
PRävention kommunikationsbedingter Versorgungsrisiken und Optimierung von TEilhabe, Versorgungsqualität und Autonomie tauber und gehörloser Frauen.
Die Betreuung rund um die Geburt beruht auf wechselseitiger Verständigung. Risikoaufklärung, Einwilligung, Anleitung im Geburtsverlauf und die Beteiligung an Entscheidungen setzen
voraus, dass Information in beide Richtungen zugänglich ist. Wo diese Voraussetzung entfällt, sind nicht nur Zufriedenheit und Vertrauen berührt, sondern die Sicherheit der Versorgung selbst. Für taube und gehörlose Frauen bleibt diese Bedingung im klinischen Alltag vielfach unerfüllt.
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bilden eine biografisch prägende Lebensphase, in der Entscheidungen häufig unter Zeitdruck zu treffen sind und das Verstandene unmittelbar handlungsleitend wird.
Rechtlich ist der Anspruch auf barrierefreie Gesundheitsversorgung gesichert; seine Einlösung in der Praxis bleibt gleichwohl kontingent. Fehlende Gebärdensprachkompetenz aufseiten der Behandelnden, der unzureichende Einsatz professioneller Dolmetschleistungen und institutionelle Defizite in der Organisation von Sprachmittlung erzeugen kommunikative Asymmetrien, die informierte Entscheidungen erschweren, die Patient*innensicherheit berühren und die Qualität der Betreuung nachhaltig beeinflussen können.


Die Forschungslage zu diesem Versorgungsfeld ist international schmal und für Deutschland kaum erschlossen. Damit adressiert PROTEA ein wissenschaftlich bislang unterrepräsentiertes Versorgungsfeld an der Schnittstelle von Hebammenwissenschaft, Versorgungsforschung, Medizinethik, Disability Studies und digitaler Gesundheitskommunikation.
Jede Frau hat das Recht auf den bestmöglichen Gesundheitsstandard. Dies beinhaltet das Recht auf eine würdevolle und wertschätzende Gesundheitsversorgung.
Weltgesundheitsorganisation, 2014
Ziel ist die wissenschaftliche Untersuchung geburtshilflicher Versorgungserfahrungen tauber und gehörloser Frauen in Deutschland sowie die Bewertung des Potenzials KI-gestützter Kommunikationsassistenzsysteme zur Verbesserung von Barrierefreiheit, Patient*innensicherheit, Teilhabe und Versorgungsqualität.
Aus den Ergebnissen sollen evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für Wissenschaft, Versorgungspraxis und Gesundheitspolitik abgeleitet werden. Zugleich entsteht aus den Erfahrungen und Bedarfen der Befragten die Grundlage für (digitale) Unterstützungsangebote in der geburtshilflichen Versorgung.
Das Vorhaben ist als retrospektive Mixed-Methods-Studie angelegt und verbindet eine quantitative Online-Befragung mit qualitativen Interviews. Erkenntnisleitend ist dabei eine Verschiebung des Endpunkts: Erhoben wird nicht, ob Information übermittelt wurde, sondern ob Verständigung zustande kam – und welche Implikationen daraus für Aufklärung, Entscheidungsbeteiligung und erlebte Versorgungsqualität folgen. Die Erhebung erfolgt barrierefrei; die Interviews werden in Deutscher Gebärdensprache unter Hinzuziehung qualifizierter Dolmetschung geführt.


Hebammenwissenschaft Betreuung von der Vorsorge bis in | Versorgungsforschung Verläufe, Endpunkte und Qualität |
Medizinethik Aufklärung, informierte Einwilligung, | Disability Studies Teilhabe, Barrieren und |
Digitale Technisch vermittelte Verständigung | Deutsche Gebärdensprache Erhebung in der Erstsprache der |

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Vizepräsidentin für Forschung, Wissens- und Technologietransfer | Professur für Theorie, Praxis und Empirie der Pädagogik der Kindheit

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin