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Text: Iris Krämer-Schmeer

Ein großartiger Erfolg: die htw saar ist gemeinsam mit der Hochschule der Bildenden Künste (HBKsaar) Preisträger des BMWi-Wettbewerbs EXIST-Potentiale. Beide Hochschulen erhalten in den nächsten 4 Jahren Fördermittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro, um die Gründungskultur in den Hochschulen im Saarland voranzutreiben, bestätigt Prof. Dr. Jürgen Griebsch, der dieses Projekt mit aktuell einer Mitarbeiterin und zwei Mitarbeitern leitet. »Sicher gibt es bereits Beratungs- und Förderangebote in Sachen Existenzgründung«. Dr. Silke M. Maringer ergänzt: »Ziel unseres Verbundprojekts places2x ist jedoch, das große Potential der Hochschulangehörigen mit Ideen und Gründungsinteresse weiter zu heben und nachhaltig zu fördern.«

Die hochschulinterne Koordinatorin des zunächst vierjährigen Verbundprojekts ist voller Tatendrang. »Wir wollen auf der einen Seite die bereits bestehenden, zum Teil fragmentierten Angebote der saarländischen Hochschulen und weiterer Institutionen vernetzen, auf der anderen Seite ist es ebenso wichtig, Gründungswillige durch den Dschungel an Förderprogrammen, Antragsverfahren und Behördengängen zu begleiten.«

Das Programm beginnt schon früh in der Orientierungs- und Planungsphase. »Auch nach der eigentlichen Gründungsphase haben wir für die Existenzgründer ein offenes Ohr. Ein definiertes Ende gibt es also nicht. Von mir aus bis zum Börsengang«, erklärt die Koordinatorin lachend. Wie wichtig eine Förderung der Gründungsaktivitäten im Saarland ist, bestätigen auch offizielle Zahlen. Mit 74 Gründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen belegt das Saarland im Zeitraum von 2017 bis 2019 unter allen deutschen Bundesländern einen bescheidenen 13. Platz.

Die Redaktion der sichtbar wird dieses Projekt über die nächsten vier Jahre begleiten. Wird das places2x-Team erfolgreich sein? Wie viele Gründungen wird es geben? Gibt es Rückschläge? Große Erfolge zu feiern? Wie und wo fängt man eigentlich an, bei einem so großen Projekt?

 

places2x – erklärt in 5 Schritten

I places2x – Im Überblick

  • Verbundvorhaben von htw saar und HBKsaar
  • Förderprogramm: EXIST-Potentiale
  •  Forschungsförderer: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
  •  Laufzeit: 1. April 2020 bis 31. März 2024
  • Fördersumme: 1,9 Millionen Euro für die angegebene Laufzeit von vier Jahren

II places2x – Das Ziel

Auf- und Ausbau einer flächendeckenden Gründungskultur im Saarland unter Einbindung der vier Hochschulen (htw saar, HBKsaar, UdS und HfM) und zahlreichen Partnern aus dem regionalen Wirtschaftsgeschehen.

places2x lotst, fördert und begleitet vor allem Hochschulangehörige mit Gründungsideen als auch potentielle Unternehmensnachfolger*innen durch ein flächendeckendes, vielschichtiges Unterstützungsangebot.

III places2x – Der Weg

Der Fokus liegt auf einer regionalen Vernetzung und damit der Bildung eines branchenübergreifenden, gründerfreundlichen Ökosystems. Dafür streben die beiden Projektpartner htw saar und HBKsaar eine verbesserte und strukturierte Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Politik an. Es werden hochschulübergreifende Lehrveranstaltungen angeboten, Labore, Werkstätten und Arbeitsgeräte hochschulübergreifend genutzt. Darüber hinaus soll der Gründungsgedanke in Lehre, Forschung und Verwaltung verankert werden.

Zusätzlich haben eine relevante Anzahl von Wirtschaftsunternehmen, Banken, Kammern und Verbänden, Städten und Kommunen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Projekt bekräftigt. Dazu zählen u. a. das Amt für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Saarbrücken, DudoPark GmbH, Eurokey, PEMTec, ALWIS, bigFM, Dock 11, Fase 15, FITT gGmbH, Hager Group, IHK des Saarlandes, Industrie- und Handelskammer, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Gemeinde Wadgassen, K8, levoBank, Saaris e.V., Saarland Offensive für Gründung, SIKB, Sparkasse Saarbrücken, Staatskanzlei des Saarlandes, Wirtschaftsförderung des Landkreises Saarlouis und die VSE AG. Ihre konkreten Leistungen reichen von Maßnahmen zur Netzwerkbildung bis zur Bereitstellung von materiellen und nicht-materiellen Ressourcen (Räume, Arbeitsgeräte, Produktions- und Werkstätten sowie Übernahme von Mentorenschaften, rechtlicher und steuerrechtlicher Beratung für Start-upler).

