

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin
Geburtserleben unter eingeschränkter Kommunikation
Als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Promovendin an der htw saar untersuche ich das Geburtserleben tauber und gehörloser Frauen im geburtshilflichen Kontext in Deutschland.
Obwohl kommunikative und strukturelle Barrieren für taube und gehörlose Menschen im deutschen Gesundheitswesen dokumentiert sind, ist ihre Bedeutung im Kontext der Geburt bislang nur unzureichend erforscht. Die verfügbare Evidenz ist begrenzt und basiert überwiegend auf internationalen Studien.
Geburtshilfliche Qualität bemisst sich nicht allein an medizinischen Ergebnissen. Sie umfasst gleichermaßen die Wahrung von Würde und Autonomie, den Zugang zu verständlichen Informationen, die Möglichkeit informierter und selbstbestimmter Entscheidungen sowie eine kontinuierliche und an individuellen Bedürfnissen orientierte Begleitung. Kommunikation nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein und kann sowohl das subjektive Geburtserleben und die Teilhabe an Entscheidungen als auch die Qualität der Betreuung sowie maternale und neonatale Outcomes mitprägen.
Das Promotionsprojekt verbindet hebammenwissenschaftliche, versorgungswissenschaftliche und medizinethische Perspektive. Im Fokus stehen die Erfahrungen, individuelle Bedarfe sowie Veränderungserfordernisse, die sich aus den Perspektiven tauber und gehörloser Frauen für die geburtshilfliche Praxis ableiten lassen.
Ziel ist es, die begrenzte bestehende Evidenz zu erweitern und wissenschaftlich fundierte Ansatzpunkte für eine barriereärmere, bedarfsgerechte und selbstbestimmungsorientierte Geburtshilfe abzuleiten. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in praxisorientierte Handlungsempfehlungen einfließen und zugleich Impulse für zukünftige Leitlinien sowie für die Entwicklung unterstützender – auch digitaler – Kommunikationslösungen geben.
Teilnahme an der Studie
Für den qualitativen Teil meiner Studie suche ich taube und gehörlose Frauen, die zwischen 2015 und 2025 in Deutschland ein Kind geboren haben. Darüber hinaus werden Partner*innen als eigenständige Interviewgruppe in die Studie einbezogen.
Die Interviews können in Deutscher Gebärdensprache (DGS) mit Dolmetschung geführt werden. Die Teilnahme ist freiwillig und vertraulich; personenbezogene Angaben werden geschützt und nicht veröffentlicht.
Wenn Sie teilnehmen möchten oder Fragen zur Studie haben, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme: