Workshops Tag 2

1: Zukunft des Berufsbildes und der Ausbildungsprofile der Erzieher*innen und Kindheitspädagogen*innen (Helene Bartels/ Gaby Böhme)

Abstract:

Im Workshop werden die verschiedenen Aspekte und Erfordernisse einer zukunftsorientierten Ausbildung zur* Erzieher*in, zur Kindheitspädagog*in beleuchtet.
Auf der Grundlage der Lernorte Praxis und Theorie werden die jeweiligen Kompetenzprofile dargestellt und deren erforderliche Verzahnung.
Es werden unterschiedliche Ausbildungsprofile und Kompetenzerwerb unabhängig vom Lernort erläutert, diskutiert und kritisch gewürdigt.
Hierbei erfolgt jeweils der Blick aus der Lehre und der Praxis.
Es bietet sich die Gelegenheit zur Diskussion mit den Expertinnen zu den Fragestellungen:

- Was benötigen die verschiedenen Lernorte?
- Welche Bedeutung hat die kompetenzorientierte auf breiter Basis angelegte Ausbildung?
- Welche Möglichkeiten für den Kompetenzerwerb ergeben sich in der Ausbildung?
- Was bedeutet Zukunftsorientierung im Berufsbild der Erzieher*innen und Kindheitspädagog*innen?

Die verschiedenen erfahrensbasierten Aspekte und Ideen der Teilnehmer*innen werden aufgegriffen und diskutiert, so dass ein lebendiger Austausch entstehen kann.



Über die Workshopleitenden:

Helene Bartels
helene.bartels@posteo.de

Master of Social Work (M.S.W.)
Dipl.Sozialpädagogin
Staatlich anerkannte Erzieherin
Praxislehrerin an der staatlichen Fachakademie für Sozialpädagogik in Freising mit den
Unterrichtsschwerpunkten Praxis- und Methodenlehre und Sozialpädagogische Praxis;

Bisherige Tätigkeitsfelder:
Fachberaterin und Projektentwicklerin für Jugendhilfe im Familienpflegewerk des
Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V.;
Leiterin der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Landesverbandes des Deutschen
Berufsverbandes für Soziale Arbeit (DBSH);
Lehrbeauftragte an der Hochschule München - Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt
„Cultural Studies - Normalität und Devianz, Handlungsfelder der Sozialen Arbeit;
Beraterin im Familienservice der Technischen Universität München;
Sozialarbeiterin in der Betreuung und Begleitung von Jugendlichen und jungen
Erwachsenen;
Freiberufliche Tätigkeit als Referentin für Teambildung, Kommunikationstrainings und
verschiedene fachspezifische Themen in den sozialpädagogischen Handlungsfeldern und
in den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit.

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Gabriele Böhme      

Staatlich anerkannte Erzieherin
Langjährige Kitaleitung und  Ausbildungsleitung Lernort  „Praxis“

 
Bisherige Tätigkeitsfelder:

Leitung einer großen kommunalen Kindertageseinrichtung ,

Praxis-Ausbildung pädagogischer Fachkräfte am Lernort  „Praxis“ ,

Gewerkschaftsarbeit im Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit  (DBSH e.V.)

2.Vorsitzende des Landesverbandes DBSH Saar

      
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2: Die UN-Kinderrechtskonvention und das Recht des Kindes auf Partizipation in Kindertagesstätten. Anforderungen an die professionelle Haltung von Sozialarbeiter*innen/Kindheitspädagog*innen (Prof. Dr. Iris Ruppin)

Abstract:
Die UN-Kinderrechtskonvention, die 1992 ratifiziert wurde, stellt die Basis für bildungspolitische, sozialpolitische Diskurse und Programme wie auch für das (professionelle) Handeln von pädagogischen Fachkräften in KiTas dar. Daneben kann als Anforderung das Bundeskinderschutzgesetz (§ 45 SGB VIII) und dessen Implementierung begriffen werden, da die Betriebserlaubnis der Kindertageseinrichtungen an die konzeptionelle Implementierung der Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren gebunden ist. In diesem Kontext ist zu berücksichtigen, dass die Professionalität der Sozialen Arbeit und der Kindheitspädagogik vielfältige Perspektiven auf Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte besitzt. Die UN-Kinderrechtskonvention weist Spannungsfelder auf, deren Analyse stellt mit den Kern für den professionellen Habitus der pädagogischen Fachkräfte dar. In der professionellen Praxis bedeutet dies, dass Fachkräfte fortwährend gefordert sind die Interessen der Kinder und Eltern, die Kinderrechte (Braches‐Chyrek 2014), das Kindeswohl und Kindeswillen (Zittelmann 2014) sowie den ‚Kinderschutz’ (Schutter 2014), auszubalancieren. Fragen der Mitbestimmung, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung von Kindern sind mit diesen dilemmatischen Anforderungen verbunden.       

Im Workshop werden in einer mehrdimensionalen Perspektive vor dem Hintergrund der UN-Kinderrechtskonvention und Professionsforschung die Spannungsfelder und Dilemmata in Beziehung gesetzt.

Über die Workshopleitende:

Prof. Dr. Iris Ruppin
Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar
Fakultät für Sozialwissenschaften
Professur für Handlungsfelder und Methoden der Pädagogik der Kindheit
Vorsitzende des Prüfungsausschusses

Forschungsschwerpunkte:
Professionsforschung und Kinderforschung


Publikationen:
  • Ruppin, I. (2021): Kitakinder in der Corona-Pandemie. In: KiTa aktuell. Fachzeitschrift für Leitungen und Fachkräfte der Tagesbetreuung. Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland: Carl-Link-Verlag, Heft 3/202. S. 81-83
  • Ruppin, I. (2020): Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften als Aufgabe des Trägers. In: KiTa aktuell. Fachzeitschrift für Leitungen und Fachkräfte der Tagesbetreuung. Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland: Carl-Link-Verlag, Heft 6/2020, S. 154-156.
  • Ruppin, I. (2018): Kinder und Demokratie, Sozialkompetenz oder Demokratiefähigkeit Zur Einleitung. In Ruppin, I. (Hrsg.): Kinder und Demokratie Weinheim/Basel: BeltzJuventa. S. 6-14
  • Ruppin, I. (2018): Partizipation und Demokratie in Kindertagesstätten Möglichkeiten und Grenzen der Erforschung der Kindersicht. In Ruppin, I. (Hrsg.): Kinder und Demokratie Weinheim/Basel: BeltzJuventa. S. 15-38
  • Papke-Hirsch, N./Adam, A./Ruppin, I. (2018): Politische Bildung schon in Kindertageseinrichtungen? Internationale und nationale Konzepte politischer Erziehung und Bildung im Elementarbereich. In Ruppin, I. (Hrsg.): Kinder und Demokratie Weinheim/Basel: BeltzJuventa. S. 51-72
  • Arand, A./ Pop, J./ Ruppin, I. (2017): Heterogenität und Diversität in Kindertagesstätten aus der Perspektive der Kinder. In Ruppin, I. (Hrsg.): Diversity-Management in Kindertagesstätten Weinheim/Basel: BeltzJuventa. S.
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3: "Also bei uns ist erstmal jeder willkommen" - Zu Kitaplatzvergabe und nicht intendierter Diskriminierung (Prof. Dr. Johanna Mierendorff/ Gesine Nebe)

Abstract:
Jahr für Jahr stehen Kindertagesstätten vor der Aufgabe, freie Plätze zu vergeben. Diese scheinbar einfache Aufgabe entpuppt sich bei näherer Betrachtung als höchst komplex. Im Workshop soll herausgearbeitet werden, im Rahmen welcher rechtlicher und administrativer Bedingungen Kitaplatzvergabe vollzogen wird - und welche Herausforderungen damit verbunden sind. So müssen Kitaleiter:innen insbesondere bei Platzknappheit aus einer Vielzahl von Interessent:innen wenige Kinder auswählen, die einen Platz erhalten. Und: sie müssen diese Entscheidung auch legitimieren. Schaut man sich die Prozesse an, zeigt sich, dass zunächst bspw. die Gruppenkomposition oder die lückenlose Wiederbesetzung von freien Plätzen im Vordergrund stehen. Die Frage danach, wer einen Kitaplatz erhält – und wer abgelehnt wird, berührt dabei jedoch auch Fragen nach Diskriminierung und Segregation. Deutlich wird, dass die Verfahren der Kitaplatzvergabe noch kaum oder wenig sensibel für Diskriminierungsprozesse sind, die damit einhergehen (können).

4: Professionalisierung in der Schulsozialar- beit – Kompetenzerfordernisse im Arbeitsfeld (Dr. Michael Schieder)

Abstract:

Im Rahmen des Workshops wird das Arbeits- und Berufsfeld Schulsozialarbeit fokussiert. Dabei sollen insbesondere Kompetenzerfordernisse seitens der Schulsozialarbeitsfachkräfte beleuchtet und auf das Studium der Sozialen Arbeit bzw. der Schulsozialarbeit übertragen werden.

Mit den Expertinnen und Experten kann insbesondere zu folgenden Fragestellungen diskutiert werden:

  • Welche Handlungsprinzipien können dem Arbeitsfeld zugrundegelegt werden?
  • Über welche Kompetenzen müssen Fachkräfte der Schulsozialarbeit verfügen?
  • Wie können diese Kompetenzen im Rahmen des Studiums herausgebildet werden?

Über den Workshopleitenden:

Dr. Michael Schieder

Referent für Qualitätsmanagement

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Am Marktplatz 7

85072 Eichstätt

Michael.Schieder@ku.de

 

Publikationen:

  • Schieder, Michael (2020): Schulsozialarbeit mit Kompetenz – Qualifikationserfordernisse eines entstehenden Berufsbildes. Tectum Verlag. Baden-Baden.
  • Schieder, Michael (im Erscheinen): Beispielhafte Studiengangentwicklung. Hochschulrektorenkonferenz (HRK) (Hrsg.): Im Rahmen der Hochschulbildung. Der Qualifikationsrahmen für Deutsche Hochschulabschlüsse (HQR) in der Diskussion.
  • Schieder, Michael; Hiller, Ann-Kathrin; Bartosch, Ulrich (im Erscheinen): Ganztagsbildung und Schulsozialarbeit. In: Wolfgang Beutel, Markus Gloe, Gerhard Himmelmann, Dirk Lange, Volker Reinhardt und Anne Seifert (Hrsg.): Handbuch Demokratiepädagogik. Wochenschau-Verlag. Schwalbach am Taunus.

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5: Multiprofessionelle Teams im Kontext Schule Anette Becker(Anette Becker/ Dr. Birgit Spengler)

Abstract:

Alle reden von Multiprofessionalität, was ist gemeint? Fakt ist: mit wachsender Aufgabenkomplexität werden Teams in Schulen heterogener. Wie kann die Kooperation verschiedener Professionen potenzialaktivierend und entwicklungsfördernd gelingen? Im Workhsop arbeiten wir am Geheimnis des gemeinsamen Erfolges.  Im Mittelpunkt stehen Managementkompetenz und Professionalisierung von Leitung und Teams an Schulen mit besonderem Fokus bei der multiprofessionellen Zusammenarbeit des Kernteams Schule-Jugendhilfe:
- Multiprofessionalität: Herausforderungen, Chancen und Erfolgsfaktoren
- Professionelle Lerngemeinschaften: Dreamteam oder Alptraum? Der Blick auf Potenziale, Beziehung und Strukturen
- Werkstattarbeit mit praktischen Fallbeispielen



Über die Workshopleitenden:

Dr. Birgit Spengler
Leitung der Bereiche Bildungs- und
Chancengleichheit und Frühkindliche Bildung
Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM)
Beethovenstraße 26
66125 Saarbrücken-Dudweiler
06897 / 7908-218
b.spengler@lpm.saarland.de

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Anette Becker
Fachberaterin für Ganztagsschulen

Organisations- und Konzeptentwicklung
Raumkonzepte
individuelle Fortbildungen für Schulteams
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6: (Aus-)Bildung am Lernort Praxis - Qualitätsdimensionen im Prozess der Praxisanleitung (Manuel Freis/ Frank Thorausch)

Abstract:

Studierende der Sozialen Arbeit sind im Praxissemester inhaltlich und formal über das Curriculum und ihren Status mit der Hochschule verbunden. Gleichzeitig bewegen Sie sich im Arbeitskontext der Praxisstelle, der für sie den Lernort Praxis darstellt.

