„Praxis vermitteln, digital lehren und Gruppenarbeit forcieren – das wollten wir lösen.“

Das Teilprojekt „Logistik“ ist gleich drei Aspekte angegangen, um den Erfolg der Studierenden zu verbessern. Ein Projekt, das auch international in andere Hochschulen ausgestrahlt hat.

Die Logistik ist eine echte „hands on“-Branche. Experten fordern deshalb: Praxiserfahrungen sind ein Muss. Das ist auch eine Ansage an Studiengänge wie Supply Chain Management an der htw saar. Als Hochschule fühlt sie sich der Praxisorientierung verpflichtet – und sie erkannte: Hier können und müssen wir noch mehr tun. „Wir haben daher drei Bereiche festgelegt, in denen wir mit der akademischen Ausbildung noch näher an die Bedarfe der Wirtschaft herankommen müssen“, erklärt Anne Steinhaus. „Wir möchten noch mehr Brücken in die Praxis schlagen, mit digitalen Lerninhalten das Selbstlernen fördern und die Team-Kompetenzen besser entwickeln.“ Das Teilprojekt „Logistik“ war geboren – mit Anne Steinhaus als federführender Projektmitarbeiterin. Sie brennt für das Thema Supply Chain Management, nennt das Projekt
„mein Baby“ und begleitete es entsprechend engagiert.

Am Puls der Praxis

Praxisnähe kann vieles bedeuten. Eine Datenbank mit wertvollen Kontakten zu Unternehmen besitzt und pflegt die htw saar schon länger. Doch nun werden diese Kontakte noch stärker genutzt. Zwei Mal pro Semester besuchen 20 bis 40 Studierende Logistik-Unternehmen in der Region und im angrenzenden Ausland. „Das sind Highlights, weil die Unternehmen oft Hidden Champions sind, bei denen man sehr nah an die Materie heran darf“, erzählt Anne Steinhaus.

Doch Praxis beobachten, ist das eine – das andere ist, sie selbst umzusetzen. Das lernen die Studierenden in Planspielen, welche im Teilprojekt entwickelt oder einkauft wurden. Wertvoll ist auch die Kooperation mit den Partner-Hochschulen in Helsinki und dem polnischen Katowice. Hier arbeiten die Studierenden aus mehreren Nationen gemeinsam an der Lösung aktueller logistischer Herausforderungen wie jenen der Flüchtlingskrise 2015/16. „Interessant für alle Beteiligten ist, dabei zu lernen, wie unterschiedlich andere Nationen jeweils auf Schwierigkeiten und Lösungen blicken – und wie man diese Sichtweisen zu neuer Erkenntnis zusammenführen kann.“
Gerade diese internationale Komponente ist etwas Besonderes. „Die Studierenden stöhnen während der Gruppenarbeit darüber, dass es sie so sehr in Anspruch nimmt“, weiß Anne Steinhaus. „Doch wenn sie etwas zeitlichen Abstand dazu haben, sagen viele, es sei das beste Fach im ganzen Studium gewesen.“

Virtuelle Lehre in der Logistik

Säule 2 ist die Bereitstellung digitaler Lehrinhalte, mit denen Studierende zuhause und außerhalb von Seminarzeiten flexibel Inhalte lernen können. Deshalb entwickelte Steinhaus ein eigenes, virtuelles Quiz mit Multiple-Choice-Fragen. Die Studierenden können sich in Tools wie Pingu und Socrates einwählen, die Fragen beantworten, und die Dozierenden sehen, wie viele ein Thema bereits verstanden haben. Im Kooperationsprojekt mit der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken entstanden außerdem Lehrfilme, die ein Thema als Video aufbereiten. „Das sind die nächsten Schritte zum Inverted Classroom“, erklärt die Teilprojektleiterin. „Die Studierenden lernen zuhause über multimediale Quellen, werden virtuell über Foren und Chats gecoacht und üben dann gemeinsam an der Hochschule.“

Doch auch wenn die Möglichkeiten der virtuellen Lehre und Kollaboration immer ausgefeilter werden, braucht es nach wie vor die reale Gruppenarbeit. Ein Arbeitsmodus, für den immer mehr die erforderlichen Kompetenzen fehlen. „Dieser Aspekt hat vor allem in der zweiten Projektphase immer mehr Gewicht bekommen“, gibt die Mitarbeiterin einen Einblick in die Entwicklung des Projekts. „Denn Selbstlernen ist gut – aber Gruppendynamik muss man eben auch verstehen und nutzen können.“ Also bildete sie Teams und erarbeitete mit den Teilnehmenden, was gute Gruppenarbeit ausmacht, welche Dynamiken entstehen können, wie man darin kommuniziert und Teamregeln entwickelt. Anschließend bekam die Gruppe eine konkrete Aufgabe. „Das Problem ist natürlich: Es gibt echte Teamplayer, aber auch gute Einzelkämpfer. Und dennoch müssen gerade die Solisten für den späteren Job lernen, wie man sich in Teams verhält. Anders geht’s nicht.“ Was Anne Steinhaus persönlich in diesem Teilprojekt gelernt hat? „Man erfährt unheimlich viel über Menschen und Charaktere, weil man sich bewusst und systematisch mit ihnen beschäftigt. Das ist auch für mich ein Mehrwert, den ich nicht mehr missen möchte.“

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