

Wirtschaftsinformatik
Robotic Process Automation (RPA) an Hochschulen – Identifikation von Anwendungsfällen sowie Konzeption und Implementierung intelligenter Lösungen zur Unterstützung von Lehr-/Lernprozessen (Arbeitstitel)
Mittels Digitalisierung wurden in den letzten Jahrzehnten durch Enterprise Resource Planning (ERP)- und Business Process Management (BPM)-Systemen deutliche Rationalisierungserfolge in der Automatisierung von Prozessen erzielt. Dennoch werden weiterhin Menschen benötigt, die Dateneingaben vornehmen oder Auswahlentscheidungen treffen. Der nicht von diesen Systemen automatisierte Teil der Prozesse wird Long Tail genannt. (Scheer, 2020)
Genau hier setzt Robotic Process Automation (RPA) an und verfolgt u. a. das Ziel, diese manuellen und zeitintensiven Prozesse durch den Einsatz von verschiedenen Software-Agenten zu automatisieren (Mahala et al., 2020).
Auch in Hochschulen fallen viele Routineprozesse an, da u. a. die Systemlandschaft von Hochschulen meist von zahlreichen Insellösungen geprägt ist (Hechler et al., 2020). Routineprozesse sind primär zeitintensiv, betreffen die gesamte Hochschule und müssen größtenteils manuell ausgeführt werden (Holtforth, 2018).
Der Fokus der RPA-Forschung liegt derzeit auf den theoretischen Grundlagen oder auf industriellen Erfahrungen (Enriquez et al., 2020). Jedoch existieren nur wenige Untersuchungen, wie RPA Hochschulen unterstützen kann (Turcu & Turcu, 2020). Während sich die RPA-Erfahrungen der Unternehmen bei klassischen Prozessen auf Prozesse der Hochschulverwaltung überführen lassen, ist das bei der Lehre nicht so einfach möglich.
So verfolgt unsere Forschung das Ziel, das Unterstützungspotenzial von RPA bei Lehr-/Lernprozessen zu eruieren und entsprechende Anwendungsfälle zu identifizieren. Speziell bei praktischen Veranstaltungen, bei denen Methodenwissen mittels verschiedener Lehrformen am Beispiel von Systemanwendungen vertieft werden. Hierfür werden die Anwendungsfälle nach Automatisierungskonzepten gruppiert und für jede Gruppe wird eine prototypische Lösung als Proof of Concept implementiert. Die Forschung orientiert sich hierbei an dem Design Science Research-Ansatzes.