Hochschule und Berufspraxis stehen über das jeweilige Curriculum und über das Ziel, die Voraussetzungen für den Erwerb der Staatlichen Anerkennung für Studierende zu gewährleisten, in kooperativer Verbindung zueinander. Der gemeinsam verantwortete Lernprozess der Studierenden in den Praxisphasen erfordert eine strukturierte und inhaltlich transparente Zusammenarbeit von Hochschule und Praxis sowie ein curricular-didaktisches Theorie-Praxis-Konzept von Studiengängen, welches am Lernort Praxis bekannt ist und unterstützt wird.

Praxisanleiter*innen kommt im Studium der Sozialen Arbeit die zentrale Aufgabe zu, den Bildungsprozess der Studierenden am Lernort Praxis zu strukturieren, zu unterstützen und zu begleiten und damit bereits einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung einer professionellen Identität als Sozialarbeiter:in zu haben. Sowohl die Vorbereitung von Praxisanleitenden auf ihre Aufgaben im Rahmen der didaktisch-curricularen Einbindung des Lernortes Praxis in den Kontext der (Aus-)Bildung von Studierenden als auch das professionelle Selbstverständnis von Praxisanleitenden im Prozess der Anleitung haben maßgeblichen Einfluss auf angehende Sozialarbeiter:innen im Rahmen ihres Studierens in der Praxis.

Im Workshop werden inhaltliche und strukturelle Rahmenbedingungen von Praxisanleitung diskutiert sowie Fragen zum Anleitungsprozess ausgehend von empirischen Erhebungen mit Praxisanleitenden in den Blick genommen. Ziel des Workshops ist es, konkret formulierte Dimensionen von Qualität als Beschreibung und Bewertung der Gestaltung der Praxisphase sichtbar zu machen und zu diskutieren.




Über die Workshopleitenden:


Dipl. Päd. Manuel Freis
Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar
Fakultät für Sozialwissenschaften
Praxisreferent

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte:

  • Organisationales Lernen
  • Lernortübergreifende Hochschuldidaktik
  • Ethnographische und rekonstruktive
    Organisationsforschung
  • Theorie-Praxis-Verhältnisse in der
    Sozialen Arbeit
  • Systemische Organisationsentwicklung
  • Epistemologische Grundlagen
    professionellen Handelns

Publikationen:
  • Freis, M. (2021): Ethnographie im Praxissemester. Soziale Arbeit am Lernort Praxis studieren. Münster/ New York: Waxmann Verlag. (http://www.waxmann.com/buch3938)
  • Freis, M. (2021): Going public im Praxissemester - Potenzial und side effect ethnographischer Zugänge zu organisationalen Hinterbühnen. In: Hünersdorf, Bettina; Breidenstein, Georg; Dinkelaker, Jörg; Schnoor, Oliver; Tyagunova, Tanya; Wrana, Daniel (Hrsg.): Going Public? Erziehungswissenschaftliche Ethnograühien und ihre Öffentlichkeiten. (angenommen, im Erscheinen). 
  • Freis, M. (2019): Vom Navigieren im Praxissemester - die Metapher der Expedition im Kontext eines ethnographischen Zugangs zur Praxis der Sozialen Arbeit. In: Studer, J.; Abplanalp, E.; Disler, S. (Hrsg.): Soziale Arbeit - Förderung der Persönlichkeitsentwicklung an Hochschulen. Bern: hep Verlag, S. 162-183.
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Frank Thorausch

Staatlich anerkannter Diplom-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (FH)

Leitung Praxisreferat Soziale Arbeit

Evangelische Hochschule Dresden (ehs)

Vorsitzender der BAG der Praxisreferate an Hochschulen für Soziale Arbeit in Deutschland



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7: Sandwich-Position Lehramt Sozialpädagogik? Widersprüchliche Erwartungen aus Sozialpädagogik und (Berufs)Schule (Prof. Dr. Anke Karber/ Dr. Stephanie Spanu)

 Abstract:

Der vielzitierte Fachkräftemangel führt, gerade in personenbezogenen Dienstleistungsberufen, zu einer facettenreichen Ausformulierung und Interpretationen von grundständiger Beruflichkeit und mündet nicht selten in Deprofessionalisierung (Griese/Marburger, 2015) der Arbeitsfelder in der Sozialen Arbeit.

Die damit verbundenen Ausbaustrategien haben auch Auswirkungen auf das berufliche Lehramt, Fachrichtung Sozialpädagogik - Ein Studium, das Lehrkräfte speziell für sozialpädagogische Bildungsgänge ausbildet. Diese sind jedoch bundesweit rar (Spanu, et.al, 2020), entsprechend müssen Berufskollegs/Berufsschulen und Fachakademien gleichermaßen auf Lehrkräfte unterschiedlicher Qualifikationen zurückgreifen.

Der Workshop beleuchtet die gegenwärtige Situation und wirft einen Blick auf disziplin-wie professionsbezogene Vergewisserungen und Widersprüche. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, wer bestimmt, was „die Profession oder die Fachkraft“ ist und welche Verantwortungen und Zuständigkeiten existieren.

