Unser Leitbild in Studium und Lehre gibt den Weg vor: „Wir befähigen unsere Studierenden zu nachhaltigem Handeln und zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft. Konflikte bei abweichenden Vorgehensweisen und Zielen lösen wir in einem offenen, respektvollen und konstruktiven Dialog.“
Nachhaltigkeit in der Lehre bedeutet, Inhalte, Methoden und Strukturen so zu gestalten, dass Studierende befähigt werden, komplexe Probleme zu erkennen, kritisch zu reflektieren und eigenständig Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu entwickeln. Dieser vielschichtige Prozess ist auf unterschiedlichen Ebenen verankert, was seine Messbarkeit erschwert. Einerseits lassen sich quantitative Indikatoren heranziehen, etwa die Anzahl von Lehrveranstaltungen mit Nachhaltigkeitsbezug oder von Studierendenprojekten, Haus- und Abschlussarbeiten zu diesem Themenfeld. Andererseits braucht es qualitative Verfahren, beispielsweise im Rahmen von Curriculumswerkstätten, um zu erfassen, wie tiefgehend Nachhaltigkeit tatsächlich in Lehrprozesse integriert ist.
Hier zeigt sich eine zentrale Herausforderung: Nachhaltigkeit ist kein klar abgegrenztes Fach, sondern ein Querschnittsthema, das stark vom Engagement der Lehrenden abhängt. Freiheit von Forschung und Lehre bedeutet auch, dass Motivation, Methodenwahl und inhaltliche Schwerpunktsetzung in ihrer Verantwortung liegen. Zugleich gewinnt die institutionelle Einbettung an Bedeutung. Wird Nachhaltigkeit explizit in Fakultätsstrategien oder im Leitbild Lehre als tragende Säule benannt, entsteht ein Rahmen, der Einzelinitiativen unterstützt und Orientierung bietet. Nachfolgend betrachten wir diese Vielfalt exemplarisch aus mehreren Blickwinkeln: An der Fakultät für Sozialwissenschaften wird die soziale Dimension von Nachhaltigkeit – unter anderem Inklusion, Gesundheit und Teilhabe – durch Studienangebote und praxisnahe Projekte systematisch und anschaulich in die Lehre integriert. Der Bachelorstudiengang Erneuerbare Energien / Energiesystemtechnik trägt Nachhaltigkeit bereits im Namen. Er verbindet eine solide ingenieurwissenschaftliche Grundlagenausbildung mit einem klaren Fokus auf regenerative Energiesysteme und wird so als zukunftsweisende Erweiterung der klassischen Ingenieurausbildung verstanden. Große interdisziplinäre Module, etwa im Bereich Architektur, zeigen, wie Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe funktioniert, indem ökologische, ökonomische, technische und soziale Faktoren zusammengeführt werden. Schließlich verdeutlichen Kooperationen mit externen Partnern, etwa im Modul mit der Stiftung »Forum für Verantwortung«, wie Nachhaltigkeit durch Ringvorlesungen und Workshops mit Impulsen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft lebendig wird. Über diese Beispiele hinaus zieht sich die Auseinandersetzung mit den Anforderungen nachhaltiger Entwicklung durch das gesamte Studienangebot. Einen objektiv vergleichbaren Messrahmen zu schaffen, bleibt herausfordernd. Die Moduldatenbank der Hochschule bietet jedoch einen Ansatzpunkt, im Rahmen von Evaluierungs- und Akkreditierungsprozessen entsprechende Daten zu erheben und aufzubereiten. Daran wird im Zuge der Implementierung einer Academic Scorecard an der htw saar gearbeitet; Ergebnisse werden für 2026 erwartet.Weiterlesen