Text: Prof. Dipl.-Ing. Stefan Ochs, Alexandra Schartner, M. A. 

Was ist eine IBA? 

Eine IBA, also eine Internationale Bauausstellung, versteht sich seit 1903 (Erste Internationale Bauausstellung Mathildenhöhe Darmstadt) als ein Think-Tank der Zukunftsprozesse. Eine IBA ist eine Initiatorin wichtiger, notwendiger, gebauter und prozesshafter Projekte, eine Qualifikationsmaschine, die aus guten Projekten exzellente machen will, ein Qualitätsnetzwerk in einer Stadt oder einer Region schafft. 

Eine IBA schafft Sichtbarkeit nach Innen und Außen und dadurch eine Identifizierungsmöglichkeit für die Bewohner, aber auch ein Image mit Außenwirkung für die Region.  

Eine IBA ist nicht investiv, aber sie stiftet an, sie initiiert und moderiert Prozesse und Projekte und ermöglicht diese. Eine IBA ist keine Projektträgerin, aber sie kann bei Finanzierungs- und Realisierungsfragen unterstützen. „Eine IBA ist mehr als eine Architekturausstellung. Sie entwickelt gesellschaftliche Entwürfe künftiger Lebenswelten. Sie ist ein Transformationsprozess unter sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten. Sie behandelt regionale Problemlagen von Architektur, Stadt- und Regionalplanung.« (Memorandum IBA www.bmi.bund.de)


       


Prä-IBA-Phase 

Vor dem Hintergrund der Präsidentschaft des Saarlandes im Gipfel der Großregion 2019-2020 erhielt die htw saar eine Zuwendung zur Prüfung der Durchführbarkeit einer Internationalen Bauausstellung in der Großregion. Daraufhin wurde eine vierköpfige Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Stefan Ochs gegründet. Zuständig für die Projektkoordination sind Paulina Knobe und Alexandra Schartner, für die Projektassistenz ist Fabienne Grund zuständig. Die grundlegenden Fragen zur inhaltlichen Durchführung einer IBA in der Großregion wurden im Laufe des Jahres 2020 gestellt, dokumentiert und illustriert. 

In der Veranstaltung ›Plädoyer für eine IBA‹ am 8. Oktober 2020 in der Gebläsehalle des Weltkulturerbe Völklinger Hütte wurde die Machbarkeitsstudie zur ›IBA-GR‹ vorgestellt und in Podiumsdiskussionen unter den Überschriften ›International, Bauen und Ausstellung‹ erörtert.  

Alle Schritte, Events, Ereignisse und Ergebnisse des ersten Teiles der Prä-IBA-Phase 2020 sind in 6 Cahiers dokumentiert, welche online als PDF-Download zur Verfügung stehen. Sie dienten als Entscheidungsgrundlage für eine weitere Zuwendungsperiode 2021-2022 mit dem Ziel, eine ›IBA Kompetenzplattform für die Internationale Bauausstellung Großregion‹ vorzubereiten.  

Ein weiteres Ziel wäre es, auf dieser neugegründeten IBA-Kompetenzplattform ab 2023 den Projektraum Saarland und Lorraine zu installieren, der Arbeitstitel dazu lautet ›Saarraine‹. Die dazu benötigten Anträge werden derzeit vorbereitet. (INTERREG, New European Bauhaus, Bundesmittel, Landesmittel, weitere Kooperationspartner).  

Alle Cahiers sowie die Dokumentation der Veranstaltungen finden Sie unter: www.iba-gr.eu. 



                                

 

IBA-PLANT 

Um die notwendige Partizipation aller Interessierten zu erreichen, wurde zwischen April und September 2021 die IBA-Plant‹ in der Erzhalle des Weltkulturerbe Völklinger Hütte initiiert. Im Rahmen des ›Future Lab‹ war das Prä-IBA-Werkstattlabor ein Initiativkurator. Die IBA-Plant war als Ausstellungs- und Eventformat, in welchem in einem spannenden Raum gestaltet, gepflanzt, geträumt, diskutiert und gefolgert wird, konzipiert und installiert. 

Der Aufbau der IBA-Plant entstand in Zusammenarbeit mit Masterstudierenden der Schule für Architektur Saar, AuB und Prof. Dr. Uwe Waller, IngWi., beides Fakultäten der htw saar, sowie dem Interregprojekt Krea.Vert. In einer Plant-Factory aus Bambus und Industriegläsern wurden auf drei Etagen Gemüse und Kräuter angepflanzt, künstliche Sonnen erhellen die Installation. Eine Aquaponik-Anlage wurde zusammen mit der SEAWATER Cubes GmbH installiert und ergänzte die Konzeption eines zukünftigen Nahrungsproduktionskreislaufes. 