Publikationen:

Griese, Christiane; Marburger, Helga (2015): Pädagogische Berufe zwischen Professionalisierung, Deprofessionalisierung und Hybridisierung. In: Zeitschrift für Bildungsverwaltung, 31 (2015) 1. S. 31-40. 

Spanu, S., Meyer, N., Karsten, M.E. (2020): Qualifizierung für die Qualifizierung zukünftiger Fachkräfte. In: Neue Praxis, Heft 6/20. Lahnstein: Verlag Neue Praxis. S.552-565 (blind-peer-review)

8: Die Akademisierung des Hebammenwesens als Chance für die Umsetzung des Nationalen Gesundheitsziels „Gesundheit rund um die Geburt“ (Prof. Barbara Cattarius)

Abstract:

Hebammen betreuen Frauen und ihre Familien von Beginn der Schwangerschaft, unter der Geburt, im Wochenbett und im ersten Jahr der Elternzeit. Sie begleiten professionell den Übergang zur Elternschaft und tragen im gesamten Betreuungsbogen eine große Verantwortung. Sie agieren weitestgehend autonom in ihrer Berufsausübung.
Seit dem 01. Januar 2020 gilt: wer Hebamme werden will muss ein Bachelorstudium absolvieren. Der Gesetzesentwurf hierzu wurde am 26.09.2019 vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Für angehende Hebammen bedeutet dies, dass sie ein wissenschaftliches Studium mit einer beruflichen Ausbildung verbinden. Damit wird der Beruf nicht nur attraktiver und moderner und Hebammen können künftig in der gesamten Europäischen Union ihrer Berufstätigkeit nachgehen, sondern ein Studium bietet die Möglichkeit Themen in der theoretischen Studienphase zu integrieren, die bislang in der konventionellen Berufsausbildung an einer Berufsfachschule deutlich zu kurz gekommen sind bzw. gar nicht thematisiert wurden.
Neben der Ausbildung wissenschaftlicher Kompetenzen, fokussiert das Studium deshalb auch auf das Thema der Interdisziplinarität, welches in zahlreichen Lehrveranstaltungen zum Tragen kommt. Wie Defila und Di Giulio (1998) schreiben, gelingt die interdisziplinären Zusammenarbeit, wenn Fachkompetenz in der eigenen Disziplin und Wissen um ihre Stärken, Schwächen und Bedingtheiten aufgebaut wird, wenn Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen Disziplinen vorherrscht, wenn Wissen um die Handlungsformen anderer Disziplinen entstehen und wenn Teamkompetenz und kommunikative Kompetenz gelebt wird. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet sich die Möglichkeit neue Wissensbestände zu generieren und zu neuen Erkenntnissen auf der Metaebene zu gelangen. Schier und Schwinger (2014) fordern „Spezialist sein und interdisziplinär denken können!“

Ein herausragendes Beispiel interdisziplinärer Zusammenarbeit ist das Anfang 2017 präsentierte neunte Gesundheitsziel des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) `Gesundheit rund um die Geburt´. Es nimmt eine an Wohlbefinden und Gesundheit ausgerichtete Perspektive einnimmt, appelliert dazu vorhandene Ressourcen und Potentiale umfassend zu fördern und eine Pathologisierung zu vermeiden. Der Leitgedanke ist folglich ein positives Verständnis von Potenzial und Ermächtigung, die sogenannte Salutogenese im Bereich von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit und dem ersten Jahr nach der Geburt. Das Gesundheitsziel wurde von einer Arbeitsgruppe erstellt, die aus Akteurinnen und Akteuren aus 30 relevanten Organisationen entstammt. Ihnen ist es gelungen gemeinsam ein Dokument zu erarbeiten `Gesundheit rund um die Geburt´, das konkrete Ziele und Teilziele formuliert hat.     
Die übergeordneten Ziele lauten (vgl. BMG, 2017):

  1. Eine gesunde Schwangerschaft wird ermöglicht und gefördert.
  2. Eine physiologische Geburt wird ermöglicht und gefördert.
  3. Die Bedeutung des Wochenbetts und die frühe Phase der Elternschaft sind anerkannt und gestärkt.
  4. Das erste Jahr nach der Geburt wird als Phase der Familienentwicklung unterstützt. Eine gesunde Entwicklung wird ermöglicht und gefördert.
  5. Lebenswelten und Rahmenbedingungen rund um die Geburt sind gesundheitsförderlich gestaltet.

Das so konzipierte Konzept der Frau – Kind – und Elternzentrierten Betreuung soll aus der Perspektive der Betroffenen Personen weiterentwickelt werden und bei allen Berufsgruppen verankert werden.
In der Folge sollen leicht verständliche Informationen und Angebote entstehen, bei denen verschiedene Berufsgruppen gehalten sind gemeinsame Leitlinien zu erarbeiten. In sämtlichen Teilzielen des nationalen Gesundheitsziel wird deshalb auch in den Maßnahmeempfehlungen darauf verwiesen, dass die an der Versorgung von Frau – Kind – und Familie beteiligten Berufsgruppen konstruktiv und partnerschaftlich zusammenarbeiten sollen um eine kontinuierliche Betreuung zu gewährleisten.
Laut BMG (2017) kann es in einer gemeinschaftlichen Anstrengung der verschiedenen Akteure gelingen in der Schwangerschaft gesundheitliche Ressourcen und Kompetenzen und Wohlbefinden zu stärken und aufzubauen. Belastungen und Risiken während der Schwangerschaft können frühzeitig identifiziert werden. Vulnerable Gruppen und belastende Lebensumstände oder auch psychische Belastungen und Erkrankungen lassen sich erkennen. Im Hinblick auf die Geburt soll eine interventionsarme Geburt fokussiert werden und die gesundheitlichen Ressourcen sollen aufgebaut werden. Im ersten Jahr nach der Geburt sollen vorrangig Gesundheitskompetenzen bei den jungen Eltern aufgebaut werden. Hier besteht Verbesserungspotential in der Gesundheitsförderung und Prävention.    
Um schließlich die Lebenswelten und Rahmenbedingungen rund um die Geburt gesundheitsförderlich zu gestalten müssen Hilfestrukturen transparent dargestellt werden und untereinander vernetzt sein. Es sollen flächendeckende Präventionsketten aufgebaut werden in einem kommunalen Raum und einer Arbeitswelt, die familienfreundlich gestaltet sind. Sozial benachteiligte Familien werden mit ihrem besonderen Bedarf erkannt und mit ihnen gemeinsam werden Zukunftsperspektiven entwickelt und umgesetzt (vgl. BMG, 2017).

