

Jun.-Prof. Dr. Beatriz V. Toscano ist Architekturtheoretikerin und Stadtforscherin, deren Arbeit Architektur als operative Infrastruktur gesellschaftlicher und räumlicher Transformation positioniert und sich an der Schnittstelle von Architektur, Stadtforschung und kritischer Theorie bewegt. Sie versteht ihre Arbeit als eine ko-kreative und interdisziplinäre Praxis situierten Wissens, in der Fragen von Ästhetik, politischer Handlungsfähigkeit und Stadtgestaltung zusammenlaufen. Im Zentrum ihrer Forschung steht die Frage, wie Gebäude, Städte und Territorien als materielle und epistemische Ordnungen wirken, in denen sich Wissen, Arbeit und gesellschaftliche Reproduktion räumlich organisieren und wie diese Ordnungen im Kontext gegenwärtiger ökologischer, sozialer und politischer Krisen neu gedacht werden müssen. Ihre jüngeren Arbeiten rücken Fragen von Care, Verkörperung und räumlichen Wissensordnungen in den Vordergrund und verstehen Architektur als Teil gesellschaftlicher Reproduktions- und Transformationsprozesse, unter anderem in Can Architecture Repair the Planet? (Astrágalo, 2025) sowie in ihrem Beitrag zu Mediating Matter(s): Architecture and Bodily Affects. (Azrieli School of Architecture and Urbanism, Carleton University, Ottawa, Kanada)
Beatriz Toscano studierte Kunstgeschichte und Soziologie in Sevilla sowie an der University of Pennsylvania (USA) und promovierte im Kontext des DFG-Exzellenzclusters Bild, Körper, Medium (Hans Belting) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie verfügt über internationale Lehr- und Forschungserfahrung, unter anderem in den USA, Brasilien, Belgien und den Niederlanden, und arbeitet an der Verbindung von theoretischer Reflexion, Forschung und konkreten Prozessen räumlicher Transformation. Sie war an interdisziplinären Projekten der Stadt- und Regionalentwicklung beteiligt, u. a. im Kontext der IBA Thüringen sowie in Kooperation mit kommunalen Institutionen und der Montag Stiftung Urbane Räume. Ihre Forschung wurde durch nationale und internationale Programme gefördert (DFG, BMBF/NRW, Erasmus+), und ihre Arbeiten erscheinen in internationalen Fachzeitschriften und Sammelbänden, darunter Fortress City: Defensive Architecture and the Epistemologies of Public Space sowie der von ihr herausgegebene Band Lebenswerte und umweltgerechte Stadtentwicklung (transcript, 2025).
Seit 2024 ist sie Juniorprofessorin für Architekturtheorie, Bau- und Stadtbaugeschichte sowie Urban Sociology an der htw saar.