DIE THEMEN DER IBA-PLANT 

In den Veranstaltungen der IBA-Plant ging es um die Zukunft unserer Region. Der Begriff ›Klimaregion‹, der die Machbarkeitsstudie des Prä-IBA-Werkstattlabors überschreibt, legte durchweg globale Themen der zukünftigen IBA zu Grunde.  

Im Narrativ eines gemeinsamen Gartens für die Großregion, welches mit dem Voltairesatz »(mais) il faut cultiver notre jardin« unterstrichen wird, werden diese Themen lokal verwurzelt und in elf Events der IBA-Plant diskutiert. Unter anderem waren Mobilität und Energie, Versorgung und Lebensmittel, New European Bauhaus, die Potentiale der Grenzen, das Land, die Stadt, die Landschaft und schließlich die IBA-Plattform und der IBA-Raum zwischen Saar und Mosel die Themen der jeweiligen Abende. 

Zahlreiche Expertinnen und Experten konnten zum Gespräch gewonnen werden und alle Aufzeichnungen sind unter www.iba-gr.eu anzuschauen. Die Inszenierung der IBA-Plant ermöglichte es allen Menschen, inklusiv auf eine Reise mitzugehen, welche die entscheidenden Fragen herausfinden will und grundsätzlich in Kreisläufen denkt. Zeitgemäße Wege der Partizipation sind innerhalb des Hybridformats der IBA-Plant durch Q&A-Tools, Livechats und den einfachen Zugang zu Online-Streams gesichert. 

       

FINISSAGE IBA-PLANT & AUSBLICK 

Die elfte Veranstaltung, »IBA-Plattform|Saarraine«, diskutierte die vergangenen Themen und stellte weitere Fragen: Was bleibt vom Bild des großregionalen Gartens? Wo liegen die Chance und die Potentiale einer IBA-Plattform in der Großregion? Welche zukünftigen IBA-Räume können auf dieser gemeinsamen Plattform entwickelt werden? Kann die Grenzregion Lothringens und des Saarlandes ein gemeinsamer IBA-Raum werden? Zur Finissage der IBA-Plant am 03.09. traf sich die IBA-Familie zum Austausch in einem kulturellen Rahmenprogramm. Der Abend wurde von »Me in the Forest« aus Saarbrücken eröffnet, anschließend folgte ein kurzes Statement von Prof. Stefan Ochs zum wachsenden Garten der IBA-Großregion und leitete gemeinsam mit Franziska Prinz zur anschließenden Gesprächsrunde mit zahlreichen Gästen über. Die Musikerin Laura Cahen aus Nancy beendete den offiziellen Teil des Abends, der informell als »come together« in die Nacht hineinfloss. Noch bis Ende 2022 arbeitet das Team des Prä IBA GR Werkstattlabors an der htw saar. Die folgende Arbeit des Teams wird es sein, geeignete Fördermöglichkeiten auszuloten, um eine IBA-Plattform in der Großregion zu etablieren. Derzeit wird nach passenden ProjektpartnerInnen gesucht, die gemeinsam die Idee der IBA-Plattform aktiv mitgestalten wollen.             

Alle Veranstaltungen stehen auf www.iba-gr.eu und dem Youtube-Channel des Prä IBA GR zum Streamen bereit. 

Fotos: Alexandra Schartner, htw saar;  Illustration: Nathalie Nierengarten, Bureau Stabil, Saarbrücken


Projekt

Prä IBA GR Werkstattlabor an der htw saar IBA-Plant des Prä IBA GR Werkstattlabors im Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Projektlaufzeit

2019 – Ende 2022

Projektleitung

Prof. Dipl.-Ing. Stefan Ochs
Gebäude 11, htw saar
Malstatter Straße 17
66117 Saarbrücken
T +49 (0)681 5867 – 530
stefan.ochs@iba-gr.eu

Projektassistenz

Fabienne Grund, B.A., FB Architektur
T +49 (0)681 58 67 – 99139
fabienne.grund@iba-gr.eu 

Projektkoordination

Alexandra Schartner, M.A., FB Architektur
T +49 (0)681 5867 – 99140
alexandra.schartner@iba-gr.eu 


Paulina Knobe, M.A., FB Architektur
T +49 (0)681 5867 – 99141
paulina.knobe@iba-gr.eu  

Zuwendungsgeber

Ministerium für Finanzen und Europa
Am Ludwigsplatz 7
66117 Saarbrücken 


Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Goebenstraße 40
 
66117 Saarbrücken 

Kontakt

Hochschule für Technik und Wirtschaft
des Saarlandes
Goebenstraße 40
66117 Saarbrücken

Telefon: (0681) 58 67 - 0
Telefax: (0681) 58 67 - 122
E-Mail: info@htwsaar.de

Aufsichtsbehörde:
Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft des Saarlandes

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