Die Akademisierung des Hebammenwesens birgt somit die große Chance angehende Hebammen auf die interdisziplinäre Arbeit in Themen rund um die Geburt vorzubereiten. Die Studierenden erwerben diejenigen Kompetenzen, die ihnen erlauben, ihr spezialisiertes Fachwissen in der Bearbeitung immer wieder neuer Fragen und Probleme anzuwenden, in wechselnden Arbeitszusammenhängen und in unterschiedlichen Disziplinzusammensetzungen zu arbeiten. Sie können lernen das spezifische interdisziplinäre Wissen und Können auf wechselnde Rahmenbedingungen und Arbeitssituationen anzuwenden und werden in die Lage versetzt, ihre disziplinäre Spezialisierung zu überwinden im Hinblick auf eine problembezogene punktuelle Universalisierung.

An einer Hochschule, wie der htw saar, an der so viele Disziplinen zusammenkommen, die sich dem Wohl von Menschen verschrieben haben bieten sich für solch eine frühe Ausbildung interdisziplinärer Kompetenzen ideale Bedingungen. Hier studieren Pflegewissenschaftler*innen, Hebammen und Studierende der Sozialen Arbeit und Pädagogik der Kindheit zusammen. Sie gemeinsam können den Grundstein legen zu einer effektiven Zusammenarbeit der Berufsgruppen und können die Gesundheits- und Sozialforschung weiter ausbauen und an der Verbesserung des Wissenstransfers arbeiten, ganz im Sinne des Nationalen Gesundheitsziels `Gesundheit rund um die Geburt´.



Über die Workshopleitende:

Professorin für Angewandte Hebammenwissenschaft
an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des
Saarlandes, Saarbrücken
laufende Promotion an der Universität Bielefeld,
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft,
Abteilung Psychologie, Prof. Dr. Angelika Schlarb
WS 17/18 Lehrbeauftragte Hebammenwissenschaft,
Hochschule Ludwigshafen

Hebamme, Diplompsychologin,
Heilpraktikerin für Psychotherapie,
Systemische Beratung,
Systemische Paartherapie,
Vorgeburtliche Bindungsförderung,
Zertifizierte BKiD - Beraterin
Praxis als Psychologin (www.systemische-praxis-bc.de)
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9: Service User Involvement an Hochschulen in Deutschland - Wie der Elfenbeinturm durch Erfahrungswissen von Adressat*innen bereichert wird (Prof. Dr. Marlene-Anne Dettmann/ Prof. Dr. Bettina Müller)

Abstract:
Service user involvement (SUI) steht für die Idee eines systematischen Einbezugs von Adressat:innen Sozialer Arbeit sowohl in die Ausbildung von Sozialarbeiter:innen als auch in die Angebote Sozialer Arbeit. Ziel dieses Ansatzes ist u.a. durch die Verknüpfung von Erfahrungswissen mit wissenschaftlichem Wissen sozialprofessionelles Verstehen und Handeln qualitativ aufzuwerten.
Obwohl SUI bereits seit 2004 in die „Global Standards for the Education and Training of the Social Work Profession“ (IASSW & IFSW, 2004) aufgenommen wurde, ist die konsequente Umsetzung bisher nur in Großbritannien zu finden. Dort ist Service User Involvement sogar für die Akkreditierung eines Studiengangs Sozialer Arbeit zwingend notwendig.
In unserem Workshop wollen wir aufzeigen, warum wir SUI für so Gewinn bringend in der Qualifizierung von Sozialarbeiter:innen halten. Darüber hinaus wollen wir aufzeigen, wie die Einbindung von Service Usern in den Elfenbeinturm Hochschule konkret gelingen kann sowie kritisch beleuchten, welche Hürden dabei zu bewältigen sind.


Prof. Dr. Marlene-Anne Dettmann
Professorin für Ökonomie und Management in der Sozialen Arbeit an der HAW Hamburg
Vertretungsprofessorin für soziologische, sozialpsychologische und sozialarbeitswissenschaftliche Grundlagen Sozialer Arbeit an der FH Potsdam.



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Prof. Dr. Bettina Müller
Professorin an der Hochschule Esslingen für Sozialmanagement Fakultät Soziale Arbeit
Bildung und Pflege.

Forschungsschwerpunkte:
Organisationsentwicklung, Qualitätsentwicklung, Bildungsmanagement, Schulsozialarbeit, Jugendberufshilfe.

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Newsletter Service User Involvement in Sovial Work education in germany:
https://www.researchgate.net/project/Newsletter-SERVICE-USER-INVOLVEMENT-IN-SOCIAL-WORK-EDUCATION-GERMANY

10: Vom Bachelor Professional zum Master – Überlegungen zur Durchlässigkeit in den sozialpädagogischen Bildungsgängen (Dr. Ludger Mehring/ Mechthild Denzer/ Daniel Müller)

Abstract:

Vom Bachelor Professional zum Master – Überlegungen zur Durchlässigkeit in den sozialpädagogischen Bildungsgängen

Nachdem noch vor 10 Jahren intensiv über eine Verlagerung der Erzieher*innen-Ausbildung an die Hochschulen diskutiert worden ist, vergeben die Fachschulen in diesem Jahr zum ersten Mal den „Bachelor Professional in Sozialwesen". Die Fachschulen sind ein Erfolgsmodell! Sie haben in den letzten 15 Jahren ihre Ausbildungskapazitäten verdoppelt und lösen die Niveaustufe 6 des DQR ein. Diese Dynamik spiegelt sich noch nicht in der praktischen Durchlässigkeit der sozialpädagogischen Bildungsgänge. Während an der einen Stelle noch über Anrechnungen für ein Bachelor-Studium gerungen wird, laufen an anderen Stellen bereits Diskussionen über den Übergang von der Fachschule Sozialpädagogik in spezielle Masterstudiengänge. Gleichzeitig reklamiert das DJI immer wieder die notwendige Akademisierung des Feldes.

