
Ein neues Institut der HTW für Elektrische Energiesysteme
Im Rahmen der Neugründung von acht In-Instituten wurde ander HTW Ende 2006 dasInstitut Power Engineering Saar, kurz PowerEngS, gegründet. Leiter desInstituts sind die Professoren Dr.-Ing. Michael Igel und Dr.-Ing. StefanWinternheimer.
Michael Igel studierte Elektrotechnik an der Universitätdes Saarlandes, wo er 1990 zum Dr.-Ing. promoviert wurde. Bis zu seinerBerufung zum Professor für Elektrische Energieversorgung undGebäudesystemtechnik am 1.4.2004 arbeitete er im Bereich Energietechnik derFirmen AEG, Alstom und Areva. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Berechnungund Simulation elektrischer Netze, die Netzschutztechnik sowie dieAutomatisierung der Prozesse in der elektrischen Energieversorgung.Interessenschwerpunkt ist die Untersuchung des Verhaltens dezentralerEnergieerzeuger in elektrischen Netzen.
Stefan Winternheimer studierte Elektrotechnik an derTechnischen Universität Darmstadt und wurde dort 1993 zum Dr.-Ing. promoviert.Berufserfahrung sammelte er in den Stromrichter-Entwicklungsabteilungen derFirmen ABB und Siemens. Am 1.4.2001 wurde er zum Professor fürLeistungselektronik und elektrische Antriebstechnik berufen. SeineForschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Leistungselektronik, wobei derEinsatz von modernen, elektronischen Speichermedien zu nennen ist. Seinbesonderes Interesse gilt der nachhaltigen Nutzung regenerativ erzeugterEnergie.
Die Idee zur Gründung des Institutes wurde Anfang 2006mit Start eines Forschungsprojektes geboren, in dessen Rahmen die Auswirkungenvon dezentral einspeisenden Windkraftanlagen auf elektrische Netze untersuchtwerden. Die enge Zusammenarbeit beider Professoren ermöglichte es erstmals inder Region, diese Fragestellungen interdisziplinär zu untersuchen. Dievorliegenden Erkenntnisse bestätigen, dass gerade diese interdisziplinäreZusammenarbeit im Hochschulinstitut PowerEngS Basis für völlig neuartigeErkenntnisse ist. „Das Verhalten von Windkraft- und Photovoltaikanlagen wirdaus Sicht der elektrischen Netze durch die Arbeitsweise der Leistungselektronikbestimmt. Ohne ein tiefes Verständnis für deren Arbeitsweise ist eine exakte Beurteilungder Netzrückwirkungen nicht möglich.“ so Igel. Auch Winternheimer bestätigt,dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit in dem gemeinsamen Institut vonentscheidender Bedeutung ist. „Windkraftanlagen oder Photovoltaikanlagen werdenoftmals von Herstellern entwickelt, deren fachliches Wissen hauptsächlich dieBereiche des Maschinenbaus, der Physik, der Leistungselektronik und im bestenFall der elektrischen Antriebstechnik abdecken. Kenntnisse über die Prozesse inelektrischen Energieversorgungsnetzen sind in aller Regel nicht vorhanden.“ Essei aber schon während der Konzeption und Entwicklung von Windkraft- undPhotovoltaikanlagen zwingend erforderlich, entstehende Netzrückwirkungen zuberücksichtigen.
Das Hochschulinstitut Power Engineering Saar beschäftigtsich mit Fragen der elektrischen Energieversorgung und aanwendung von derGeneratorklemme bis zum Verbraucher in Haushalt, Gewerbe und Industrie. DieSchwerpunkte liegen auf der elektrischen Energieversorgung, derGebäudesystemtechnik, der Leistungselektronik und der elektrischenAntriebstechnik. Eine Ausweitung der Arbeitsgebiete auf das Feld derHochspannungstechnik ist zur Zeit im Gespräch.
Mit dem Arbeitsgebiet Elektrische Energiesysteme istPowerEngS ein wichtiger Baustein in der saarländischen Hochschullandschaft.PowerEngS bietet seine Kompetenzen den Unternehmen in Industrie undEnergiewirtschaft, aber auch den Unternehmen der öffentlichen Hand in der Regionan. Neben der Durchführung von Projekten hat sich PowerEngS das Ziel gesetzt,den Wissens- und Technologietransfer von der Hochschule in die Praxis inunserer Region zu fördern, die Unternehmen der Region zu beraten und diese inihren Tätigkeiten zu unterstützen.