IV places2x – Der Name

Das x in places2x (sprich: places to x) steht für eine strukturierte Roadmap, die durch die vier Gründungsphasen abgebildet wird:

  1. Die Sensibilisierungsphase wird zu places2learn

Hier werden gründungsinteressierte Schüler*innen und Studierende durch Kombination von Wissens- und Erlebnisinhalten an die Themen Unternehmensgründung und Unternehmertum herangeführt. Es werden Veranstaltungsformate konzipiert, in denen spielerisch Arbeitstechniken, Geschäftsmodelle oder Entwicklung von Prototypen ausprobiert werden können.

  1. Die Vorgründungsphase wird zu places2create

Die zweite Phase reicht von der konkreten Idee bis zur Entscheidung, ein Start-up zu gründen. Der Fokus liegt hier auf dem Schaffen geeigneter Räume, in denen erste Konzepte reifen. Hier werden angehende Gründer beraten, Gründungsteams finden zueinander, Start-ups treffen Experten, Mentoren und Förderer, um sich in zwangloser Atmosphäre auszutauschen. Ebenfalls werden in dieser Phase detailliertes Marktfeedback über qualitative und quantitative Kundengespräche sowie Meinungen zu erstellten Prototypen eingeholt.

  1. Die Gründungsphase wird zum places2launch

Der Businessplan steht, die Validierung über Prototypen fand statt, die Markteinführung wird vorbereitet. Das Gründungsbüro unterstützt in allen Fragen der Produktionsplanung und -vorbereitung, dem Aufbau eines geeigneten Vertriebsnetzes und hilft bei rechtlichen und finanziellen Herausforderungen. Zu fehlenden Kompetenzen gibt es hochschulübergreifende Seminare, Workshops und Fachvorträge. Über eine digitale Plattform können themen- und branchenspezifische Infopakete heruntergeladen werden sowie mehrwertstiftende Funktionen eine DSGVO-konformen CRM-Systems genutzt werden.

  1. Die Wachstumsphase wird zum places2grow

In der letzten Phase, der Wachstums- und Ausbauphase, geht es darum, die Ausgründung zukunfts- und wettbewerbsfähig zu machen. Places2x berät in Sachen Kundenmanagement, bei der Positionierung im Wettbewerb, dem Personalrekruiting, im Falle notwendiger Anschlussfinanzierungen oder der Teilnahme an großen Pitches. Wenn erforderlich, werden Business-Angels und weitere Investoren für Kooperationen gesucht. Umgekehrt werden die mittlerweile erfahrenen Gründer gebeten, an Peer-Meetings im Gründungsbüro teilzunehmen und über ihre Erfahrungen zu berichten. 

V places2x - Das Team

Das hochschulübergreifende, interdisziplinäre Gründungsbüro beschäftigt aktuell drei Gründungsberater. Die Gründungsberatung des Transfer-Instituts der htw saar, FITT gGmbH, ist komplementär eingebunden und soll das Team mit betriebswirtschaftlichen Kompetenzen während der Wachstumsphase ergänzen. Die FITT gGmbH übernimmt perspektivisch die Gründungsberatung in dieser Phase, um bei der Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen sowie bei der Suche nach Kooperationspartnern unterstützend tätig zu sein.