Dieser Workshop soll nun genutzt werden, um das Thema Durchlässigkeit nicht nur formal, sondern wirklich einmal inhaltlich anzudenken.

 


Über die Workshopleitenden:



Mechthild Denzer


Stellvertretende Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher (BAG KAE)
Schulleiterin der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik Saarbrücken GmbH

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Dr. Ludger Mehring


Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft katholischer Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Erzieher (BAG KAE)

Schulleiter der Fachschule St. Franziskus Lingen

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Daniel Müller


Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes evangelischer Ausbildungsstätten (BeA)

Schulleiter der Ev. Elise-Averdieck-Schulen Rotenburg

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11: Das zweite Standbein Digitalisierung als Qualifizierungschance für die Soziale Arbeit und PdK (Reinhard Karger)

Abstract:

Künstliche Intelligenz ist die nächste Stufe der Digitalisierung. KI ermöglicht einen Werkzeugkasten für die Wissensarbeit und die Wissensgesellschaft. Das ist viel, und das ist vorteilhaft. Aber die entgrenzte Berichterstattung führt zu Skepsis, zu Melancholie oder zu übertriebenen Erwartungen. Wichtig ist der Perspektivwechsel. KI wird diskutiert als Chance oder Risiko; vielleicht besser aber als Notwendigkeit. Denn bessere Werkzeuge führen zu besseren Ergebnissen. KI-Werkzeuge verbessern den Prozess oder das Ergebnis. Sie können ergänzen oder unterstützen, aber nur selten ersetzen sie menschliche Akteure oder Akteurinnen und wenn, dann in Situationen, in denen die Arbeit für den Menschen wenig ergonomisch, außerordentlich monoton oder sogar gefährlich ist. Das werden wir erkunden mit einzelnen Entwicklungen und konkreten Beispielen, so dass jeder klarer urteilen und informierter entscheiden kann.


Über den Workshopleitenden:



Reinhard Karger, M.A., Unternehmenssprecher, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI

Reinhard Karger (1961), M.A., studierte theoretische Linguistik und Philosophie in Wuppertal, war Assistent am Lehrstuhl Computerlinguistik der Universität des Saarlandes, wechselte 1993 zum Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI, in Saarbrücken. Seit 2011 ist er Unternehmenssprecher des DFKI. Er beschäftigt sich seit 35 Jahren mit theoretischer Linguistik und KI, mit Bewusstseinsphilosophie und digitaler Innovationskultur.

Reinhard Karger war über zehn Jahre Jury-Mitglied des "Ausgezeichnete Orte”-Wettbewerbs, ist seit 2019 Botschafter von "Deutschland - Land der Ideen”, wurde 2020 in die Jury des Deutschen Mobilitätspreis berufen. Von 2014 bis 2017 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen (DGI). Seit 2017 ist er MINT-Botschafter des Saarlandes. 2018 wurde er zu einem der 100 Fellows des Kompetenzzentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes ernannt. Er ist Juror der Wettbewerbe Kreativsonar (Land) und Kreativpiloten (Bund).

 

Weitere Infos:

https://twitter.com/ReinhardKarger

https://www.facebook.com/DFKI.GmbH

https://www.linkedin.com/in/reinhardkarger/

https://www.dfki.de

 

Publikation:

Kritik der künstlichen Vernunft, 29.03.2021 https://www.dfki.de/web/news/detail/News/kritik-der-kuenstlichen-vernunft/

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12: Digital teaching and learning – beyond (simply) substituting campus teaching (Christian Schröder/ Alejandra González Bonilla/ Wim Wouters)

Abstract:

A crucial question - not only since the Covid 19 pandemic - is how international cooperation in digital teaching and learning can succeed without becoming a mere substitute for campus teaching and international mobility. In the workshop we will learn about the challenges and successes of a virtual campus for international social work. For 15 years, the Virtual Campus (SW-VirCamp) project has offered students an international specialisation in social work. Two speakers from the international consortium will present the project. Afterwards, participants are cordially invited to an exchange on international cooperation in digital learning and teaching.


Christian Schröder (htw saar, Saarbrücken, Germany)

Alejandra González Bonilla (Universidad Complutense de Madrid, Spain)

Wim Wouters (Thomas More University College, Geel, Belgium)


Der Workshop wird in englischer Sprache durchgeführt.

13: Forschendes Lehren und Studieren als Erzeugung neuen Wissens – Habitus-Bildung, Rekonstruktive Forschung, Professionsideal (Prof. Dr. Kirstin Bromberg/ Moritz Czarny/ Prof. Dr. Klaus Kraimer)

Abstract:
Forschendes Lehren und Studieren als Erzeugung neuen Wissens –  
Habitus-Bildung, Rekonstruktive Forschung, Professionsideal
Neues entdecken, bedeutet rekonstruktiv zu forschen, zu lehren und zu studieren. Es geht darum, Wissen zu erwerben und nicht vorauszusetzen, methodisch zu verstehen und nicht schematisch zuzuordnen. Wie wissenschaftsorientiert gelehrt und studiert werden kann, um rekonstruktiv einer realistischen Sicht auf die Spur zu kommen, davon handelt dieser workshop. Wir zeigen bewährte Kunstlehren auf, die dazu anleiten, autonomes Denken und Handeln in Disziplin und Profession zu ermöglichen. Wie das Geschehen im Studium von Lehrenden und Lernenden mit guter Praxis gefüllt werden kann, in der nicht nur gelehrt und gelernt, sondern behutsam vermittelt und verstanden wird, darum soll es gehen, wenn die Modelle ‚Habitus‘, ‚Rekonstruktive Forschung‘ und ‚Professionsideal‘ vorgestellt werden.

