Workshops Tag 1

1: Kinderschutz analog und digital: Mehr als eine Haltungsfrage (Prof. Dr. Gaby Flößer)

Abstract folgt

2: Chancenlose Sozialarbeit! Oder? - Grenzen und Risiken einer Sozialarbeit mit unliebsamen, würdelosen Menschen in Armut (Wolfgang Edlinger)

Abstract:
Die derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen im Themenfeld Armut /Soziale Benachteiligung sind gekennzeichnet von Ausgrenzung, Spaltung der Gesellschaft und Dominanz des Geldes. Arme Menschen werden nicht mit ihren Bedürfnissen und Wünschen nach einem menschenwürdigen Leben wahrgenommen ,sondern auf den Faktor Kosten reduziert. Der Workshop geht der Frage nach ,welche sozialarbeiterischen Handlungsfelder angesichts dieser strukturellen Rahmenbedingungen bestehen .
Ausgehend von der skizzenhaften Beschreibung der Lebenswirklichkeit armer Menschen von Betroffenen sollen Grundbausteine herausgearbeitet werden, die als Fundament in dem Handlungsfeld „Arme Menschen/ soziale Benachteilung“ wesentlich sind .
Dies auch unter der Berücksichtigung ,dass sich die öffentliche Hand aber auch Sozialverbände zunehmend nur noch dort engagieren ,wo eine Finanzierung und Kostendeckung gesichert sind. Wie können Sozialarbeit und ihre Akteure unter diesen Bedingungen ihrem Anspruch gerecht werden?

Über den Workshopleitenden:

Vorsitzender der Saarländischen Armutskonferenz


Bei der Bekämpfung von Armut als gesellschaftlichem Missstand sind
arme und von Armut bedrohte Menschen an Entscheidungsprozessen
zu beteiligen.Um diesem Ziel gerecht zu werden, engagieren
sich Betroffene nicht nur als Mitglieder in der Saarländischen
Armutskonferenz, sondern sind auch im Vorstand vertreten.
Ziel meiner Arbeit ist es, die Würde armer Menschen zu wahren,
sie mit Respekt zu behandeln und ihre vielfältigen Kompetenzen
anzuerkennen und Wert zu schätzen.

Stromsperren / Ernergiearmut
Seit Jahren sind Stromsperren/Energiearmut und deren
lebensbedrohlichen Auswirkungen auf die Menschen Gegenstand
unzähliger Initiativen und Stellungnahmen als Vorsitzender der
Saarl.Armutskonferenz .Dazu gehört die im Saarland, im
Rahmen des Aktionsplans zur Armutsbekämpfung, durchgesetzte
Melde/Steuerungsstelle bei der Verbraucherzentrale,eine
Energiesicherungsstelle und einen Notfallfonds.
Im Dialog mit Betroffenen, Behörden und Energieunternehmen
werden mit meiner Beteiligung in Einzelfällen Lösungen erarbeitet,um angedrohte
Energiesperren zu verhindern.Langfristiges Ziel ist das Verbot von Energiesperren.
 
Wohnungsnot / Obachlosigkeit
Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt sind Wohnungsnot und Obdachlosigkeit.
In der jahrelangen Arbeit mit Straßenjugendlichen und Obdachlosen in
Saarbrücken konnten als neuer konzeptioneller Ansatz niedrigschwellige
Angebote etabliert werden.Aufsuchend Sozialarbeit und Tagesaufenthalt
(Wärmestube) unter Beteiligung Betroffener entstanden. So wurden
Arbeitsplätze in der Wärmestube für  Besucher*innen  mit unbefristeten
Arbeitsverträgen bei gleicher Bezahlung geschaffen.
Ein weiteres  Problem ergibt sich aus der unzureichenden Gewährung von
Wohn- und Heizkosten für ALG-II-Beziehenden durch die Jobcenter.
Wegen Wohnungsmangel finden arme Menschen nur schwerlich Wohnungen,
die den Richlinien entsprechen.Sie werden dann gezwungen,aus ihrem
Regelsatz den Differenzbetrag aufzubringen,was zu weiterer Verarmung führt.
Die politische Forderung ist hier die vollständige Übernahme der tatsächlichen
entstandenen Wohnkosten.
 
Grundsicherung für Arbeitslose / Hartz IV
Ein wesentlicher Teil armer Menschen ist von Hartz-IV-Leistungen
abhängig. Es gilt,die  Rechte der Betroffenen zu wahren, ungerechte Regelungen
zu thematisieren und die Würde der Menschen im Jobcenter zu sichern.
Sanktionen haben sich als kontraproduktiv erwiesen, weil sie die Motivation der Arbeitslosen
zerstören und den gesellschaftlichen Ausgrenzungsprozeß beschleunigen.
Besonders menschenverachtend ist die Situation der jungen Menschen
unter 25 Jahren. Nicht nur, dass Jugendliche härter sanktioniert werden und
ihnen eine eigene Wohnung verweigert wird,sie werden durch die Sanktionen
häufig in Obdachlosigkeit ,Verwahrlosung oder Prostitution abgedrängt.
Die  Forderungen im Bereich Hartz IV sind armutsfeste Regelsätze und der
Wegfall von Sanktionen.
 
Armut und Gesundheit
Arme Menschen sterben etwa 10 Jahre früher als der Durchschnitt. Insbesondere
Wohnungslose erleben selten das sechzigste Lebensjahr.
In der Corona Pandemie wurde offensichtlich,daß arme Menschen nur
unzureichen Lebensmittel zur Verfügung hatten.Mein bzw. unser Bemühen lag darin,
Corona-Sonderhilfen für arme Menschen zu erreichen. Mit der Aktion „Obst für Burbach“
sollten der Wegfall von Schulobst für Kinder zu Zeiten der Schulschließungen
zumindest teilweise kompensiert werden.
Ein erhebliches Problem haben Menschen ohne Krankenschein, die mehrheitlich
aus Osteuropa stammen. Ziel ist es, dass alle Menschen einen
Krankenversicherungsschutz haben.
Arme Menschen sind von den Zuzahlungen für Gesundheitsleistungen zu befreien,
um so das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zu verwirklichen.
 
Aktionsplan gegen Armut
Als SAK-Vorsitzender nehme und nahm ich regelmäßig am Beirat
zum Aktionsplan gegen Armut im Saarland teil. Mit weiteren sozialen
Organisationen war es in zahlreichen Sitzungen und Arbeitsgruppen
gelungen in vier Schwerpunktbereichen Verbesserungen für Menschen
in Armut zu erreichen:
  • I. Bezahlbarer Wohnraum
  • II. Kinderarmut und Bildung (u.a. beitragsfreies Mittagessen
    und Förderung von Kinderhäuser o.a. gemeinwesen- und
    sozialraumorientierte Angebote)
  • III. Langzeitarbeitslosigkeit (Weiterführung von ASaar -
    Ko-Finanzierung von Beschäftigungsmaßnahmen der
    Bundesagentur für Arbeit)
  • IV. Mobilität & Infrastruktur (u.a. Einführung des
    landesweiten Sozialtickets)
 
Lobbyarbeit gegenüber politisch Verantwortlichen / Pressearbeit
Als Vorsitzender der Saarländischen Armutskonferenz bin
ich regelmäßig, gemeinsam mit dem Vorstand, mit den
Fraktionen des Landtags, der Kreistage und der Stadt + Gemeinderäte
im Gespräch. In regelmäßigen Sitzungen werden die anstehenden
Probleme besprochen und mögliche Lösungen diskutiert.
Mit den Medien besteht ein reger Austausch, um die Themen und
Forderungen in Gesellschaft und Politik einzubringen.
 
Weitere Infos auf der Web-Seite der Saarländischen Armutskonferenz e.V.: sakev02.wordpress.com 
 

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3: Soziale Ungleichheit(en) – auch im Digitalen. Oder dort sogar verstärkt? (Dr. Matthias Hoffmann)

Abstract:
Wie bei jeder technologischen Entwicklung hängen auch bei der Digitalisierung die positiven oder negativen Konsequenzen an dem Gebrauch, den man von ihr macht. Welchen Gebrauch man davon realisiert und in welchem Maße das gelingt, hängt aber nicht seinerseits von der Technologie selbst ab, sondern von grundlegenden Rahmenbedingungen.
Je stärker eine Gesellschaft von einer Technologie abhängt, desto größer ist die „Hebelwirkung“, die man bei kompetentem Umgang mit ihr erzielt. Es gilt allerdings auch umgekehrt: Wer die Kompetenzen für die zentrale Technologie nicht beherrscht, fällt dann umso stärker zurück. Digitalisierung als „die zentrale“ Technologie in der sich transformierenden Gesellschaft braucht daher dringend gesellschaftliche Abfederung und Gestaltung.
Ein anderer Aspekt von „Digitalisierung und sozialer Ungleichheit“ zeigte sich in der Corona-Pandemie dramatisch. Die Frage, wessen Tätigkeit homeoffice-geeignet ist, stellt eine neue Form von „Digital Divide“ dar. Wer nicht ins Homeoffice konnte, war stärker infektionsgefährdet, war stärker von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit bedroht, hatte bei geschlossenen Kitas und Schulen weit größere Schwierigkeiten mit der Kinderbetreuung und vieles mehr.
Im Workshop werden diese Zusammenhänge von Digitalisierung und Sozialer Ungleichheit diskutiert.

Über den Workshopleitenden:
Dr. Matthias Hoffmann
Soziologe bei der Arbeitskammer des Saarlandes
Referent für Arbeitspolitik und betriebliche
Sozialpolitik, seit 2010 Lehrbeauftragter
an der HTW.
Berufliche Arbeitsschwerpunkte:
„Gute Arbeit“, Digitalisierung/ Industrie 4.0
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4: Soziale Arbeit im Alter- Chancen und Risiken der Digitalisierung (Uto Scheidt)

Abstract:
Die COVID19-Pandemie hat sowohl die Gefahr zunehmender sozialer Krisen für ältere Menschen aufgedeckt als auch Potenziale für Innovationen in der Sozialen Arbeit im Alter aufgezeigt. Die Profession sieht sich, als zunehmend wichtiger Teil im System der Hilfen, in der Folge vor ähnlichen Herausforderungen wie die „Nachbardisziplinen“ Pflege und Medizin: die digitale Transformation verstärkt die Neudefinition sozialer Verhältnisse, dieser Prozess bestimmt auch die zukünftigen Anforderungen an die notwendigen Qualifizierungsprozesse in der sozialen Arbeit.
Praktische Beispiele dazu, z.B. aus den Bereichen technische Assistenzsysteme oder Anwendungen aus der künstlichen Intelligenz, werden im Workshop kritisch diskutiert.
Soziale Arbeit muss sich einmischen in Entwicklung und Anwendungsszenarien von digitalen Werkzeugen und deren bedarfsgerechten und ethisch vertretbaren Einsatz, z.B. für mehr Teilhabe und Resilienz, auch um als „Gegenpol“ zur digitalen Ökonomie aufzutreten.

Über den Workshopleitenden:

Uto Scheidt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen
Instituts für Demenzprävention der Universität
des Saarlandes
Organisation Präventionsprojekte im kommunalen,
regionalen Umfeld;
Technologiesysteme zur Unterstützung der
Alltagskompetenz im Wohnumfeld

Freiberuflicher Projektleiter
SchlaueDörfer
– kommunale Gesundheitsförderung,
Schwerpunkt ältere Bürger
Denkspur – digiloge Prävention für Senioren

Ehrenamtliche Vorstandstätigkeiten
AAL-Netzwerk Saar
– Projektleitung inviSa@home
Gesundheitsnetzwerk Hochwald e.V.
– Digitale Daseinsvorsorge im kommunalen Setting

Laufend seit Jahren:
Vorträge, Workshops und Schulungstätigkeiten
in o.g. Arbeitsschwerpunkten

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5: Postmigrantische Perspektiven: Anerkennung, Teilhabe und Integration unter Spannung (Prof. Dr. Dieter Filsinger)

Abstract:

Postmigrantische Perspektiven: Anerkennung, Teilhabe und Integration unter Spannung

Für die Soziale Arbeit relevante Diskurse befassen sich mit postmigrantischen Perspektiven, die über die Tatsache hinausgehen, dass weitere Zuwanderung dauerhaft zu erwarten ist. Diese Debatten gehen dabei zum einen der Frage nach einer angemessenen Beschreibung und Analyse der gesellschaftlichen Situation nach, zum anderen den sich daraus ergebenden Herausforderungen und Perspektiven. Thematisiert und kritisch diskutiert werden insbesondere Vielfalt, Diversity, Migrationsgesellschaft, postmigrantische Gesellschaft, oder auch die post-multikulturelle Gesellschaft. Zu erinnern ist an die Analyse von politischen Leitbildern wie Integration, Multikulturalismus und Diversity. Im Workshop erfolgt ein konzentrierter Überblick über die angesprochenen Konzepte, wobei Variationen der postmigrantischen Perspektive exemplarisch diskutiert werden sollen. Die angeführten Konzepte gehen weitgehend davon aus, dass die jeweils in Rede stehende Gesellschaft ökonomische, soziale und kulturelle Potentiale verspricht, aber gleichzeitig Spannungsverhältnisse erwarten lässt. Diese, sowie kritische Entwicklungen und Risiken (bspw. wachsende Ungleichheiten, Populismus, Rassismus, Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts) sollen herausgearbeitet und in ihrer Relevanz für die Theorie und Praxis Sozialer Arbeit erörtert werden.

Zur Einführung:

Filsinger, Dieter (2021). Multikulturelle Gesellschaft und Integration. Migration und Soziale Arbeit, 43. Jg., Heft 1, S. 14-23 – sowie weitere Beiträge des betreffenden Themenheftes: Multikulturelle Spannungsfelder und Multikulturalismus (insb. den Beitrag von Thomas Geisen).



Über den Workshopleitenden:

Prof. Dr. Dieter Filsinger
Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar
Fakultät für Sozialwissenschaften
Professur für sozialwissenschaftliche Grundlagen,
Sozialpolitik und Evaluation

Studiengangsleiter Master of Evaluation (zusammen mit der UdS)

Wissenschaftlicher Leiter der Forschungs- und Transferstelle ‘Gesellschaftliche Integration und Migration’ (GIM; htw saar/FITT; Leitung zusammen mit Diplom-Pädagoge Wolfgang Vogt); wissenschaftlicher Leiter der Forschungsgruppe Bildungs-, Evaluations- und Sozialstudien (ForBES; Leitung zusammen mit Dr. Marianne Lück-Filsinger)

Lehre und Promotionsbetreuung

Bachelor- und Masterstudiengang Sozale Arbeit, im Masterstudiengang Evaluation (Schwerpunkte: Bildung und soziale Dienstleistungen; Qualitative Forschungsmethoden) sowie im internationalen Blended Learning-Studiengang MABLE (Universität des Saarlandes, Universität Kaiserslautern (Schwerpunkt Qualitative Forschungsmethoden); Betreuung mehrerer Promotionen als Zweitgutachter: Daniela Henn, Ina Dupret, Manuel Freis, Jessica Prigge)

Forschungsschwerpunkte

  • (Ungleiche) Soziale Lagen und Teilhabechancen mit Schwerpunkt Sozial- und Bildungspolitik
  • Migration, Integration und Interkulturalität
  • “Übergänge im Lebensverlauf” (Gründungssprecher des htw-Forschungsschwerpunkts; Anerkennung durch HRK)
  • Arbeitsmarkpolitik und Arbeitsmarktintegration von Menschen in prekären Lebenslagen
  • Sozialer Raum, soziale Probleme und soziale Bewegungen
  • Soziale Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt
  • Stadt(teil-) und Quartiersentwicklung, Sozialberichterstattung, Sozialplanung, Gemeinwesenarbeit und soziale Dienste
  • Forschungsmethoden
  • Evaluationsforschung

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6: Mode-Message-Moral. Wenn Kleidungsstücke Botschaften in Institutionen der Jugendhilfe tragen. Oder: Wie reagieren, wenn die Erzieherin "Thor Steinar" trägt? (Gesine Nebe)

Abstract folgt

7: Soziale Arbeit neu Denken! (Vera Sompon)

Abstract:

Der Hauptgrund, warum Menschen in der Sozialen Arbeit arbeiten, ist, dass sie "die Welt verändern" wollen oder zumindest den Wunsch haben, Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion und Herkunft mit spezifischen Werkzeugen und Methoden "unterstützen" zu wollen.
Die große Frage ist daher: Wie bereiten wir uns als soziale Einrichtungen oder Einzelpersonen, die in sozialen Bereichen arbeiten, auf die neuen Herausforderungen in einer Migrationsgesellschaft vor? Welche Kompetenzen brauchen wir, um den besonderen Herausforderungen der Sozialen Arbeit in einer Migrationsgesellschaft gerecht zu werden?
Soziale Arbeit kann nicht mehr so sein, wie wir sie nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 hatten. Die Dinge haben sich verändert. Wir sind zu einer Migrationsgesellschaft mit Menschen auf der ganzen Welt geworden - sagen wir, ein kleines globales Dorf, das eine neue Denkweise und einen neuen Ansatz für die Sozialarbeit erfordert.

Ziele des Workshops:
In diesem Workshop werde ich die Teilnehmer*innen an den Auftrag der Sozialarbeit und der sozialen Einrichtungen erinnern. Dann werden wir untersuchen, wie Sozialarbeit neu strukturiert werden kann, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden, und wie Sozialarbeiter*innen sich ihrer Privilegien bewusster werden können und diese Privilegien nutzen können, um ihre Klient*innen zu bestärken.

Methode:
Mit Hilfe von Fragestellungen werden wir einen Prozess des Umdenkens über die Sozialarbeit beginnen. Dann werde ich eine PowerPoint-Präsentation verwenden, um meine Arbeit vorzustellen. Vor allem werden wir Gruppenarbeiten machen, in denen wir die Möglichkeit haben, besser über unsere Haltung als Menschen, die in sozialen Bereichen arbeiten, zu reflektieren und uns auszutauschen. 



Über die Workshopleitende:
Vera Sompon, Sozialarbeiterin von Beruf, Gründerin und Geschäftsführerin von Sompon Socialservice e.V., Dozentin an der Hochschule Esslingen und ehrenamtliches Vorstandsmitglied in vielen Organisationen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene.

8: Wem "gehört" die Erinnerungskultur?! Ethik der Erinnerungskultur?! (Prof. Dr. Simone Odierna)

Abstract:

Die Erinnerung der Menschen umfasst ca. 100 Jahre oder drei Generationen - nach diesem Zeitraum gibt es keine Zeitzeug*innen mehr. Wir brauchen neue - auch digitalisierte - Vermittlungsformen in der EP:

  • Vor- und Nachbereitung in der EP-Arbeit
  • Museums-/Gedenkstättenpädagogik
  • Filme
  • Hologramme – umstritten – aktuelle Beispiele
  • Instagram & Co.: Eva-Stories, Sophie Scholl
  • Rollen- und Planspiele
  • Apps
  • Gedenkortwanderungen unterstützt von Apps
  • u.a.

Inhalte:
Informationen (Fallbeispiele)
Nachdenken über die konzeptionelle Weiterentwicklung von Handlungsmethoden der EP im aktuellen Kontext einer zunehmend von nationalistischen und antieuropäischen Tendenzen in Internetdiskussionen in der digitalisierten Gesellschaft.

Methoden / Materialien:
Plenum um Kleingruppen, Kurzbeispiele, Diskussion

Lernziele:
Kurzüberblick aktueller Stand der Digitalisierung in der EP und möglicher ethischer Gefährdungsbereiche

Über die Workshospleitende:

Prof. Dr. phil. Simone Odierna,
Soziologin und Theaterpädagogin,
Professorin für Handlungsfelder und Methoden Sozialer Arbeit,
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes,
Fakultät Sozialwissenschaften,
Department Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit.



Forschung:
Arbeitswissenschaft, kommunale Kulturarbeit,
Frauen- und Genderfragen,
politische Partizipation von Kindern und Jugendlichen,
Politische Bildung, Gemeinwesenarbeit und Stadtentwicklung,
Erinnerungspädagogik



Kontakt:

E-Mail: simone.odierna@htwsaar.de

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9: Akademisierung in der Großregion- am Beispiel der unterschiedlichen Entwicklungen des Kinderschutzes (Prof. Dr. Christian Schröder/ Prof. Dr. Ulrike Zöller)

Abstract:

Seit dem Vertrag von Maastricht verfolgt die EU die Ziele der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion. Die Großregion (Frankreich, Luxemburg, Belgien und Deutschland) gilt als europäischer Kooperationsraum. Doch auch hier zeigen sich bürokratische und institutionelle Hürden, die die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Raums erschweren. Hinzu kommt, dass sich Bemühungen, die Kooperationen in den grenznahen Gebieten zu erhöhen, meist auf wirtschaftliche Kohäsion stützen, während eine soziale eher rudimentär betrieben wird. 
Mit zunehmender Mobilität machen auch Fragen des Kinderschutzes nicht länger vor nationalen Grenzen halt. Zu grenzüberschreitenden Hilfen kommt es etwa dann, wenn ein Träger der Kinder- und Jugendhilfe in der Großregion Hilfen anbietet, die im eigenen Land nicht existieren oder wohnortsnah nicht zur Verfügung stehen. Gerade Kinder, die besondere Hilfe benötigen, befinden sich in grenzüberschreitenden Situationen.
Das Interreg-Projekt EUR&QUA an der Fakultät Sozialwissenschaften der htw saar, hat von 2015-2020 im Verbund mit elf Kooperationspartnern grenzüberüberschreitende Hilfeverläufe erforscht. Aus Erhebungen mit Kindern, ihren Familien und Fachkräften wurde herausgearbeitet, was grenzüberschreitende Hilfeverläufe in der Großregion für Betroffene und Fachkräfte bedeutet. Unsere Erhebungen weisen darauf hin, dass sprach-, kultur- und professionsübergreifende Praktiken im Bereich des Kinderschutzes noch eine Ausnahme sind. Fachkräfte berichten von mangelnder Kommunikation und Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit.  Kinderrechte werden zwar im nationalen Kinderschutzsystem umgesetzt, wie diese aber grenzüberschreitend berücksichtigt werden können, ist bisher noch kaum beachtet worden.  Der Aufbau eines grenzüberschreitenden Raums zum internationalen Kinderschutz ist daher von hoher Relevanz für die Akademisierung in der Großregion. Der Workshop zeigt anhand Fallvignetten und anhand von Kurzausschnitten eines Filmes, der Kinderschutzsysteme in der Großregion vergleichend beleuchtet, grenzüberschreitende Praxen im Kinderschutz auf. Daran werden berufsethische Aspekte sichtbar, die im Workshop kritisch diskutiert werden.



Über die Workshopleitenden:

Prof. Dr. Christian Schröder
Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar
Fakultät für Sozialwissenschaften
Professur für Methoden der Sozialen Arbeit

Forschungsschwerpunkte:
Lernende Organisationen, die Gestaltung von Übergängen
in Lebensverläufen sowie transnationale Bewegungen
in der Sozialen Arbeit.

Aktuelles Forschungsprojekt:

Eur@Qua: Aufbau eines grenzenüberschreitenden
Kinderschutzes in der Großregion





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Prof. Dr. Ulrike Zöller
Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar
Fakultät für Sozialwissenschaften
Professur für Theorie, Empirie und Methodik
Sozialer Arbeit
- Studiendekanin der Fakultät Sozialwissenschaften

Forschungsschwerpunkte:

  • Etablierung und Initiierung von Forschungsprojekten
    zu den Themengebieten Übergange im Lebensverlauf,
    Integration in die Erwerbsarbeit und Ethik der
    Sozialen Arbeit.
  • Internationalisierung, Ausbau der deutsch-
    französischen Beziehungen am Department,
    Einführung bilingualer Seminare.
    Aufbau eines bilingualen Onlinemoduls.
  • Vertrauensdozentin der Heinrich Böll Stiftung
  • Wissenschaftliche Begleitung bei der Forschungs-
    und Transferstelle für Gesellschaftliche
  • Integration und Migration GIM für das Projekt: Islam im
    Saarland - saarländischer Islam?
  • Im Rahmen des bundesweiten Modellprojekts zu
    Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
    (GMF) - und zur Demokratisierung im ländlichen Raum.
    Demokratie leben.

Aktuelles Forschungsprojekt:

Eur@Qua: Aufbau eines grenzenüberschreitenden
Kinderschutzes in der Großregion






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10: Zur Notwendigkeit einer strafprozessualen Reform des Zeugnisverweigerungsrechts- ist Soziale Arbeit ohne dieses «Privileg» noch sinnhaft möglich? (Ronald Beć/ Florian Kovatsch)

Abstract:
Die Bemühungen um ein umfassendes strafprozessuales Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit nehmen gegenwärtig wieder Fahrt auf. Angestoßen wird dieser Prozess aus den Reihen der sozialpädagogischen Fanprojekte, die im Bereich der Jugendhilfe Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit leisten. Mittlerweile hat sich ein bundesweites Bündnis für ein Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit gegründet.
Welche Konsequenzen das fehlende ZVR in der Praxis hat, was Fachkräfte und Träger im Umgang mit polizeilichen Ermittlungen beachten sollten und welche gesellschaftlichen Auswirkungen dies auf den Umgang mit Abweichung und Kriminalität hat, wird in diesem Workshop auch aus der Perspektive der Kriminologie, die eine relevante Bezugswissenschaft Sozialer Arbeit darstellt, diskutiert.

Über die Workshopleitenden:

Ronald Beć:

- Geschäftsführer und Sozialarbeiter beim Fanprojekt Dresden e.V. 
- Arbeitsschwerpunkte: Mobile Jugendarbeit/Streetwork,
  Offene Jugendarbeit
- Master-Thesis zum strafprozessualen Zeugnisverweigerungsrecht
in der Sozialen Arbeit
(https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-729802

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 Florian Kovatsch:

Sozialarbeiter/Sozialpädagoge beim Fanprojekt Bochum,
AWO Unterbezirk Ruhr-Mitte
Arbeitsschwerpunkte: Streetwork,
politische Bildung, Erinnerungsarbeit

 

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11: Für eine coolere GENDER Debatte- wie sich der Umgang in der Identitätspolitischen Debatte über LSBTI* Menschen in den letzten Jahren verändert hat (Irene Portugall/ Marco Wirbel)

Asbtract:

Im Workshop „Für eine coolere Genderdebatte- wie sich der Umgang in der indentitätspolitischen Debatte über LSBTI*Menschen in den letzten Jahren verändert hat“ möchten wir einerseits die Wichtigkeit von Begrifflichkeiten v

erdeutlichen und zeitgleich aufzeigen weshalb die Schärfe der Diskussion wenig zielführend ist. Verdeutlichen möchten wir dies anhand der Begriffsentwicklung Trans*gender bzw. Trans*Ident. Trans*geschlechtliche Personen wurden lange, auch von sich selbst, als Trans*sexuell bezeichnet. Da Trans*geschlechtlichkeit nichts mit der Sexualität, im Sinne der Art der romantischen Beziehung zu tun hat, es viel mehr darum geht mit welchem Geschlecht ich mich identifiziere ist die Diskriminierung durch Reduktion auf diese im Begriff Trans*sexualität offensichtlich. Offensichtlich zumindest dann, wenn es gelingt die Abstraktion der Begrifflichkeit aufzulösen. Die schnelle der Dynamik, die auch in den sozialen Medien zu finden ist, kann die Möglichkeit bieten die Diskriminierung schnell aufzulösen, sie birgt allerdings auch die Gefahr die Gesellschaft in einer für sie abstrakten und nicht nachempfindbaren Welt zu verlieren.


Über die Workshopleitenden:

Irene Portugall

Marco Wirbel

Vorstand des LSDV Saar



Arbeitsschwerpuntke:

  • Beratung von LSBT*Menschen
  • Aufklärungsarbeit im Rahmen von Workshops
  • Gesellschaftspolitische Antidiskriminierungsarbeit

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12: Soziale Arbeit und die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) (Mark Unbehend/ Prof. Dr. Ute Fischer)

Abstract:

Wie schaffen wir soziale Gerechtigkeit? Zu dieser zentralen Frage des Bundeskongresses für Soziale Arbeit to go bietet die Debatte zum Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) eine anfangs irritierende sozialpolitische Alternative.

Ein BGE ist von der Idee her ein Einkommen für alle, das Teilhabe ermöglichen und Existenz sichern soll, ein individueller Rechtsanspruch wäre, ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Zwang zur Arbeit ausgezahlt würde. Gerade die Entkopplung von Arbeit und Einkommen unterscheidet die Idee von den bisherigen sozialpolitischen Herangehensweisen.

Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, welche Auswirkungen ein BGE auf Soziale Arbeit hätte. Außerdem werden Vor- und Nachteile sowie Konsequenzen der BGE-Idee diskutiert.

Über die Workshopleitenden:

Dipl.-Soz. Mark Unbehend
Lehrkraft für besondere Aufgaben, htw saar

Arbeitsschwerpunkte:

  • Allgemeine Soziologie
  • Sozialpolitik
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Grenzüberschreitender Kinderschutz
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Prof. Dr. Ute Fischer
Soziologin und Volkswirtin
Professorin für Sozialwissenschaften an
der FH Dortmund
Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften


Mitbegründerin der Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung"

 

Arbeitsschwerpunkte:

Sozialpolitik, Bedingungsloses Grundeinkommen, Demokratieentwicklung,
bürgerschaftliches Engagement, nachhaltige Gesellschaftsgestaltung, sozialer Zusammenhalt.

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htw saar
Hochschule für
Technik und Wirtschaft
des Saarlandes

University of
Applied Sciences

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