Die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) zeichnet die Studentin Claudia Armida Nossardi mit dem DAAD-Preis 2026 aus. Die angehende Sozialarbeiterin und Kindheitspädagogin überzeugt durch sehr gute Studienleistungen und ein außergewöhnliches soziales Engagement. Der Preis wurde am 21. September im Rahmen der Willkommensveranstaltung für internationale Studierende der htw saar verliehen.
Claudia Armida Nossardi studiert Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit an der Fakultät für Sozialwissenschaften der htw saar. Im sechsten Fachsemester weist sie einen Notendurchschnitt von 1,5 auf. Die gebürtige Sardin stammt aus Italien und lebt seit 2021 in Deutschland. Die deutsche Sprache erlernte sie erst vergleichsweise kurz vor Beginn ihres Studiums.
Ihr Weg an die Hochschule war dabei keineswegs vorgezeichnet. Ursprünglich kam Nossardi nach Deutschland, um in der Gastronomie zu arbeiten. Dann kam die Corona-Pandemie – und sie musste sich beruflich neu orientieren. Eine Ausbildung oder vielleicht sogar ein Studium? Letzteres war für sie alles andere als selbstverständlich: Noch niemand in ihrer Familie hatte zuvor studiert. Nossardi entschied sich dennoch für diesen Weg und nahm schließlich ihr Studium an der htw saar auf.
Ihre Lehrenden beschreiben sie als ausgesprochen motivierte und engagierte Studentin. Mit kritischen Fragen, fachlicher Neugier und dem Wunsch, Zusammenhänge genau zu verstehen, bringt sie sich intensiv in ihr Studium ein. Dabei zeichnet sie sich zugleich durch Teamgeist und Hilfsbereitschaft aus.
Ein besonderes fachliches Interesse gilt migrationsspezifischen Fragestellungen. In ihrem aktuellen Studienprojekt untersucht Nossardi gemeinsam mit einer Kommilitonin, wie Menschen nach einem positiv abgeschlossenen Asylverfahren in Saarbrücken ankommen und welche Wirkung kommunale Unterstützungsangebote entfalten. Damit verbindet sie ihr Studium mit einer gesellschaftlich relevanten Fragestellung.
Auch außerhalb des regulären Studiums engagiert sich die Preisträgerin in besonderem Maße. So war sie unter anderem im Mentoringprogramm „Balu und Du“ aktiv, bei dem Studierende Grundschulkinder über einen längeren Zeitraum begleiten und ihnen als verlässliche Bezugsperson zur Seite stehen. Darüber hinaus wirkte sie regelmäßig an den Studientagen der Fakultät für Sozialwissenschaften mit und nahm an der Internationalen Migrationskonferenz der htw saar teil. Parallel zu ihrem Studium ist sie zudem in einer Wohngruppe der Kinder- und Jugendhilfe tätig.
Mit dem DAAD-Preis würdigt die htw saar damit eine Studentin, die sehr gute akademische Leistungen mit sozialem Engagement, Verantwortungsbereitschaft und einer reflektierten und wertschätzenden Haltung gegenüber anderen Menschen verbindet. Zugleich zeigt ihr persönlicher Bildungsweg, welche Möglichkeiten internationale Hochschulbildung eröffnen kann.
Bei der Preisverleihung richtete Nossardi den Blick deshalb auch auf die internationalen Studierenden, die ihren Weg an der htw saar gerade erst beginnen: „Ich wünsche euch Menschen, die an euch glauben. Aber vor allem, dass ihr selbst an euch glaubt – auch in Zeiten, die nicht so einfach sind.“
Über den DAAD-Preis
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt jedes Jahr aus Mitteln des Auswärtigen Amtes Gelder für die Verleihung des DAAD-Preises für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen zur Verfügung. Die htw saar bewirbt sich jährlich um diese Mittel. Seit 2006 wird der DAAD-Preis jährlich an der htw saar verliehen. In diesem Jahr wurde er zum 20. Mal in Folge vergeben. Die Kandidat*innen für den Preis werden von Professor*innen der htw saar vorgeschlagen. Die Auslandsbeauftragten der Hochschule beraten in einer Auswahlsitzung über die Vorschläge.