 

 Über die Workshopleitenden:

Prof. Dr. habil. Kirstin Bromberg
Hochschule für Technik und Wirtschaft
Fakultät für Sozialwissenschaften
Professur für Theorie, Empirie und Praxis Sozialer Arbeit

0681 5867-473
kirstin.bromberg@htwsaar.de

Forschungsschwerpunkte

  • Entwicklungs- und Sozialisationsforschung
  • Professionsforschung
  • Schreibforschung
  • Akademische Lehr-Lern-Forschung
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Moritz Czarny M.A.

Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar
Fakultät für Sozialwissenschaften
Lehrkraft für besondere Aufgaben

t +49 (0) 681 58 67 474
Moritz.Czarny@htw-saarland.de

Forschungsschwerpunkte:

  • Theorien, Konzepte und Handlungsfelder der Sozialen Arbeit
  • Rekonstruktive Sozialforschung und Fallverstehen
  • Professionstheorie und Professionalisierung Sozialer Arbeit
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Prof. em. Dr. Klaus Kraimer
Privatdozent Universität Osnabrück.
Prof. em. an der htw saar.
Mitglied der study group Tötungshandlungen am
Hanse-Wissenschafts-Kolleg.

Publikationen:
Kraimer, Klaus (2000): Die Fallrekonstruktion. Frankfurt am Main. Suhrkamp Verlag.
Kraimer, Klaus (2014): Fallrekonstruktive Soziale Arbeit. Münstermann Verlag.
Kraimer, Klaus (2021): Forschendes Lehren und Studieren als Weg zur Professionalisierung – dem methodischen Verstehen auf der Spur
 In: Dem Phänomen ... auf der Spur. Mit Kirstin Bromberg. Springer VS. Im Erscheinen. 
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14: Kritische Fragen zu Ausbildung, Qualifikation und Qualifikationsrahmen (Prof. Dr. Sandro Bliemetsrieder/ Wilfried Nodes/ Prof. em. Dr. Titus Simon)

Abstract:

Eingangs untermauert Wilfried Nodes die These von Spaltungsprozessen in der Profession mit zahlreichen Schlussfolgerungen. Beachtung finden dabei:

  • die Darstellung der Zahl der Beschäftigten in der Sozialen Arbeit in Bezug auf die Arbeitsfelder, darauf aufbauend ein Vergleich mit den Studienschwerpunkten,
  • die Zersplitterung der grundständigen Studienlandschaft,
  • die ökonomische Rechnung der privaten Studiengänge,
  • einzelne Versuche zur Evangelikalisierung der Studienlandschaft,
  • die Grundlagen der beliebig gebliebenen Akkreditierung – abgeleitet aus den Dokumenten exemplarischer Akkreditierungsverfahren,
  • Beispiele der Beeinflussung der Studienlandschaft durch Kostenträger.

Prof. Dr. Titus Simon vermittelt einen Überblick über Struktur und Qualität der Ausbildung Sozialer Arbeit. Dieser basiert auf der Auswertung zweier Stichproben, in denen sowohl die BA- als auch die MA-Abschlüsse einer näheren Betrachtung unterzogen wurden. Hierfür wurden die Studien- und Prüfungsordnungen sowie die Modulhandbücher der in die Stichprobe genommenen 25 Hochschulen ausgewertet. Struktur und Inhalte sind deutlich heterogener geworden. Die Praxisanteile (in Form von Kurzpraktika, Praxissemestern  und Projekten) wurden von der Mehrzahl aller Studiengangsanbieter reduziert.

 Nodes und Simon stellen ausgesuchte Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor, die im Herbst 2021im Rahmen folgender Publikation veröffentlicht werden:

  1. Leinenbach / W. Nodes / T. Simon, Soziale Arbeit in der Spaltung. Studium und Beruf der Sozialen Arbeit in der zweiten Dekade nach Bologna – eine Streitschrift, Beltz Juventa, Herbst/Winter 2021

Es folgt abschließend ein Beitrag zu Bildung oder Employability - Akademisierung ohne Akademie?, ausgehend von Jacques Derrida´s Idee einer „unbedingten Universität“. Prof. Dr. Sandro Bliemetsrieder versucht in dieser Konfrontation, Diskurse um Kompetenzorientierung kritisch einzuordnen und fragt danach, wie die Digitalisierung an den Hochschulen in Fragen von Bildung und/oder Employability ihren Niederschlag findet. Kann eine Akademisierung ohne Akademie überhaupt gelingen? Wie werden Studierende gerade der Sozialen Arbeit im Kontext einer zunehmenden Ökonomisierung der Hochschulen reflexiv urteilsfähig?


Über die Workshopleitenden:

Bliemetsrieder, Sandro, Prof. Dr. phil.
Professor für Erziehungswissenschaft/ Sozialpädagogik
an der Hochschule Esslingen, Fakultät Soziale Arbeit,
Bildung und Pflege. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte
sind Erziehung und Bildung als sozialpädagogische Aufgaben,
Professionalisierung, Menschenrechtsorientierung in der
Sozialen Arbeit und Rekonstruktive Forschung.
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Wilfried Nodes (Jg. 1957)
hat Sozialpädagogik an der damaligen Fachhochschule
Düsseldorf studiert. Später folgte dann das Diplom Studium
„Supervision“ an der Universität Kassel. Berufliche Erfahrungen:
Gründung und Aufbau als professionelles Projekt zur
Gemeinwesenarbeit im Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk
mit den Arbeitsfeldern: Mieterberatung  und -Aktivierung,
Beratung von Migrant:innen, Antirassismusarbeit,
Kinder- und Familienarbeit, Sozialberatung und soziokulturelle
Arbeit, danach zwei Jahre politische Bildung, zwei Jahre
freiberufliche Tätigkeit als Supervisor und in der Politikberatung,
seit 1998 zunächst Referent und Pressesprecher beim Deutschen
Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH), seit 12 Jahren
ausschließlich verantwortlicher Chefredakteur von
„Forum Sozial“ (Zeitschrift des DBSH).

