Die Entwicklung des Future Skills-Modells Saar erfolgte in mehreren Phasen unter Anwendung verschiedener Methoden der Literaturrecherche, Datenerhebung und partizipativen Gestaltung.
Zu Beginn der Entwicklung wurden bestehende Future Skills-Modelle systematisch recherchiert und analysiert. Dazu zählten unter anderem Modelle von Binkley et al. (2012), Ehlers (2020), Eichhorn et al. (2017), der OECD (2020) sowie des Stifterverbands und McKinsey (2021). Die Ergebnisse dieser Analyse bildeten die Grundlage für eine erste Liste relevanter Future Skills, die als Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung diente.
Im Zeitraum von April bis Mai 2022 wurde eine breit angelegte Online-Umfrage durchgeführt, an der 100 Studierende, 41 Lehrende und 16 Unternehmensvertreter*innen teilnahmen. Die Befragung zielte darauf ab, die Relevanz verschiedener Future Skills für den beruflichen Werdegang von Studierenden und die Anforderungen des Arbeitsmarktes zu bestimmen. Dabei wurden 22 Kompetenzen hinsichtlich ihrer Wichtigkeit und ihres aktuellen Kompetenzstandes bewertet.
Die Ergebnisse zeigten, dass insbesondere zwischenmenschliche Fähigkeiten sowie Kompetenzen zur Problemlösung, Resilienz und Teamarbeit als essenziell erachtet wurden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass einige dieser Kompetenzen bereits gut in der Hochschullehre vermittelt werden, während andere – wie etwa Resilienz oder Leadership-Kompetenz – noch stärker gefördert werden müssen.
Am 19. Oktober 2022 wurde der erste Entwurf des Modells in einem ganztägigen Hackathon an der htw saar intensiv weiterentwickelt. Das innovative Veranstaltungsformat brachte Studierende, Lehrende und Unternehmensvertreter*innen zusammen, um kollaborativ an der Förderung und Implementierung von Future Skills zu arbeiten.
Nach Impulsvorträgen von Sabrina von Nessen und Prof. Dr. Tobias Seidl, die die Bedeutung von Future Skills im digitalen Zeitalter und für die Hochschullehre unterstrichen, arbeiteten die Teilnehmenden in vier interdisziplinären Kleingruppen an konkreten Herausforderungen:
Der Hackathon förderte nicht nur die partizipative Weiterentwicklung des Modells, sondern wurde aufgrund seines innovativen Konzepts auch von der Fernuniversität Hagen und dem Hochschulforum Digitalisierung ausgezeichnet.
Im Anschluss an den Hackathon wurden die gesammelten Ideen und Vorschläge auf einem Miro-Board dokumentiert und detailliert ausgewertet. Die Erkenntnisse aus den Gruppenarbeiten flossen direkt in die Weiterentwicklung des Future Skills-Modells Saar ein.
Um die Aktualität und Wirksamkeit des Future Skills-Modells zu gewährleisten, wird im Frühjahr 2025 eine erneute Evaluation durchgeführt. Hierzu ist eine weitere Online-Umfrage unter Studierenden, Lehrenden und Unternehmensvertreter*innen geplant, um Veränderungen in den Anforderungen der Arbeitswelt sowie die Erfahrungen mit der bisherigen Implementierung des Modells zu erfassen.
Auf Basis der Umfrageergebnisse werden gezielte Workshops organisiert, in denen die Weiterentwicklung des Modells diskutiert und angepasst wird. Dabei sollen insbesondere neue Entwicklungen in der Hochschuldidaktik, digitale Transformationsprozesse und sich verändernde Kompetenzanforderungen berücksichtigt werden.
Der Entwicklungsprozess des Future Skills-Modells Saar folgt einem iterativen und partizipativen Ansatz, der sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch praktische Bedarfe berücksichtigt. Durch die enge Zusammenarbeit mit Hochschulakteuren und Unternehmen wird sichergestellt, dass das Modell praxisnah gestaltet ist und kontinuierlich an aktuelle Anforderungen angepasst wird. Mit der geplanten Überarbeitung im Frühjahr 2025 wird dieser Prozess weitergeführt, um die Relevanz und Wirksamkeit des Modells langfristig zu gewährleisten.
Der Impulsvortrag von Sabrina von Nessen zum Thema „High Performance und Menschlichkeit im digitalen Zeitalter“ zeigte, dass der Mensch in einer zunehmend digitalisierten Welt nicht überflüssig wird, sich seine Rolle aber ändert. In Ihrem Vortrag betonte Sie, dass der Mensch nicht vollständig durch die Maschine ersetzt werden kann, jedoch sowohl Mensch als auch Maschine ihre Stärken haben. Diese Stärken zu identifizieren und zu fördern ist ein Ansatz, wie Menschlichkeit & High Performance im digitalen Zeitalter gelingen kann.
Prof. Dr. Tobias Seidl von der Hochschule der Medien Stuttgart betonte in seinem Impulsvortrag, dass es wichtig ist Schritte zu unternehmen Lehre und Lernen so zu organisieren, dass Future Skills an der Hochschule wirksam entwickelt werden können. Im Impulsvortag wurde deutlich, dass sich die Hochschulen im Wandel befinden und sie vor neuen Herausforderungen stehen. Diese betreffen die Inhalte der Curricula, die Hochschule als Organisationsform, aber auch die Rolle der Lehrenden im Zusammenhang der Prüfungs- und Lehr-, Lernformate. Future Skills können als Kernkompetenz verstanden jedoch gilt es entsprechende Räume und Gelegenheiten zu schaffen diese in und außerhalb der Hochschule erwerben und fördern zu können.