 

Projekttagebuch:

Start des hochschulübergreifenden Gründungsbüros

Machen ist wie wollen, nur krasser. »Stimmt«, bestätigt Felix Kirschstein lachend und schiebt gleich zwei Alternativen hinterher. »›Ideen sind etwas, Umsetzung ist Alles‹ oder was hältst Du von ›Veränderung ist einfach, Verbesserung ist viel herausfordernder‹«. Felix eilt zum Telefon. Keine Spur von einem Blues zum Wochenstart. Gründungsberater Benjamin Lang sitzt vor dem Rechner und programmiert. An ihm gehen die Montagsmotivationen völlig vorbei. »Wenn ich so drüber nachdenke,  gab es keine Anlaufphase«, stellt Felix nach dem Telefonat erstaunt fest und notiert den gerade vereinbarten Termin. »Es ging gleich richtig zur Sache.«

Sofort loslegen, sagt Dr. Silke M. Maringer, war auch ihr Gefühl, als sie aus der Forschungsgruppe Verkehrstelematik zum Gründungsbüro in der Abteilung Forschung und Wissenstransfer wechselte. Preisträger des EXIST-Wettbewerbs zu sein, erklärt sie, sei ein wichtiger Impuls für die htw saar als Gründerhochschule und eine Anerkennung für das bisher Geleistete. Die vielen Einschränkungen zurzeit machen es den Gründungsberatern nicht leicht. »Die große Auftaktveranstaltung, das Kick-off für alle projektbeteiligten Hochschulen und Partner aus der Wirtschaft ist erst mal verschoben. Ebenso erste Begegnungen mit Schulklassen und Studierendengruppen. Was nicht heißt, dass es unseren Eifer bremst.«

In der Tat bestätigt ein Wochenausschnitt aus dem Projekttagebuch des Teams eine Vielzahl an Aufgaben und Terminen.



Freitag, 04.09.2020

Silke M. Maringer und Felix Kirschstein beginnen den Tag mit einem Treffen im Hochschul-Technologie-Zentrum der htw saar. Sie treffen die Gründer von Easy to Ride, kurz E2R. Die Jungingenieure entwickeln einen stufenbasierten Spurwechselassistent für Motorräder. Im Team gab es während der Ausgründung personelle Veränderungen, Maringer und Kirschstein eilen zu Hilfe. Es gilt, neue komplementäre Teammitglieder zu finden und das Start-up weiter zu begleiten. Mit dem Mentor der Ausgründung E2R, Prof. Dr.-Ing. Jörg Hoffmann, bespricht die Gründungskoordinatorin, wie man das Thema Unternehmertum und Existenzgründung in die Lehre integrieren kann, z. B. durch Einbindung von Planspielen, über Projektarbeiten der angehenden Ingenieure usw.

Die beiden erhalten beim Gespräch im HTZ einen Hinweis auf einen potentiellen Gründer, der gerne mit ihnen ins Gespräch kommen möchte. David Ahmed beschäftigt sich mit Urban Farming. Seine Ausgründung HEXAFARMS nutzt künstliche Intelligenz, um hocheffizient Pflanzen anzubauen. Felix nimmt telefonischen Kontakt zu David auf und vereinbart ein erstes Treffen.

Am Nachmittag steht ein Treffen mit der Hochschulkommunikation an. Welche Kanäle kann das Gründungsbüro zukünftig nutzen, um mit Studierenden in den Dialog zu treten?

Der Tag endet – wie häufiger – mit einem kurzen teaminternen Reporting über die letzte Woche. Silke berichtet über ihr Treffen mit André Miede, Professor für Computer Science and Business Information Systems an der htw saar. Miede hat gerade den Landespreis für Hochschullehre für ein ganzheitliches Lehrkonzept bekommen. Beide interessiert die Entwicklung von Plattformen und Projekten für digitale Lehrveranstaltungen. Am Dienstag, 1. September, fand im Haus der Union Stiftung eine Podiumsdiskussion mit Ammar Alkassar statt. Alkassar ist CIO und Beauftragter des Saarlandes für Innovation und Strategie und diskutierte gemeinsam mit den Gründerexperten Sven Schmidt, Philipp Marxen und Bernd Pohl über erfolgreiche Start-up-Strategien für das Saarland.

Felix berichtet über die Gründer Niklas und Marko aus Heidelberg, die er bereits in seiner Tätigkeit dort beraten hat. Die Gründer wollen auf ihren Coach nicht verzichten und bringen ihr Projekt zur htw saar. Ihre Idee: die Matching-Plattform  JobFi, die Ausbildungssuchende und Ausbildungsbetriebe zusammenführt und schon auf Interesse bei der Handwerkskammer gestoßen ist. Das Team strebt ein EXIST-Gründerstipendium an und sucht nun an der htw saar einen Mitgründer mit IT-Kompetenzen im Bereich App-Entwicklung oder KI.


