeit gebraucht, bis ich ihn auswendig konnte.

 

Wie finanzierst Du Dich?

Ich lebe von den 300 Euro, die ich ein Jahr lang monatlich als Deutschlandstipendiat bekomme, Aufwandsentschädigung als AStA-Referent an der htw saar und von Ersparnissen.

 

Wie bist du auf das Deutschlandstipendium aufmerksam geworden?

Diesmal nicht durch meinen Cousin, sondern durch die Aushänge an der htw saar und durch einen Freund, der meinte, ich soll mich doch auch mal bewerben. Mir war bei dem Namen „Deutschlandstipendium“ erst nicht klar, dass sich auch internationale Studierende bewerben können und auch Chancen haben, ausgewählt zu werden.

 

Wie lief die Bewerbung dann ab?

Ich habe mich während der sechs Wochen, die das Bewerberportal im Frühsommer eines Jahres geöffnet ist, mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und weiteren Unterlagen im Bewerberportal der StudienStiftungSaar beworben. Um das FairTrade/Nachhaltigkeitsstipendium zu bekommen, muss man sich z.B. in der Nachhaltigkeitsinitiative an der Hochschule engagiert haben und relativ gute Studienleistungen erbringen. Ich war über einige Semester Fairtrade-Botschafter und später als studentischer Vertreter in deren Steuerungsgruppe; darüber hinaus habe ich zwei Jahre lang ein Projekt von Refuges Welcome geleitet.

 

Hast du ein paar Tipps für Studierende, die sich vielleicht auch bewerben wollen?

Beim Deutschlandstipendium ist das Engagement an der Hochschule oder in der Zivilgesellschaft ein wichtiges Kriterium. Darüber hinaus aber auch die Überwindung von Hürden in der Bildungsbiographie, die Tatsache, dass man Studienpionier/in ist, also die erste Person in der Familie, die ein Studium begonnen hat oder aber eine enge Beziehung der Familie zum Bergbau im Saarland, der ja lange Zeit die wirtschaftliche Grundlage des Landes war. Hier fördern z.B. die RAG-Stiftung und die Stiftung Bergmannshilfswerk Luisenthal Deutschlandstipendien an der htw saar.

Auf das Deutschlandstipendium bewerben können sich wirklich alle Studierende der htw saar und sogar Studienbewerber, egal welcher Studiengang, wie alt sie sind oder welche Nationalität sie haben. Nicht jeder Bewerber kann ein Deutschlandstipendium der htw saar bekommen, aber wer sich nicht bewirbt, hat schon gleich verloren.

Ich bekomme das Deutschlandstipendium bereits im zweiten Jahr und ich bin sehr dankbar dafür; genauso wie für die Tatsache, dass ich in Deutschland mit offenen Armen empfangen wurde. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig pathetisch, aber ich will mit meinen Leistungen im Studium auch etwas zurückgeben. Wer sich einsetzt und etwas leistet, kommt in Deutschland auch weiter, das ist meine Erfahrung.

 

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich will in Deutschland bleiben und entweder im Bereich der medizinischen Physik arbeiten oder promovieren.

 

Was hat dich an Deutschland am meisten überrascht?

Ehrlich gesagt hatte ich in Palästina gar keine konkrete Vorstellung von Deutschland. Es wurde allerdings oft davon gesprochen, dass es hier sehr, sehr viele Regeln für alle Bereiche des Lebens gibt. Das stimmt tatsächlich. Aber ich habe mich gut angepasst, gehe bei Rot nicht über die Ampel, trenne meinen Müll und das Wichtigste: Ich habe viele deutsche Freunde gefunden.

Weitere Informationen: www.deutschlandstipendium.de
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