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Simon, Titus,  Prof. Dr., Jahrgang 1954, verheiratet,
drei erwachsene Kinder, sechs Enkel. Arbeitete zwischen
1975 und 1992 mit jugendlichen Gewalttätern und
Wohnungslosen sowie in der Verbandsarbeit.
Berufsbegleitendes Studium und Promotion.
Zwischen 1992 und 1996 Professur „Jugend und Gewalt“
an der FH Wiesbaden, 1996 Berufung an die HS
Magdeburg-Stendal mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit
und Jugendhilfeplanung. Gasttätigkeit an der
FH St. Gallen (CH). Seit 2017 in Pension. Mitherausgeber
einer Lehrbuchreihe, Autor und Ehrenamtler.
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15: Doing media education - Digitalisierung in der Sozialen Arbeit (Prof. Dr. Verena Ketter)

Abstract:
Doing media education – Digitalisierung in der Sozialen Arbeit
Nicht erst seit der COVID-19-Pandemie setzt sich die Disziplin und Profession der Sozialen Arbeit mit der Frage nach dem professionellen Handeln in einer von Digitalisierung und Mediatisierung durchdrungenen Gesellschaft auseinander. Die Coronavirus-Krise verdeutlichte jedoch nachdrücklich, dass dem tiefgreifenden Digitalisierungsprozess nicht mehr nur mit Medienpädagogik, Jugendmedienschutz, Online-Öffentlichkeitsarbeit und Online-Beratung zu begegnen ist.
Wie in dem verpflichtenden Modul „Digitalisierung und Medien in der Sozialen Arbeit“ im ersten Semester des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit an der Hochschule Esslingen ist Soziale Arbeit als eine an Gerechtigkeit, Menschenwürde und Solidarität orientierte Disziplin und Profession in digital geprägten Welten Gegenstand des Workshops. In diskursiver und interaktiver Form werden die Implikationen für digital geprägte Administrationsprozesse und Arbeitsbeziehungen betrachtet (z.B. die algorithmen- und computerbasierte Diskriminierung, ePartizipation und aufsuchende Soziale Arbeit online). Zugleich wird auf diese Weise „EinBlick“ in das noch weiter zu entwickelnde und erforschende „Doing media education“- Konzept geworfen.



Über die Workshopleitende:

Dr. Verena Ketter ist Professorin für Medien in der Sozialen Arbeit an der Hochschule Esslingen und Prodekanin für Lehre in der Fakultät Soziale Arbeit, Bildung und Pflege. Sie forscht und lehrt als Medien- und Sozialpädagogin zu Fragen im Kontext von Medien in der Sozialen Arbeit, Jugendbildung, Jugendbeteiligung mit digitalen Medien, Virtueller Realität und Digitalisierung der Hochschulbildung.

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16: Promovieren an Hochschulen am Beispiel des hessischen Promotionszentrums für Soziale Arbeit (Prof. Dr. habil. Monika Alisch/ Jasmin Brück M.A./ Prof. Dr. Susanne Dern/ Jens Vogler M.A.)

Abstract:
Für die gesellschaftlichen Gestaltungsaufgaben Sozialer Arbeit ist forschungsbasiertes theoretisches und methodisches Wissen wesentlich. So zu forschen erfordert Kompetenzen, die erst nach dem Masterabschluss durch aktives Erproben in der eigenen Promotionsforschung erlangt werden. Dafür werden derzeit an Hochschulen für angewandte Wissenschaften Promotionszentren geschaffen, die für die Soziale Arbeit qualifizieren.
In dem Workshop geht es darum, auf drei Ebenen die Herausforderungen des Promovierens im Fachgebiet Soziale Arbeit zu diskutieren:

(1) wird gezeigt, warum die Fachwissenschaft Soziale Arbeit auch und gerade diesen Qualifikationsschritt braucht, um nachhaltig als eigenständiges Fachgebiet auf die gesellschaftlichen Herausforderungen angemessen zu reagieren;
(2) am Beispiel des hessischen Promotionszentrums Soziale Arbeit werden die strukturellen Herausforderungen der Förderung und Begleitung von Promotionen Sozialer Arbeit aufgezeigt und
(3) beschreiben Doktorand*innen des Promotionszentrums ihre Erfahrungen aus der Promotionsarbeit.

Über die Workshopleitenden:
Prof. Dr. habil. Monika Alisch
Professorin für Sozialraum- und Gemeinwesenarbeit,
Sozialplanung am Fachbereich Sozialwesen,
Hochschule Fulda, Leitungsmitglied des
hessischen Promotionszentrums Soziale Arbeit.
Arbeitsschwerpunkte: Methoden der Sozialraumforschung,
transdisziplinäre Forschung, Alter und Gesellschaft,
Migrationsgesellschaft, Sozialräumliche Disparitäten.

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Jasmin Brück, M.A.
wissenschaftliche Mitarbeiterin und
Doktorandin am Fachbereich Sozialwesen, Hochschule Fulda.
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Prof. Dr. Susanne Dern
Professorin für Soziale Sicherung, Inklusion,
Verwaltung am Fachbereich Sozialwesen, Hochschule Fulda,
Mitglied des hessischen Promotionszentrums Soziale Arbeit.
Arbeitsschwerpunkte: Existenzsicherung,
Antidiskriminierung/Menschenrechte, Jugendhilfe und Schule,
interdisziplinäre Rechtstatsachenforschung
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Jens Vogler, M. A.
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich
Sozialwesen der Hochschule Fulda im vom BMBF geförderten
Forschungsprojekt ProZiS und Doktorand am hessischen
Promotionszentrum Soziale Arbeit
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