EnFoSaar-Jahrestagung 2026 präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse zu klimafreundlicher Energieversorgung, Digitalisierung und neuen Technologien
Wie lassen sich industrielle Heizsysteme intelligent steuern, Energie effizient speichern und künftige Wasserstoffnetze sicher betreiben? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen sich Forschende im Projekt EnFoSaar – Energieforschung für das Saarland.
Mit einem Projektvolumen von rund 23 Millionen Euro zählt EnFoSaar zu den zentralen Forschungsinitiativen im Transformationsfonds des Landes. Das Projekt bündelt die Kompetenzen der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar), der Universität des Saarlandes (UdS), des Saarland Zentrums für Energie-Materialien (SAARENE), des Instituts für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES) und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI).
Die aktuellen Ergebnisse präsentierten die Forschenden am Mittwoch, 21. Oktober 2026, im Rahmen der EnFoSaar-Jahrestagung am Campus Rotenbühl der htw saar. Zwölf Fachvorträge und eine begleitende Posterausstellung mit 20 weiteren Beiträgen gaben Einblicke in die Forschung für ein klimafreundliches, sicheres und wirtschaftlich tragfähiges Energiesystem.
„Mit EnFoSaar entwickeln wir Lösungen für die Energieversorgung von morgen. Die Jahrestagung zeigt, wie vielfältig unsere Forschung ist und wie eng wir mit der Praxis zusammenarbeiten. Besonders wichtig ist uns der direkte Austausch mit Unternehmen, Politik und Gesellschaft“, sagt Professor Dr.-Ing. Georg Frey, wissenschaftlicher Leiter von EnFoSaar.
Für das Saarland ist die Transformation des Energiesystems von besonderer Bedeutung. Energieintensive Branchen stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Gleichzeitig bieten die kurzen Wege zwischen Wissenschaft, Unternehmen, Politik und Gesellschaft gute Voraussetzungen für gemeinsame Entwicklungen. EnFoSaar greift diese Herausforderungen auf und verbindet Forschung zu neuen Technologien mit konkreten Anwendungen in Industrie und Energiewirtschaft.
Ein Schwerpunkt der Jahrestagung lag auf der Frage, wie sich Energieanlagen effizienter, vorausschauender und wirtschaftlicher betreiben lassen. Dabei spielen digitale Zwillinge eine wichtige Rolle. Sie bilden technische Anlagen virtuell ab und helfen dabei, deren Betrieb zu analysieren und zu optimieren. Die Forschenden untersuchen unter anderem die intelligente Steuerung industrieller Infrarotheizsysteme, Transformatoren im Verteilnetz und den Einsatz von Batteriespeichern.
Auch neue Materialien und Speichertechnologien sind entscheidend für ein klimaneutrales Energiesystem. Die Forschenden entwickeln unter anderem thermochemische Wärmespeicher, die Wärme über längere Zeiträume nahezu verlustfrei speichern können. Weitere Arbeiten befassen sich mit nachhaltigen Batteriematerialien und der direkten Abscheidung von CO₂ aus der Umgebungsluft.
Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst die Bedeutung von Daten, künstlicher Intelligenz und agentischen Systemen. EnFoSaar untersucht, wie sich diese Technologien für Energieprognosen und den Stromhandel nutzen lassen.
Neben den technischen Entwicklungen stehen im Projekt auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Transformation des Energiesystems im Mittelpunkt. Am Beispiel eines Saarbrücker Wohnquartiers aus den 1980er-Jahren untersuchen die Forschenden, welche Chancen und Herausforderungen die Energieversorgung bestehender Wohngebiete mit sich bringt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Akzeptanz neuer Lösungen. Weitere Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit der Sicherheit künftiger Wasserstoffinfrastrukturen.
Wie eng die Energieforschung mit der regionalen Wirtschaft verbunden ist, zeigte auch die begleitende Posterausstellung. Dort präsentierten die Forschenden weitere aktuelle Ergebnisse. Einige entstehen in direkter Zusammenarbeit mit saarländischen Unternehmen wie Dillinger Hütte und der Saarbahn.
