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KliGAS-Fachtagung

Quelle: Hinsberger, Kathrin: Mitarbeiterin im Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz Saarland (2026)

Wie Kommunen und Behörden besser auf Starkregen, Hochwasser und andere Extremwetterereignisse reagieren, stand am 1. April 2026 im Mittelpunkt der KliGAS-Fachtagung der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) und des Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz Saarland (MUKMAW). 160 Fachleute aus Wissenschaft, Behörden, Katastrophenschutz und Praxis tauschten sich über das beim Kompetenzzentrum für Klimafolgenanpassung und Katastrophenschutz der htw saar (KoK²) derzeit in der Entwicklung befindliche KlimaGefahrenAbwehrSystem (KliGAS) aus.

Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard, Präsident der htw saar, sowie die Staatssekretäre Sebastian Thul (MUKMAV) und Torsten Lang vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport eröffneten die Fachtagung. Sie ordneten die Bedeutung von Frühwarnsystemen vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme ein. 

„Extremwetterereignisse stellen unsere Gesellschaft vor wachsende Herausforderungen hinsichtlich einer langfristigen, nachhaltigen Vorsorge einerseits und der raschen Handlungsfähigkeit im Akutfall anderseits. KliGAS, das im htw saar Zentrum KoK² für das Saarland entwickelt wird, wird Einsatzkräfte und Behörden unterstützen und zum Schutz von Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und der Infrastruktur beitragen. Mit Klimafolgen, Katastrophenschutz und -bewältigung greift das Zentrum relevante Fragen der Daseinsvorsorge und der Sicherheit auf“, sagte Leonhard, selbst Wasserwirtschaftler. Die überregionale Bedeutung zeigte auch die Teilnahme von Institutionen wie der Bundesanstalt für Gewässerkunde oder des Wasserwirtschaftsamts Luxemburg.

Im Zentrum der Tagung standen aktuelle Forschungsergebnisse, Praxisberichte und Perspektiven für den landesweite Rollout von KliGAS. Am Vormittag wurden in Fachvorträgen das Forschungsprojekt KliGAS Blies, der aktuelle Entwicklungsstand des Systems sowie Fördermöglichkeiten des Landes für Pegel- und Frühwarnsysteme vorgestellt. Für die Sicherheit des Systems bei einem möglichen Blackout (Strom- und Internetausfall) konnten Referenten des Unternehmens 450connect gewonnen werden. Am Nachmittag gab es Workshops zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Nutzergruppen und den Entwicklern. In einem umfangreichen Übungsszenario zum Pfingsthochwasser 2024 wurden die zentralen Funktionalitäten von KliGAS durch Referent Joshua Becker (Projektingenieur KoK2) demonstriert. Anschließend gab es zwei Workshops, die sich mit Möglichkeiten zur institutionsübergreifenden Nutzung von KliGAS und mit der Erweiterung der Nutzeroberfläche auseinandersetzten. Aus den Workshops heraus entstand ein Arbeitskreis, der Vorschläge zu einer Kooperationsvereinbarung erarbeiten soll. Außerdem wurde klar, dass KliGAS schon in der aktuellen Entwicklungsstufe einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung von Sturzfluten und Hochwässern leisten kann und hier ein landesweiter Ansatz von den Teilnehmern preferiert wird. 

„KliGAS verknüpft Daten aus verschiedenen Quellen in Echtzeit und macht sie für Einsatzkräfte unmittelbar nutzbar. Neben üblichen Pegelprognosen liegt der Schwerpunkt der Neuentwicklung bei der Prognose von Überflutungsflächen, Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten. So unterstützt das System fundierte Entscheidungen und verbessert die Reaktionsfähigkeit der Einsatzkräfte bei Extremwetterlagen“, erklärte Prof. Dr. Alpaslan Yörük, wissenschaftlicher Leiter des KoK².

 

Die Beiträge, Ergebnisse und zentralen Erkenntnisse der Veranstaltung sind in der nachfolgenden Publikation zusammengefasst:

 Tagungsband-KliGAS-Fachtagung

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