 

Montag, 07.09.2020

Gleich zu Wochenbeginn startet der Crashkurs für die Gründungsberater der htw saar, HBKsaar und der FITT gGmbH. Dozent ist Felix Kirschstein. In dem Workshop geht es um das EXIST-Gründerstipendium, das Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen unterstützt, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten. Bei dem Stipendium können Teams mit mehr als 135.000 Euro gefördert werden und sich so für ein Jahr rund um die Uhr der Realisierung der Geschäftsidee widmen.

An dem Workshop nimmt auch Benjamin Lang teil, der seine Arbeit im Gründungsbüro zum 1.10.2020 aufnimmt.

Dienstag, 08.09.2020

Der Dienstag beginnt für beide mit einem Treffen mit Julia Hartnik von der HBKsaar. Auf der Agenda steht die Teilnahme des places2x-Gründungsbüros an der Gründerwoche vom 16. bis 22. November. Die Gründerwoche ist eine bundesweite Aktionswoche rund um das Thema berufliche Selbständigkeit. Veranstalter ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Zusätzlich planen Frau Maringer und Frau Hartnik eine erste hochschulübergreifende Lehrveranstaltung von htw saar, HBKsaar und HfM Saar (Hochschule für Musik Saar) im Kontext des Gründens. Mögliche Anknüpfungspunkte an den MA-Studiengang Kulturmanagement werden durchgespielt, Termine mit Vertretern aller Hochschulen vereinbart. 

Weiter geht es mit einem Telefonat mit Vertretern des ALWIS Saarland e.V. Silke stellt das neue Gründungsbüro vor und es werden zukünftige gemeinsame Aktivitäten wie Berufsinformationstage/überregionale Schülerfirmenmessen, das Sommercamp und Plan-spiele an diversen saarländischen Schulen besprochen. Auch der Wettbewerb »Jugend gründet«, ein bundesweiter Businessplan- und Planspiel-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für Schüler und Auszubildende tritt in den Fokus der Unterhaltung. Es wird ein gemeinsames digitales Treffen mit Vertretern des ALWIS Saarland e.V., des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, des Bildungsministeriums des Saarlandes sowie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) für November vereinbart. Gemeinsam geht es darum, Ideen und Impulse zu entwickeln, um das Thema Unternehmertum im Unterricht zu thematisieren.

Im Jour fixe der Abteilung Forschung und Wissenstransfer berichtet Silke M. Maringer, dass anstelle des geplanten Kick-offs eine digitale Ringvorlesung zum Thema »Geist statt Kohle – Geschichten übers Gründen« stattfinden wird. Geplant sind 11 Termine ab dem 5. November 2020. Statt auf Kohle zurückzugreifen, stehen hier Ideen im Fokus, die Gründer vorangetrieben haben.

Darüber hinaus hat die HBKsaar eine Ausschreibung für Grafikagenturen gestartet, um einen Projektmarkenauftritt für das Gründungsbüro zu kreieren. Die Grafiker sind selbst Existenzgründer und werden ihre Ideen in einem Pitch vorstellen. Silke M. Maringer schließt mit der Info, dass das Gründungsbüro nun auch die Koordination und Verwaltung des Gründerzentrums im Innovations-Campus Saar übernehmen wird.

Der Nachmittag steht ganz im Zeichen des 8. Saarland-Pitch 2020. An der Universität des Saarlandes (UdS) stellen zehn technologiebasierte Start-ups ihre innovativen Gründungsideen und Geschäftskonzepte vor.




Mittwoch, 09.09.2020

Zur Wochenmitte findet der zweite Teil des EXIST-Crashkurses von Felix Kirschstein statt. Kurz darauf eilen die Gründungsberater zum nächsten Termin, denn die htw saar empfängt hohen Besuch: Die saarländische Wirtschaftsministerin Frau Anke Rehlinger ist gemeinsam mit dem luxemburgischen Wirtschaftsminister Herrn Franz Fayot zu Gast, um das »Schwester-Projekt« der htw saar, PUSH.GR, kennenzulernen. Das Interreg-Projekt entwickelt eine digitale Informations- und Kommunikationsplattform für Unternehmer, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und innovative Unternehmensgründungen in der Großregion voranzutreiben. Beide Projekte profitieren davon, dass das Saarland als Kernregion Europas über große Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit verfügt. Dies gilt es vor allem im Bereich der grenzüberschreitenden Existenzgründung und der Unternehmensnachfolge zu nutzen.

