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Präsentation einer Fußgängerbrücke für Saar-Kilometer 88,35

Am Donnerstag, den 18. September 2003 stellten die Studierenden des Bauingenieurwesens der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW), Frank Lorson und Peter Scherer ihre Diplomarbeit zu dem Thema "Entwurf und technische Bearbeitung einer Fußgängerbrücke über die Saar in kombinierter Stahl-/Holzbauweise" der Öffentlichkeit vor. 

Brücken verbinden nicht nur Ufer miteinander, Brücken verbinden Menschen. An der richtigen Stelle gebaut, schaffen Brücken durch ihre verbindende Funktion die Voraussetzungen, damit sich gesellschaftliches und soziales Leben entwickeln kann. Eine solche Stelle könnte Saar-Kilometer 88,35 werden. Hier ist im Zuge des Ausbaus der freizeittechnischen Nutzung der innerstädtischen Saarufer eine Geh- und Radwegbrücke vorgesehen. 

Noch eine Brücke über die Saar? Die Brücke stünde, würde sie gebaut, zwischen der Römerbrücke - oft "Alte Brücke" genannt - und der Bismarckbrücke. Letztere, kürzlich renovierte Brücke bietet zwar eine kombinierte Nutzung für den Fußgänger- und Kraftfahrzeugverkehr an. Diese Möglichkeit zur Überquerung der Stadtautobahn und der Saar wird von den Fußgängern jedoch kaum genutzt. Dies mag daran liegen, dass diese Brücke den ganzen Tag über derart stark vom Kraftfahrzeugverkehr befahren wird, dass ein Fußgänger, wenn auch unbewusst, eher einen Umweg in Kauf nimmt, als die Bismarckbrücke zu nutzen. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Tatsache, dass der Geh- und Radweg rechts der Saar für Fahrradfahrer von der Brücke her nicht zu erreichen ist, da die Anbindung lediglich durch eine Treppe gewährleistet ist. 

Ähnlich verhält es sich bei der Alten Römerbrücke. Diese ist als reine Geh- und Radwegbrücke ausgewiesen und führt sowohl über die Saar als auch über die Stadtautobahn. Sie wird von der Bevölkerung auch stark genutzt, aber die Anbindung an die Geh- und Radwege der Saar ist alles andere als optimal. Auf der linken Saarseite ist der Geh- und Radweg von der Römerbrücke aus nur über eine sehr schlecht zu gehende steile Treppe möglich, die aus diesen Gründen wohl kaum genutzt wird. Am rechten Saarufer erfolgt die Anbindung über eine Rampe. 

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die derzeitige Situation für Radfahrer, Inlineskater und besonders Rollstuhlfahrer eine mehr als unbefriedigende Lösung darstellt. Eine neue, rein für den Fußgänger- und Radverkehr ausgelegte Brücke im angesprochenen Bereich, die diese Schwierigkeiten berücksichtigt, würde eine deutliche Verbesserung bewirken.

Als weiteren Vorteil für diesen Standpunkt der Brücke muss die Tatsache gesehen werden, dass die Besucher des alljährlichen Saarspektakels ebenfalls davon profitieren könnten. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Bismarckbrücke und die Römerbrücke nicht in der Lage sind, die aufkommenden Besucherströme zu bewältigen. Eine architektonisch ansprechende und sich in die Umgebung einpassende Brücke würde zudem eine weitere Attraktion für das Saarspektakel darstellen und gleichzeitig die Problematik des Besucherandrangs deutlich reduzieren. 

Prof. Dr.-Ing. Ingrid Düsing des Fachbereichs Bauingenieurwesen der HTW und Expertin im Bereich Holz- und Stahlbau, formulierte aus diesen Anforderungen eine Aufgabenstellung für eine Diplomarbeit im Studiengang Bauingenieurwesen. Frank Lorson und Peter Scherer nahmen die Herausforderung an und entwarfen unter der Betreuung von Prof. Düsing eine architektonisch ansprechende Brücke, die sie an diesem Nachmittag der Öffentlichkeit vorstellten. 

Die Präsentation eröffnete der Rektor der HTW, Prof. Dr. Wolfgang Cornetz. Er zeigte sich sehr erfreut darüber, dass die HTW sich mit ihren Projekten in immer stärkerem Maße auf die Region und die Bedürfnisse und Anforderungen der Menschen, die in ihr leben, bezieht. 

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Prof. Dr. Wolfgang Cornetz, Rektor der HTW

Dieter Ehrmanntraut, Baudezernent

Prof. Dr.-Ing. Ingrid Düsing

Der Beigeordnete und Leiter des Baudezernates der Stadt Saarbrücken, Dieter Ehrmanntraut richtete ein kurzes Grußwort an die anwesenden Personen. Er betonte die enge und fruchtbare Zusammenarbeit der seines Dezernates mit der HTW und regte an, diese Form der Kooperation zu intensivieren.

Nach der Kurzvorstellung des Fachbereichs Bauingenieurwesen durch den Fachbereichsvorsitzenden, Prof. Frank Baur erläuterte Prof. Dr.-Ing. Ingrid Düsing die Themenstellung der Diplomarbeit. Im Anschluss präsentierten die angehenden Bauingenieure Frank Lorson und Peter Scherer ihre Diplomarbeit und natürlich die Fußgängerbrücke am Modell. 

Nachdem das feizuhaltende Lichtraumprofil im Hinblick auf die Forderungen aus den technischen Rahmenbedingungen und Vorschriften bei einer Maßnahme über Bundeswasserstraßen konstruiert war, konnten die beiden Studierenden mit der Planung für die konkrete Umsetzung der Brücke beginnen. Ihr Hauptaugenmerk richtete sie darauf, eine architektonisch ansprechende Konstruktion zu entwerfen, in der die Baustoffe Holz und Stahl sinnvoll zu kombinieren sind und dies sich auch in die Umgebung integrieren lässt.

Als Resultat liegen nun der Entwurf inklusive einer vollständigen statischen Berechnung und Bemessung der Brücke und die Konstruktionszeichnungen der wesentlichen Bauteile vor. Dass neben der Funktionalität auch das architektonische Erscheinungsbild der Brücke Berücksichtigung gefunden hat, belegt das Modell, dass die beiden Studierenden von "ihrer" Brücke angefertigt haben.

Bruecke_linke_Seite.jpg

Bruecke.jpg

Bruecke_rechte_Seite.jpg

Detailansicht linke Seite

Die Brücke in ihrer ganzen Pracht

Detailansicht rechte Seite

V.i.S.d.P. Katja Jung

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