
Mit dem EMF-Kataster Saar wird seit Anfang 2005 an derHochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) ein in seiner Arteinmaliges Pilotprojekt zur Messung elektromagnetischer Felder durchgeführt.Das Projekt soll einen nachhaltigen Beitrag zur Versachlichung der öffentlichenMobilfunkdiskussion liefern. Dabei werden rund um die Uhr Langzeitmessungen vonelektromagnetischen Feldern der verschiedenen Sendequellen wie Rundfunk undFernsehen, Mobilfunk (GSM900, GSM1800, UMTS), BOS, DAB-T und anderer im Saarlanddurchgeführt. Die objektiven Messergebnisse werden der Öffentlichkeitallgemeinverständlich im Internet zur Verfügung gestellt.
Gemessen wurde im Saarland bislang in über 90Mess-Standorten. Jeder Standort wurde über einen Zeitraum von mehreren Wochenbis hin zu über einem Jahr vermessen. Es wurden insgesamt über 90.000Einzelmessungen aller Quellen hochfrequenter elektromagnetischer Felderdurchgeführt.
Als vorläufiges Ergebnis zeigt die Messreihe, dass diegesetzlichen Grenzwerte von allen Sendequellen an allen Messpunkten (auch bei Langzeitmessungen)deutlich eingehalten wurden.
Der ermittelte Wert für die kumulierte Strombelastung desMenschen, der für den unteren Bereich der Hochfrequenzfelder von Bedeutung ist,schöpfte dabei im zeitlichen und saarlandweiten Mittel nur etwa 1% des gesetzlichenGrenzwertes aus. Der ermittelte Wert für die thermische Belastung des Menschen (Wärmewirkung) im gesamtenHochfrequenzbereich, der auch den Mobilfunk mit umfasst und bewertet, erreichteim Durchschnitt sogar nur eine Ausschöpfung von 0,08% des Grenzwertes und lagdamit nochmals deutlich unter dem erstgenannten Grenzwert.
Nur bei einem von 96 Messprojekten lag der Wert für diethermische Belastung über dem Wert für die Strombelastung.
Zur allgemeinen Einschätzung der möglichen Bedeutung desMobilfunks wurden die Felder von Rundfunk, Fernsehen und sonstigen Quellen mitden Feldern des Mobilfunks verglichen. Es zeigte sich, dass nur bei 10 von 96Messprojekten die Messwerte für die thermische Belastung durch den Mobilfunkgrößer waren als die von Rundfunk, Fernsehen und sonstigen Feldquellen.
Im Allgemeinen dominierten dabei die Beiträge von Rundfunk,Fernsehen und sonstigen Quellen deutlich. An vereinzelten Standorten warallerdings auch die umgekehrte Situation festzustellen, an denen die Felder desMobilfunks überwogen.
Durch die Messungen im EMF-Kataster Saar konnten außerdem anbestimmten Tagen zum Teil sehr starke Schwankungen der elektrischen Feldstärkeeinzelner Sendequellen nachgewiesen werden, die ohne Langzeitmessungen nichtoder nur zufällig hätten erfasst werden können.
Vor dem Hintergrund des wachsenden Einsatzes funkbasierterAnwendungen, des Ausbaus des Mobilfunks und der damit verbunden Zunahme vonSendeeinrichtungen im gesamten Hochfrequenzbereich wie Basisstationen für UMTS,Hot Spots für WLAN und weitere, macht dies die Notwendigkeit der Fortführungdes hier aufgebauten Messkatasters zur Überwachung der allgemeinenFeldsituation deutlich. Durch den freien Zugang der Bevölkerung zu denMessergebnissen wird ein objektiver Beitrag für die öffentlicheMobilfunkdiskussion geleistet.
Die Ergebnisse des EMF-Katasters sind im Internet unter http://emf-saar.htw-saarland.denachzulesen.
V.i.S.d.P. Katja Jung