Am Nachmittag treffen sich Silke M. Maringer und Felix Kirschstein mit ihren Ansprechpartnern der HBKsaar. Anlass ist das Auftaktgespräch mit dem Projektträger Jülich (PtJ). Das Gründerbüro wird den Vertretern des PtJ über die organisatorische Zusammenstellung des Büros places2x berichten, den Entwicklungsstand aufzeigen und die nächsten offiziellen Termine und Meilensteine benennen.

Abends verfolgt das Team gespannt den Aktuellen Bericht, die regionale Tagesschau des Süddeutschen Rundfunks (SR), der über den Besuch der saarländischen Wirtschaftsministerin und des luxemburgischen Wirtschaftsministers an der htw saar einen Beitrag sendet.



Donnerstag, 10.09.2020

Die Gründungsberater machen sich gemeinsam mit Kollegen des Gebäudemanagements auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für eine Gründerlounge für agile Beratungen und Workshops. Die Anforderungen wurden im Vorfeld besprochen, die Raumnot der Hochschule erschwert die Suche.

Silke M. Maringer trifft IT-Administrator Jens Stobbe und Projektkoordinator Martin Rapräger. Die Projektkoordinatorin informiert sich über die Möglichkeiten, ein Kundenmanagementsystem für die Gründungsinteressierten und Grün-der in das zukünftige Campus-Management-System einfließen zu lassen oder eine neue Plattform aufzusetzen, die an die Hochschulstrukturen angelehnt wird, um Effektivität und Servicequalität sicherstellen zu können.

Der Arbeitstag schließt mit dem wöchentlichen Team-Meeting. Silke besuchte in der letzten Woche das K8, das Institut für strategische Ästhetik der HBKsaar, das die Transfer- und Weiterbildungsaktivitäten der künstlerischen Hochschulen im Saarland unterstützt. Im Gespräch geht es um mögliche gemeinsame Workshops und Events. Auch mit dem 3Klang Campusradio einigten sich Silke M. Maringer gemeinsam mit Frau Prof. Gabriele Langendorf, Julia Hartnik (beide HBKsaar) und Prof. Dr. Jörg Abbing (HfM Saar) darauf,  künftig über Veranstaltungen und Gründer zu berichten. Im Telefonat mit Dr. Frank Döbrich von der Patentverwertungsagentur der KWT der UdS ging es um die Abstimmung von Geheimhaltungsvereinbarungen. Diese sind wichtig, wenn es um die vertrauliche Abstimmung von Geschäftsideen geht. Silke M. Maringer hält Rücksprache mit Bernd Schwarz, dem Justiziar der Hochschule und der Datenschutzbeauftragten von UdS und htw saar Barbara Partzsch.

Felix Kirschstein berichtet über einen Termin mit Tobias Häfele, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor für Industrielle Produktion von Professor Dr. Jürgen Griebsch. Der Doktorand ist Experte für moderne Fertigungstechniken wie 3-D-Druck bzw. Additive Fertigung. Beide Kollegen werden sich schnell einig, die Möglichkeiten einer Kooperation zwischen dem Gründungsbüro und dem Labor für Industrielle Produktion zu nutzen. Dabei geht es vor allem um das Thema Design Thinking  und die Fertigung von Prototypen durch Gründungsinteressierte.

Für die Ausgründung HEXAFARMS und alle kommenden Existenzgründer plant das Team ein Gründungspaket zu entwickeln. Das Gründungspaket ist eine Art Leitfaden für Start-ups und besteht aus individuellen Bausteinen von Dienstleistungen des places2x-Gründungsbüros. Grundlage jedes Angebots ist ein persönlicher Ansprechpartner mit relevanter Expertise, der als zentraler Sparringspartner den Gründern zur Verfügung steht. Das Angebot umfasst je nach Bedarf die Entwicklung und Überprüfung tragfähiger Geschäftsideen, Beratung bei der Erstellung eines konkreten Geschäftsmodells, Intensiv-Workshops zur Anfertigung eines belastbaren Businessplans, die Suche nach komplementären Mitgründern, die Vernetzung innerhalb der Gründungs-Community und Vermittlung von Mentoren, die Empfehlung von Fachseminaren zu allen relevanten unternehmerischen Themen, Seminare zum Zeitmanagement und der optimalen Strukturierung der Geschäftsabläufe, die Beratung bei Vermittlung von Fachleuten für die Erstellung von Geschäftsausstattung und Webseiten, Unterstützung bei der Wahl der Rechtsform, des Firmennamens, Gewerbeanmeldung, Auswahl von Versicherungsleistungen, der steuerlichen Erfassung durch das Finanzamt, im Marketing und Vertrieb, Suche nach Förderprogrammen und -darlehen, Beratung in Sachen Finanzplanung und Risikomanagement, Vermittlung von Geschäftsräumen und Infrastruktur u. v. m.

