
Berufsintegrierendes Studium für künftigeIngenieure
23. November2000
Studienzeitverkürzung ohne Qualitätsverlust
An der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) wirdkünftig als Modell für ein berufsintegrierendes Studium einedoppelqualifizierende Hochschulausbildung angeboten. Das neue Modell, das inKooperation zwischen der HTW und dem Kultusministerium erarbeitet und mit derIndustrie- und Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) abgestimmt wurde,berücksichtigt die berufliche Erstausbildung für ein späteresStudium an der HTW. Gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer VolkerGiersch, HWK-Vizepräsident Hans-Alois Kirf und dem Rektor der HTW,Professor Rudolf Warnking, stellte Kultusminister Jürgen Schreier amDonnerstag (23.11.00) das neue Konzept der Presse vor. Der Kultusministerwürdigte das Modell als beispielgebend für die Integration vonberuflicher Bildung und Studium. "Das Modell trägt dem gestiegenenBedarf der Wirtschaft an Ingenieuren Rechnung, und es bietet den Absolventenneue Möglichkeiten einer beruflichen Weiterqualifizierung. Ich sehe darinauch einen Beleg für die Offenheit und Durchlässigkeit unseresBildungssystems", erklärte der Minister.
Die neue Ausbildungsmöglichkeit wird zunächst in denFachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik angeboten. Wie eine Analyse destheoretischen Unterrichts in diesen Fachrichtungen an der Berufsschule ergebenhat, werden die gleichen Fächer an der HTW noch einmal auf einemhöheren Niveau angeboten. Das neue Konzept sieht vor, in den betreffendenBereichen eigene Klassen mit Fachhochschulzugangsberechtigung einzurichten, indenen in Abstimmung mit der HTW eine vertiefte Vermittlung vonUnterrichtsinhalten erreicht wird. Die Teilnehmer schreiben dann die Klausurendes jeweiligen Faches an der HTW mit. Sie erwerben somit während derberuflichen Erstausbildung die Leistungsnachweise der Hochschule. Dererfolgreiche Abschluss der beruflichen Erstausbildung wird sowohl alsFachhochschulvordiplom als auch als Facharbeiterbrief gewertet.Anschließend besteht die Möglichkeit, an der HTW ein Studium nachdem Vordiplom zu beginnen. Dadurch ergibt sich eine Studienzeitverkürzungvon etwa 1,5 Jahren.
Die Modellklasse Industriemechaniker-Maschinenbau wird amBerufsbildungszentrum Sulzbach eingerichtet; Standort für den BereichElektrotechnik soll das Technisch-Gewerbliche Berufsbildungszentrum ISaarbrücken sein. Start für das doppelqualifizierende StudiumMaschinenbau ist der 1. September 2001; Elektrotechnik beginnt am 1. September2002.
"Das berufsintegrierende Studium ist ein attraktives Ausbildungsangebotmit hervorragenden Arbeitsmarktchancen und ein erfolgversprechendesKooperationsmodell zwischen Bildung und Wirtschaft", so KultusministerSchreier.
V.i.S.d.P. U. Reimann