Im Bereich der Tiefgarageneinfahrt von Gebäude 7 der htw saar am Campus Alt-Saarbrücken entsteht derzeit eine besondere Photovoltaikanlage: Acht Solarmodule mit insgesamt 4 kWp Leistung werden auf einem Mast installiert und richten sich automatisch nach dem hellsten Punkt am Himmel aus. Die Anlage folgt der Sonne selbstständig und erzielt dadurch deutlich höhere Energieerträge als herkömmliche fest installierte Solaranlagen.
Das Projekt ist Teil einer Forschungskooperation zwischen der htw saar, der Vantage Towers AG (Vodafone Group), Eaton Finnland sowie weiteren Industriepartnern. Beteiligt sind das htw saar-Institut PowerEngs und die Fahrzeugtechnik der htw saar.
Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer nachhaltigen und zugleich hochzuverlässigen Energieversorgung für Mobilfunkstandorte. Diese gehören zur kritischen Infrastruktur und müssen auch bei Stromausfällen jederzeit betriebsbereit bleiben.
Herzstück des Projektes ist ein Energiecontainer, der verschiedene Technologien miteinander kombiniert: Batteriespeicher, unterbrechungsfreie Stromversorgung, Photovoltaik sowie wasserstoff- und flüssiggasbetriebene Notstromaggregate. Die nachgeführte PV-Anlage soll dabei einen möglichst großen Teil des Energiebedarfs decken und die Laufzeiten der Generatoren deutlich reduzieren.
Die Fahrzeugtechnik der htw saar arbeitet gemeinsam mit der Firma Purem (Eberspächer-Gruppe) an der Optimierung der Notstromaggregate und deren Energiesysteme. Dabei stehen insbesondere Effizienz, Nachhaltigkeit und der Einsatz alternativer Energieträger wie Wasserstoff im Mittelpunkt.
Gerade an Mobilfunkstandorten sind die verfügbaren Flächen oft begrenzt. Nachgeführte Solaranlagen bieten hier einen entscheidenden Vorteil: Sie ermöglichen maximale Energieerträge auf kleinstem Raum. Perspektivisch soll das System an geeigneten Standorten zusätzlich durch Windenergie ergänzt werden, um einen möglichst ausgewogenen Energiemix zu schaffen.
Das Projekt zeigt, wie erneuerbare Energien künftig in die Energieversorgung kritischer Infrastruktur integriert werden können – nachhaltig, effizient und zuverlässig. Die sichtbare Solaranlage an Gebäude 7 ist dabei weit mehr als nur eine PV-Anlage: Sie ist ein Forschungsdemonstrator für die Energieversorgung der Zukunft.