Schritt für Schritt begleitet places2x die eigentliche Gründungsphase bis hin zur Aufbau- und Wachstumsphase des Unternehmens. Dazu gehört auch eine regelmäßige Evaluierung und Optimierung der eigenen Beratungs- und Förderleistungen.

Freitag, 11.09.2020

Die IHK Saarland und Dock 11 bieten am ›Tag der Kreativwirtschaft‹ einen einfachen Einstieg in viele wichtige Aspekte für den erfolgreichen Aufbau eines Unternehmens. Das Team von places2x ist mit dabei. Das Gründungseinmaleins für kreative Querdenker befasst sich an diesem Tag vor allem mit rechtlichen und kaufmännischen Fragen wie Versicherungen, (Kalt-)Akquise, Rechtsschutz, Steuern und Finanzierungangebote.

Diese Veranstaltung ist eine sinnvolle Möglichkeit, sich mit den Gründungs-Akteuren in Saarbrücken weiter zu vernetzen und auch nach Möglichkeiten von Win-Win-Situationen zwischen verschiedenen Start-ups und Gründungsinteressierten zu suchen. Später am Tag tauscht sich das Team zusammen mit der HBKsaar über das zukünftige Akteursmapping aus. Silke erläutert, dass es für viele Anliegen die richtigen Angebote gibt, doch oftmals sehen die Gründungsinteressierten den Wald vor lauter Bäumen nicht und sind dadurch in der hochsensiblen Ideenphase schnell desillusioniert. Das Team wird eine Art Map erstellen, in der alle Akteure mit ihren Aufgabengebieten gebündelt dargestellt werden.

Die Arbeitswoche schließt mit einem Networking-Treffen im DudoPark. Silke M. Maringer steht mit dem geschäftsführenden Gesellschafter des DudoParks, Knut Meierfels, seit einer Delegationsreise nach Shanghai im engen Kontakt und weiß, dass in Dudweiler Großes entsteht. Die 1920 von Eugen Schwamm gegründete »Rind-, Kalb- und Schweinemetzgerei en gros et en detail«  wird zu neuem Leben erweckt. Es entsteht ein Innovationspark bzw. ein Gründerzentrum. Dazu wird das Gebäude saniert und aufgestockt; die Seele der ehemaligen Manufaktur soll erhalten bleiben. Das places2x-Team schaut sich die Baufortschritte vor Ort an und plant, dort zukünftig auch Gründerteams unterzubringen.



places2x – die Hochschuloffensive für Existenzgründer

Ende Oktober, das Gründerbüro ist unermüdlich. »Praktische Hilfestellung ist unsere Maxime. So schaffen wir gründerfreundliche Rahmenbedingungen und können bereits erste Erfolge verzeichnen«, erklärt Silke M. Maringer. Die enge Kooperation zwischen den Hochschulen und die Verzahnung mit der regionalen Wirtschaft, dafür machen sich die Gründerberater weiter stark. »Die Frauenquote«, gibt die leitende Koordinatorin zu Bedenken, »ist uns auch sehr wichtig. Hier gilt es, an den Hochschulen eine Menge Potential zu heben.« Felix Kirschstein hat nach mehreren Treffen das Gründungspaket für David Ahmed von HEXAFARMS zusammengestellt. Wird sich David für das places2x-Gründungsbüro entscheiden? Erhalten Niklas und Marko von JobFi ein EXIST-Gründerstipendium oder eine andere Förderung? Findet das Team eine geeignete Location für eine Gründerlounge? Wir werden berichten.


Weitere Infos zu places2x finden Sie hier: htwsaar.de/forschung/entrepreneurship/gruendungsberatung/places2x

Fotos: Mats Karlsson, Felix Kirschstein

Kontakt

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66117 Saarbrücken

Telefon: (0681) 58 67 - 0
Telefax: (0681) 58 67 - 122
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Aufsichtsbehörde:
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